U 47 - Kapitänleutnant Prien
Aus Film-Lexikon.de
|
|
Kritiken
Dirk Jasper: Korvettenkapitän Günther Prien avancierte 1939 zum Nationalhelden, als er in einer tollkühnen Aktion britische Kriegsschiffe in ihrer heimatlichen Bucht torpedierte. Zwei Jahre später fiel er. Um diesen historischen Kern inszenierte Reinl seine Geschichte um einen Offizier, der im Krieg zunächst nur seinen Beruf, nicht aber die Fortsetzung der menschenverachtenden nationalsozialistischen Politik sehen will. Als er seine Katharsis durchlebt, ist es zu spät ... Mit Filmen wie "Des Teufels General", "Haie und kleine Fische" und "Hunde,wollt ihr ewig leben" beschäftigte sich das Kino der Ära Adenauer mit diesem Kapitel der Vergangenheitsbewältigung. Deren Prämisse lautete: "Kollektivschuld - ja, Individualschuld - nein" und bot dem Zuschauer ein psychologisches Schlupfloch, indem es den verzweifelten Versuch positiv gezeichneter Soldaten schilderte, in einem unmenschlichen System Mensch zu bleiben.
Filmblätter: Eppler glaubt man in der Titelrolle die nervliche Strapazierfähigkeit eines Kaleu und die ernsten Überlegungen eines Umkehrwilligen, Fuchsberger staffiert seinen Ersten mit Schneid und viel Seebärigkeit aus, Juhnke bewältigt die Aufgabe, mittels Berliner Schnauze als Smut eine gepfefferte Portion Soldatenhumor zu servieren.
Lexikon des internationalen Films: Eine für die Entstehungszeit modische, insgesamt unaufrichtige Mischung aus deutschem Seeheldentum, aufgesetzter Widerstandshaltung und gefühlvoller Antikriegs-Allüre.
Produktion
Alfred Bittins für Arca