Ali G IndaHouse

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    Der Manager des John Nike-Freizeitcenters in Ali G's Revier, dem Stadtviertel, das von der Gang namens West Staines Massive beherrscht wird, erzählt Ali (Sacha Baron Cohen) davon, dass das Freizeitzentrum aus Geldmangel geschlossen werden soll. Sofort macht sich Ali Sorgen um den alternativen Pfadfinderclub, den er dort betreibt: "Ey, was? Und die Kids? Wie kommen die jetzt aus dem Ghetto raus?" Er stürzt sich heldenhaft in den einsamen Kampf zur Rettung der Anlage und kettet sich an eine Bushaltestelle im besagten Stadtviertel Staines - und erregt so die Aufmerksamkeit des Schatzkanzlers David Carlton (Charles Dance). Der sucht nach einem neuen, jungen Intelektuellen, durch den man die Kommunalwahlen in Staines gewinnen kann - und nun meint er, in Ali den richtigen Mann dafür gefunden zu haben. Er überzeugt Ali davon, dass er gute Chancen hätte, das Zentrum zu retten, wenn er sich zur Wahl aufstellen lässt - und genau das tut Ali G dann auch.

    Mit der Unterstützung seiner Nan (Barbara New), seiner Freundin Me Julie (Kellie Bright) und seines besten Freundes Ricky C (Martin Freeman) wird Ali G in seinem Heimatort tatsächlich gewählt, und verlässt dann Freunde und Familie, um im Parlament die rechte Hand des Premierministers (Michael Gambon) zu werden. Doch der Schein trügt, denn Carlton, der intrigante Schatzkanzler, will Alis politische Unerfahrenheit eigentlich nur ausnutzen, um den Premier zu stürzen und somit den Weg an die Spitze der Macht für sich selbst freizumachen.

    Doch mit Alis alternativen und erfrischenden Ansichten über die Bildungs-, Gesundheits- und Zuwanderungspolitik gewinnt die Partei bei Umfragen mehr und mehr an Zustimmung, während eines der wichtigsten Ereignisse des politischen Kalenders immer näher rückt. Ali und die aufgeregte Julie werfen sich richtig in Schale, um bei Chequers auf den Empfang zum Gipeltreffen zu gehen - doch als Julie ihren Ali dabei erwischt, wie er mit Kate (Rhona Mitra), der sexy Assistentin des Schatzkanzlers flirtet, rennt sie die Treppen hinauf - und dort findet Ali sie, in Tränen aufgelöst, im Zimmer des Premiers. Während in der unteren Etage der Empfang fortgesetzt wird, zieht Ali den Hut des Premiers an - das Markenzeichen des Regierungschefs - und tröstet Julie auf die einzige Art, die er kennt. Dabei bemerkt Ali aber nicht, dass ihre erotischen Spielchen auf Video aufgezeichnet werden.

    Auf dem politischen Gipfeltreffen am folgenden Morgen entartet die Konferenz zu einem chaotischen Aufschrei der Empörung mit der Auseinandersetzung der Staats- und Regierungschefs dieser Welt. Ali beruhigt die Delegierten, indem er seine ganz eigene Kräutermischung unter die Teebläter gibt - und rettet so die Veranstaltung und auch den Premier. Aber gleichzeitig ist dies der Anfang vom Ende seiner eigenen politischen Karriere, denn am nächsten Tag spekulieren die Medien darüber, dass Ali G die Machthaber der Welt unter Drogen gesetzt habe. Auf dem Tiefpunkt seiner Laufbahn ist Ali gezwungen, zurückzutreten, und somit entgleitet ihm die Chance, das John Nike-Centre zu retten. Er hat den Kontakt zu seinen Freunden verloren, und sogar seine Freundin scheint er an seinen Erzrivalen verloren zu haben, den Chef der Gang von East Staines Massive, Hassan B (Ray Panthaki).

    Auch für den Premier laufen die Dinge nicht allzu gut. Als Videoaufnahmen auftauchen, die ihn beim Sex mit einer unbekannten Prostituierten in seinem Zimmer während des Chequers-Empfanges zeigen, muss auch der Premier vom Amt zurücktreten. Nur Ali kennt die ganze Wahrheit - wenn er also seinen Ruf verteidigen, das Ansehen des Premiers wiederherstellen und den bösartigen Schatzkanzler besiegen will, dann muss Ali das Video aus Carltons Safe bei Chequers holen.

    Ali verlässt sich auf die Hilfe seiner Freunde, denen er zuvor die kalte Schulter gezeigt hatte; er ruft den illegalen Radiosender wieder ins Leben, den er mit seinem Kumpel Ricky C betrieben hat: Über "Drive By FM" werden die Gangmitglieder in Staines informiert. Auch Langley Village, Iver Heath, Englefield Green werden zu Hilfe gerufen - sogar mit der Gang von East Staines Massive wird das Kriegsbeil begraben, damit alle gemeinsam die gute Sache unterstützen. Mitten in der Nacht brechen die West Staines Massive-Jungs bei Chequers ein, umgehen mit ihren unglaublichen Breakdance-Einlagen alle Sicherheitsmaßnahmen, sprengen mit der geballten Kraft ihres Renault 5 Turbo-Motors den Tresor, holen sich das Video und sind die Helden des Tages.



    Filmstab

    Regie Mark Mylod
    Drehbuch Sacha Baron Cohen, Dan Mazer
    Kamera Ashley Rowe
    Schnitt Paul Knight
    Musik Adam F., Shaggy (Song)
    Produktion Eric Fellner, Tim Bevan, Dan Mazer

    Darsteller

    Ali G Sacha Baron Cohen
    Me Julie Kellie Bright
    Prime Minister Michael Gambon
    Carlton Charles Dance
    Kate Rhona Mitra
    Ricky C Martin Freeman
    Nan Barbara New
    Hassan B Ray Panthaki

    Kritiken

    film-dienst 18/2002: Ein schwarzer Rapper, der in der kleinbürgerlichen Biederkeit eines Londoner Vorortes lebt und eine Gruppe von Pfadfindern betreut, wird nach der Schließung eines Gemeindezentrums zum Spielball vieler Interessen und zur Speerspitze einer gegen den Premierminister gerichteten Intrige. Was als Satire gegen die Auswirkungen der HipHop-Kultur gedacht gewesen sein mag, ergeht sich in unverbindlichem Klamauk unterschiedlichster Qualität und wird zum Vehikel für die Kunstfigur einer Fernsehshow, die in Großbritannien Kultstatus genießt.

    Cinema 09/2002: Der intrigante Politiker Carlton (Charles Dance) rekrutiert Vollidiot Ali als Bürgerschaftskandidat, in der Absicht, nach dessen Scheitern selbst an die Führungsspitze aufzurücken. Wider Erwarten wird der naive Prolet (Parole: "Respeck!") gewählt, mischt das Unterhaus auf und steht Carltons zweifelhaften Ambitionen im Weg. Ein ungebildeter, dauergeiler Kiffer als glühender Volksvertreter - konkret krass, das. Aber Ali ist nicht so dämlich, wie er aussieht: Hinter Schenkelklopf-Attacken mit Fäkalgarnierung blitzt ein derber Sozialkritiker hervor, der einer Gesellschaft von Heuchlern den Finger zeigt.

    (TV-Today) 18/2002: Schrill, geschmacklos und politisch unkorrekt – aber ziemlich lustig.