2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß
Aus Film-Lexikon.de
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Kritiken
Dirk Jasper: Dokumentarfilmer Malte Ludin hat ein intimes und doch beispielhaftes Filmdokument entstehen lassen, ein hochemotionaler Bericht aus dem Inneren einer deutschen Familie. 60 Jahre nach Kriegsende spielt die Hitlerkatastrophe in deren Leben noch immer eine brennend kontroverse Rolle.
film-dienst 07/2005: Der Filmemacher Malte Ludin macht sich auf die Suche nach Spuren seines Vaters, der 1947 als NS-Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt wurde. Sein Film offenbart allerdings weniger die Vergangenheit als vielmehr die Einflüsse dieser Vergangenheit auf die Kinder- und Enkelgeneration, die mit ambivalenten Gefühlen auf das Enigma des Vaters reagieren, zwischen Verdrängung, Anklage und der Sehnsucht nach Entschuldung. Ein beeindruckendes binnenfamiliäres Psychogramm, das zeigt, wie unlösbar deutsche Identitäten mit dem Holocaust verbunden sind.
Bemerkungen
Hanns Ludin wird bereits in der Weimarer Republik berühmt, weil er in der Reichswehr für Adolf Hitler konspiriert. Nach 1933 steigt er schnell zum SA-Obergruppenführer auf. Ihm werden der Blutorden und andere hohe Weihen des Nazistaates zuteil. 1941 schickt ihn Adolf Hitler als Gesandten in den "Schutzstaat" Slowakei. Als "Bevollmächtigter Minister des Großdeutschen Reiches" soll er dort die Interessen Berlins durchsetzen: vor allem die "Endlösung". Nach dem Krieg wird Hanns Ludin von den US-Amerikanern an die Tschechoslowakei ausgeliefert, 1947 zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Produktion
Iva Svarcová für Svarcová Filmproduktion / HR / SR / SWR / Arte