Identifikation einer Frau
Aus Film-Lexikon.de
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Kritiken
Dirk Jasper: Wie in den meisten seiner Filme spürt Altmeister Michelangelo Antonioni auch hier der Entfremdung der Geschlechter nach und erweist sich nebenbei als Virtuose in der Inszenierung erotischer Szenen. Wer meint, daß Filmkunst und Erotik schlecht vereinbar wären, wird durch einen der größten Regisseure des italienischen Kinos, Michelangelo Antonioni, eines Besseren belehrt. In kunstvollen, symbolträchtigen Bildern erzählt er die Geschichte des Regisseurs Niccolo, ein alter ego, dem er seine Fragen, Sehnsüchte und Gedanken in den Mund gelegt hat. Gibt es überhaupt so etwas wie eine ideale Beziehung zwischen Mann und Frau, können sich diese beiden jemals wirklich verstehen oder bleiben sie einander ein Rätsel, aus dem die Erotik entsteht? Konzentriert auf seine männliche Hauptfigur sucht Antonioni nach Antworten und stößt dabei doch immer nur auf weitere Fragen. Angesiedelt hat er seine Protagonisten in einer kühlen Welt von erlesener Schönheit und geheimnisvollen Zeichen, in der Männer und Frauen nur eine gemeinsame Sprache finden: die Sexualität.
Bemerkungen
"Identifikation einer Frau" wurde bei den 35. Filmfestspielen in Cannes 1982 mit dem "Spezialpreis der Jury" ausgezeichnet, womit Antonioni zugleich für sein Gesamtwerk geehrt wurde. Zu den Koproduzenten seines nach sieben Jahren Leinwandabstinenz gefeierten Kino-Comebacks zählte unter anderen Francis Ford Coppola.