2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß

    Aus Film-Lexikon.de

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    Die Familie eines Nazitäters, 60 Jahre nach Kriegsende. Längst ist die Wahrheit über die Vergangenheit des Vaters aktenkundig, aber unter seinen Verwandten wird sie beschönigt, geleugnet und verdrängt - mit all der Leidenschaft, zu der nur Familienbande fähig sind.

    Diese Tatsachen nimmt sein jüngster Sohn, der Filmemacher Malte Ludin, zum Ausgangspunkt einer schmerzlichen filmischen Auseinandersetzung mit den Legenden, die in der Familie über den Vater kursieren. War er ein Held und Märtyrer oder ein Verbrecher?

    Auf einmal sind alle bereit zu reden: Die Schwestern, Schwager, Nichten und Neffen ...



    Filmstab

    Regie Malte Ludin
    Drehbuch Malte Ludin
    Kamera Franz Lustig
    Schnitt Iva Svarcová, Malte Ludin
    Musik Werner Pirchner, Hakim Ludin
    Produktion Iva Svarcová für Svarcová Filmproduktion / HR / SR / SWR / Arte

    Kritiken

    Dirk Jasper: Dokumentarfilmer Malte Ludin hat ein intimes und doch beispielhaftes Filmdokument entstehen lassen, ein hochemotionaler Bericht aus dem Inneren einer deutschen Familie. 60 Jahre nach Kriegsende spielt die Hitlerkatastrophe in deren Leben noch immer eine brennend kontroverse Rolle.

    film-dienst 07/2005: Der Filmemacher Malte Ludin macht sich auf die Suche nach Spuren seines Vaters, der 1947 als NS-Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt wurde. Sein Film offenbart allerdings weniger die Vergangenheit als vielmehr die Einflüsse dieser Vergangenheit auf die Kinder- und Enkelgeneration, die mit ambivalenten Gefühlen auf das Enigma des Vaters reagieren, zwischen Verdrängung, Anklage und der Sehnsucht nach Entschuldung. Ein beeindruckendes binnenfamiliäres Psychogramm, das zeigt, wie unlösbar deutsche Identitäten mit dem Holocaust verbunden sind.