Gespenster
Aus Film-Lexikon.de
|
|
Kritiken
Süddeutsche Zeitung: Es gibt diesen speziellen Zustand im Kino: Eine schleichende Auflösung der Wirklichkeit, eine plötzliche Lücke zwischen zwei Bildern, die sich mit keiner Technik lokalisieren lässt und trotzdem den Einbruch des Magischen erlaubt. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass die ganze Arbeit des Regisseurs Christian Petzold auf diese Momente hinausläuft. (...) Gespenster entwickelt einen somnambulen Sog, dem man sich überhaupt nicht mehr entziehen kann. Man traut dann seinen Augen kaum, wie sehr sich plötzlich die Orte in Berlin Mitte, Berlinale-Orte sogar, unter den Augen dieses Regisseurs und seines genialen Kameramanns Hans Fromm verwandeln.
Die Zeit: Unaufhaltsam wird der Betrachter in eine Geschichte von Sehnsucht und Verlust gezogen. Die lichte Klarheit des Berliner Sommers, das Rauschen der Blätter und des Windes, das Brummen des Verkehrs, all dies wird zu einer Erfahrung zweiter Ordnung, als sei es ein Traum, eine Erinnerung oder ein Märchen, dessen Figuren vielleicht nur durch die Sehnsucht der anderen existieren und in der Welt gehalten werden. Wirklich ist in diesem mit fast hypnotischer Ruhe fotografierten Film vielleicht nur die bodenlose, alles durchdringende Sehnsucht einer Frau nach ihrem Kind.
FAZ: So wie in Antonionis Blow Up die Vision wichtiger ist als die Wirklichkeit, treiben auch hier die inneren Vorstellungen der Personen die Handlung voran, die Träume vom Glück des Wiederfindens, die im windigen Sommerlicht Berlins aufblitzen und wieder zergehen. Jede ist das Gespenst der anderen. Gespenster gibt ihnen einen Ort in der Realität.
Produktion
Florian Koerner von Gustorf, Michael Weber