35 Rum

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    Lionel, ein Zugführer aus einer Pariser Vorstadt, hat sich sein Leben lang aufopfernd um seine Tochter gekümmert. Er weiß, dass Joséphine nun alt genug ist, um auf eigenen Füßen zu stehen, doch er will sie nicht verlieren, und auch Joséphine scheint noch nicht bereit, ihr geborgenes Zuhause zu verlassen. Zu ihren Nachbarn gehören die Taxifahrerin Gabrielle, deren zaghafte Bemühungen, sich mit Vater und Tochter anzufreunden, auf wenig Gegenliebe stoßen, und Noé, der seine Wohnung in exakt dem Zustand belassen hat, wie sie ihm seine verstorbenen Eltern vererbt haben...



    Filmstab

    Regie Claire Denis
    Drehbuch Jean-Pol Fargeau, Claire Denis
    Kamera Agnès Godard
    Schnitt Guy Lecorne
    Musik Tindersticks
    Produktion Bruno Pésery

    Darsteller

    Lionel Alex Descas
    Joséphine Mati Diop
    Gabrielle Nicole Dogue
    Noé Grégoire Colin
    Ruben Jean-Christophe Folly
    Martial Djédjé Apali
    Blanchard Eriq Ebouaney

    Kritiken

    kino.de: Ohne große Handlung und mit großer Ruhe und Poesie entwirft Claire Denis in dieser einfühlsamen Studie über die persönlichen Probleme des Erwachsen- und Älterwerdens auch den Mikrokosmos von "kleinen Leuten" in der kreolischen Gemeinschaft. Dabei zeigt sie nicht plakativ auf Missstände, sondern schildert sie mit großer Selbstverständlichkeit ganz nebenbei.

    Susan Vahabzadeh / Süddeutsche Zeitung: Über den Zustand des Weltkinos hat dieser Wettbewerb allemal etwas zu berichten – dass es im Kino nicht um große Gesten geht, sondern um die kleinen, dem Leben abgerungenen Wahrheiten. Claire Denis, deren 35 RUHMS außer Konkurrenz lief, verzichtet sowieso darauf, sich mit ihrem Kino in Positur zu werfen. Eine urbane Kleinfamilie, vier Menschen in einem Haus, die zusammenhalten: Vater und Tochter, die Frau nebenan, die den Vater seit Jahren liebt, der junge Nachbar, der sonst niemanden hat und gern so tut, als mache ihm das nichts aus. Alle sind Immigranten, es geht ihnen ganz gut mit ihren Jobs, aber sie haben ganz kleine Lebensentwürfe, ohne jede Aussicht auf mehr als das Zusammensein. Eine leise, melancholische Geschichte von der Mühsal, das wenige, was einen glücklich macht, festzuhalten.

    taz: ...wie berückend auch Claire Denis' „35 Rhums“, ein außer Konkurrenz präsentierter Film, der beobachtet, wie sich das Verhältnis eines Vaters zu seiner Tochter verändert, sobald diese erwachsen wird. Welch eine Fülle an Nuancen, wie viel Sensibilität und Gespür für Zwischentöne und Uneindeutiges..