Gefangen in Rio
Aus Film-Lexikon.de
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Kritiken
Dirk Jasper: Der Polizist und der Posträuber sind gleichberechtigte Kontrahenten in einem ausgebufften Katz- und Mausspiel, in dem jedes Mittel zum Sieg recht ist: "Gefangen in Rio" ist spannende, intelligent gemachte Kinounterhaltung der ersten Güteklasse.
Bemerkungen
Das Leben schreibt immer noch die besten Geschichten, mochte sich der polnische Regisseur Lech Majewski gesagt haben, als er das Angebot erhielt, die abenteuerlichen Erlebnisse von Ronald Biggs zu verfilmen. Gemeinsam mit dem bereits zur Legende gewordenen Posträuber entwickelte er das Drehbuch zu dem Film "Gefangen in Rio", das lose auf tatsächliche Ereignisse des Jahres 1981 zurückgreift. Damals wurde Biggs aus Rio gekidnappt und nach Barbados verschleppt. Nur mit Mühe konnte er der Auslieferung an Großbritannien entgehen und dann in sein Exil nach Brasilien zurückkehren. Achtzehn aufregende Jahre, zum Teil im Gefängnis oder auf der Flucht verbracht, lagen zu diesem Zeitpunkt schon hinter Biggs, seitdem er mit vierzehn weiteren Komplizen im August 1963 den königlichen Postzug überfallen und zweieinhalb Millionen Pfund erbeutet hatte. Innerhalb der folgenden Monate konnten alle Posträuber gefaßt werden. Biggs und seine Komplizen wurden zu 15 bis 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Nach zwei Jahren gelang ihm die aufsehenerregende Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis von Wandsworth. Nach einer Gesichtsoperation in Paris waren Australien, Panama und Caracas weitere Stationen auf seinem abenteuerlichen Fluchtweg, der schließlich in Rio de Janeiro endete. Hier wurde er 1973 von Scotland Yard aufgespürt und verhaftet. Lediglich die Geburt eines gemeinsamen Kindes mit einer Brasilianerin bewahrte ihn vor der Rückkehr in eine britische Gefängniszelle. Und auch im Jahre 1981 war es wiederum ein kleines Schlupfloch in der Gesetzgebung, das Biggs die Heimkehr nach Brasilien erlaubte. Hier lebt er seitdem, wie er es spaßhaft im Film nennt, als "Gefangener von Rio": Im Vergleich zur englischen Kerkerhaft ein wahrhaft luxuriöses Gefängnis. Doch stärker als für die realen Fakten interessiert sich der polnische Schriftsteller, Drehbuchautor, Theater- und Filmregisseur Majewski für den spannenden Zweikampf seiner Hauptfiguren.