Wie viele James Bond Filme gibt es?

Wie viele James Bond Filme gibt es?

Wenn du dich fragst, wie viele James Bond Filme es insgesamt gibt, lautet die kurze Antwort: Es gibt 25 offizielle und zwei inoffizielle Filme. Seit dem ersten Leinwandabenteuer im Jahr 1962 hat sich der britische Geheimagent 007 zur langlebigsten Filmreihe der Kinogeschichte entwickelt. Lass uns gemeinsam einen detaillierten Blick auf alle Missionen, die verschiedenen Darsteller und die spannenden Hintergründe dieser einzigartigen Kinoreihe werfen.

Die offizielle Zählung: 25 Missionen im Auftrag Ihrer Majestät

Um die Welt der James Bond Filme zu verstehen, muss man zunächst wissen, was einen Film „offiziell“ macht. Die offizielle Reihe wird von der Produktionsfirma EON Productions produziert. Diese Firma wurde Anfang der 1960er Jahre von den Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman gegründet, um die Spionageromane des britischen Autors Ian Fleming auf die große Leinwand zu bringen. Bis heute wird EON Productions von Broccolis Tochter Barbara Broccoli und seinem Stiefsohn Michael G. Wilson geführt. Sie wachen mit eiserner Hand über das Franchise und entscheiden, wer den berühmten Smoking tragen darf.

Jeder der 25 Filme aus dem Hause EON gehört zum offiziellen Kanon. Diese Reihe begann mit einem relativ bescheidenen Budget und entwickelte sich schnell zu einem globalen Phänomen. Die Mischung aus exotischen Schauplätzen, schönen Frauen, genialen technischen Spielereien und größenwahnsinnigen Bösewichten definierte das moderne Actionkino völlig neu. Die 25. und bislang letzte offizielle Mission war „Keine Zeit zu sterben“ aus dem Jahr 2021, die eine gesamte Ära zu einem emotionalen und endgültigen Abschluss brachte.

Die James Bond Darsteller und ihre Ären

Die Langlebigkeit der Reihe ist vor allem der Tatsache zu verdanken, dass die Rolle des James Bond immer wieder neu besetzt wurde. Insgesamt haben bisher sechs Schauspieler den Geheimagenten in der offiziellen Reihe verkörpert. Jeder von ihnen drückte der Figur seinen eigenen Stempel auf und passte 007 an den Zeitgeist des jeweiligen Jahrzehnts an.

Sean Connery: Der Ur-Bond (6 Filme)

Der schottische Schauspieler Sean Connery war der erste Darsteller, der James Bond auf der Kinoleinwand Leben einhauchte. Für viele Fans und Kritiker gilt er bis heute als der ultimative Bond. Connery brachte eine perfekte Mischung aus animalischer Gefahr, snobistischem Charme und trockenem Humor in die Rolle. Er startete 1962 mit „James Bond jagt Dr. No“ und etablierte in Meisterwerken wie „Goldfinger“ und „Liebesgrüße aus Moskau“ die ikonische Bond-Formel. Nachdem er die Rolle nach „Man lebt nur zweimal“ zunächst niedergelegt hatte, kehrte er für „Diamantenfieber“ noch ein letztes Mal in die offizielle EON-Reihe zurück.

George Lazenby: Das One-Hit-Wonder (1 Film)

Der australische Dressman George Lazenby hatte die undankbare Aufgabe, in die gigantischen Fußstapfen von Sean Connery zu treten. Er spielte die Rolle nur ein einziges Mal in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969). Obwohl Lazenby damals oft kritisiert wurde und nach Unstimmigkeiten mit den Produzenten direkt wieder ausstieg, gilt sein einziger Film heute unter Kennern als eines der absoluten Highlights der gesamten Reihe. Der Film zeigte erstmals einen verletzlichen Bond, der sich ernsthaft verliebt und am Ende einen tragischen Verlust erleidet.

Roger Moore: Der humorvolle Gentleman (7 Filme)

Niemand hat James Bond in der offiziellen Reihe häufiger gespielt als der Brite Roger Moore. Mit „Leben und sterben lassen“ übernahm er 1973 das Zepter und behielt es bis 1985 („Im Angesicht des Todes“). Moores Interpretation der Figur unterschied sich stark von Connerys hartem Agenten. Sein Bond war ein charmanter, augenzwinkernder Gentleman, der fast jede noch so lebensbedrohliche Situation mit einer hochgezogenen Augenbraue und einem lockeren Spruch meisterte. Seine Ära brachte die Reihe ins Weltall („Moonraker“) und lieferte einige der spektakulärsten Stunts der Filmgeschichte.

Timothy Dalton: Der harte Realist (2 Filme)

Ende der 1980er Jahre brauchte die Reihe nach dem sehr humorvollen Roger Moore eine Neuausrichtung. Der walisische Shakespeare-Darsteller Timothy Dalton übernahm für „Der Hauch des Todes“ (1987) und „Lizenz zum Töten“ (1989). Daltons Bond war humorlos, zynisch und gnadenlos. Er orientierte sich stark an der literarischen Vorlage von Ian Fleming. Obwohl seine Darstellung damals beim breiten Publikum auf gemischte Reaktionen stieß, wird Dalton heute oft als Vorreiter des modernen, ernsten Actionkinos gefeiert. Rechtliche Streitigkeiten hinter den Kulissen verhinderten leider einen dritten Film mit ihm.

Pierce Brosnan: Der charmante Actionheld (4 Filme)

Nach einer sechsjährigen Kinopause feierte James Bond 1995 mit Pierce Brosnan in „GoldenEye“ ein grandioses Comeback. Brosnan vereinte geschickt die Stärken seiner Vorgänger: Er besaß die Härte von Connery und Dalton, gepaart mit der Eleganz und dem feinen Humor von Moore. In seiner Ära musste sich Bond in einer Welt nach dem Ende des Kalten Krieges neu beweisen. Die Filme wurden deutlich actionlastiger und trieben die Nutzung von computergenerierten Effekten (CGI) voran. Nach vier äußerst erfolgreichen Filmen endete seine Zeit 2002 mit „Stirb an einem anderen Tag“.

Daniel Craig: Der verletzliche Agent (5 Filme)

Mit der Verpflichtung von Daniel Craig wagten die Produzenten im Jahr 2006 einen kompletten Neustart. „Casino Royale“ erzählte die Geschichte, wie James Bond überhaupt erst seinen Doppel-Null-Status erhielt. Craig spielte einen muskulösen, physisch sehr präsenten und emotional tief zerrissenen Agenten. Seine Ära zeichnete sich durch eine zusammenhängende Handlung über alle fünf Filme aus. Mit „Skyfall“ lieferte Craig zudem den kommerziell erfolgreichsten Film der gesamten Franchise-Geschichte ab. Sein letzter Auftritt in „Keine Zeit zu sterben“ bot ein Novum in der Reihe, indem er die Geschichte seines Bonds radikal und abschließend zu Ende erzählte.

Übersicht aller offiziellen James Bond Filme

Damit du den perfekten Überblick behältst, haben wir alle 25 offiziellen EON-Produktionen in der Reihenfolge ihrer Veröffentlichung für dich zusammengefasst. Diese Tabelle zeigt dir genau, in welchem Jahr welcher Darsteller auf der Leinwand zu sehen war.

Nr. Filmtitel (Deutsch) Erscheinungsjahr Hauptdarsteller
1James Bond jagt Dr. No1962Sean Connery
2Liebesgrüße aus Moskau1963Sean Connery
3Goldfinger1964Sean Connery
4Feuerball1965Sean Connery
5Man lebt nur zweimal1967Sean Connery
6Im Geheimdienst Ihrer Majestät1969George Lazenby
7Diamantenfieber1971Sean Connery
8Leben und sterben lassen1973Roger Moore
9Der Mann mit dem goldenen Colt1974Roger Moore
10Der Spion, der mich liebte1977Roger Moore
11Moonraker – Streng geheim1979Roger Moore
12In tödlicher Mission1981Roger Moore
13Octopussy1983Roger Moore
14Im Angesicht des Todes1985Roger Moore
15Der Hauch des Todes1987Timothy Dalton
16Lizenz zum Töten1989Timothy Dalton
17GoldenEye1995Pierce Brosnan
18Der Morgen stirbt nie1997Pierce Brosnan
19Die Welt ist nicht genug1999Pierce Brosnan
20Stirb an einem anderen Tag2002Pierce Brosnan
21Casino Royale2006Daniel Craig
22Ein Quantum Trost2008Daniel Craig
23Skyfall2012Daniel Craig
24Spectre2015Daniel Craig
25Keine Zeit zu sterben2021Daniel Craig

Die inoffiziellen James Bond Filme: Warum es eigentlich 27 sind

Neben den 25 Meisterwerken von EON Productions gibt es zwei Filme, in denen James Bond auftritt, die aber nicht zur offiziellen Reihe gehören. Der Grund dafür liegt in einer äußerst komplizierten Vergabe der Filmrechte durch den Schöpfer Ian Fleming in den 1950er Jahren, bevor EON überhaupt existierte.

Casino Royale (1967) – Die verrückte Parodie

Ian Fleming hatte die Rechte an seinem allerersten Roman, „Casino Royale“, bereits sehr früh verkauft. Diese Rechte landeten schließlich bei dem Produzenten Charles K. Feldman. Als Feldman sah, wie erfolgreich die frühen EON-Filme mit Sean Connery waren, versuchte er zunächst, mit Broccoli und Saltzman zusammenzuarbeiten. Als dies scheiterte, beschloss er, aus „Casino Royale“ eine völlig überdrehte, psychedelische Komödie zu machen. Der Film aus dem Jahr 1967 hat mit der eigentlichen Romanvorlage fast nichts gemein. Der legendäre britische Schauspieler David Niven spielt darin einen pensionierten Sir James Bond. Der Film ist chaotisch, da er von unzähligen Regisseuren gedreht wurde und eine ganze Heerschar an Gaststars auffährt, gilt aber heute als kurioses Zeitdokument der wilden 60er Jahre.

Sag niemals nie (1983) – Connerys inoffizielles Comeback

Der Fall von „Sag niemals nie“ ist einer der legendärsten Rechtestreits der Hollywood-Geschichte. Ian Fleming hatte in den 50er Jahren gemeinsam mit dem Produzenten Kevin McClory an einem Drehbuch für einen Bond-Film gearbeitet, der nie verwirklicht wurde. Fleming nutzte diese Ideen später unerlaubt für seinen Roman „Feuerball“. McClory klagte und bekam die Verfilmungsrechte an dieser spezifischen Geschichte zugesprochen. Nach einer Sperrfrist durfte McClory die Geschichte in den 80er Jahren neu verfilmen. Ihm gelang ein unglaublicher Coup: Er überredete Sean Connery, zwölf Jahre nach seinem eigentlichen Abschied, noch einmal in die Rolle des James Bond zu schlüpfen. So kam es 1983 zum „Battle of the Bonds“, als Connerys „Sag niemals nie“ fast zeitgleich mit Roger Moores „Octopussy“ in den Kinos anlief. Da der Film nicht von EON stammt, fehlt ihm das berühmte Gunbarrel-Intro (der Blick durch den Pistolenlauf) und das klassische James-Bond-Thema von Monty Norman.

Die treuen Begleiter: M, Q und Miss Moneypenny

Ein James Bond Film wäre nicht komplett ohne das Personal des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 in London. Über die 25 offiziellen Filme hinweg wurden auch diese Rollen von fantastischen Schauspielern geprägt.

M: Der oder die Vorgesetzte von James Bond. M leitet den Geheimdienst und erteilt die tödlichen Aufträge. Der erste und am längsten amtierende M war Bernard Lee (11 Filme). Nach ihm übernahm Robert Brown. Ein historischer Meilenstein war die Besetzung der Oscar-Preisträgerin Judi Dench im Jahr 1995. Sie spielte eine kühle, berechnende Chefin und behielt die Rolle sogar beim Neustart mit Daniel Craig, was ihr insgesamt sieben Auftritte einbrachte. Derzeit wird die Rolle von Ralph Fiennes verkörpert.

Q: Der Quartiermeister, der Bond mit all den explodierenden Stiften, unsichtbaren Autos und tödlichen Uhren ausstattet. Die Rolle ist untrennbar mit dem Schauspieler Desmond Llewelyn verbunden. Er spielte Q in unglaublichen 17 Filmen und arbeitete mit fast allen Bond-Darstellern zusammen. Nach seinem Tod übernahm John Cleese kurzzeitig, bevor Ben Whishaw die Figur für die Daniel-Craig-Ära als junges Computergenie neu definierte.

Miss Moneypenny: Die Sekretärin von M und Bonds ewiger Flirt im Vorzimmer. Lois Maxwell spielte die Rolle in 14 Filmen und begründete die charmante Dynamik zwischen den beiden Figuren. Später folgten Caroline Bliss und Samantha Bond, bevor Naomie Harris in „Skyfall“ eine sehr moderne, actiontaugliche Version der Moneypenny etablierte.

Die musikalische Identität: Titelsongs und Komponisten

Zur Identität der Reihe gehören die epischen Titelsequenzen und die maßgeschneiderten Titelsongs. Den Zuschlag für einen Bond-Song zu bekommen, gilt in der Musikindustrie als eine Art Ritterschlag. Die legendäre Shirley Bassey sang gleich drei Titelsongs, darunter das unvergessliche „Goldfinger“ und „Diamonds Are Forever“. Paul McCartney („Live and Let Die“), Tina Turner („GoldenEye“) und Madonna („Die Another Day“) sind nur einige der Megastars, die musikalisch zur Reihe beitrugen.

In der jüngeren Vergangenheit brach die Bond-Musik sogar Oscar-Rekorde. Sowohl Adele („Skyfall“), Sam Smith („Writing’s on the Wall“) als auch Billie Eilish („No Time to Die“) gewannen den Academy Award für den besten Originalsong direkt hintereinander. Ebenso wichtig wie die Popstars ist der Mann im Hintergrund: Der Komponist John Barry orchestrierte insgesamt elf Filme der Reihe und prägte den majestätischen, blechbläserlastigen Sound, der bis heute von seinen Nachfolgern wie David Arnold und Hans Zimmer zitiert wird.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer wird der nächste James Bond?

Dies ist das bestgehütete Geheimnis in Hollywood. Nach dem Ausscheiden von Daniel Craig suchen die Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson intensiv nach einem Nachfolger. Es gibt ständige Gerüchte um Schauspieler wie Aaron Taylor-Johnson, Henry Cavill, Regé-Jean Page oder Tom Hardy. Die Produzenten haben jedoch mehrfach betont, dass sie nicht nur einen Schauspieler, sondern eine komplett neue Richtung für das nächste Jahrzehnt des Franchises suchen. Eine offizielle Ankündigung des siebten Darstellers steht noch aus.

In welcher Reihenfolge sollte man die Bond-Filme schauen?

Grundsätzlich kannst du die Filme der Darsteller von Connery bis Brosnan in beliebiger Reihenfolge schauen, da sie meist in sich abgeschlossene Missionen sind. Es gibt nur wenige lose Verbindungen (wie den Tod von Bonds Frau in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“, der in späteren Filmen kurz erwähnt wird). Bei den fünf Filmen mit Daniel Craig ist das jedoch anders. Hier solltest du unbedingt die chronologische Veröffentlichungsreihenfolge einhalten (Casino Royale, Ein Quantum Trost, Skyfall, Spectre, Keine Zeit zu sterben), da diese fünf Filme eine fortlaufende Geschichte erzählen, die aufeinander aufbaut.

Wer ist der erfolgreichste James Bond Darsteller?

Wenn man rein die Einnahmen an den Kinokassen (inflationsbereinigt) betrachtet, dann lieferte Sean Connery mit „Feuerball“ (1965) einen der größten Kassenhits ab. In absoluten Zahlen jedoch ist Daniel Craig unangefochten an der Spitze. Sein dritter Einsatz in „Skyfall“ durchbrach als erster und bisher einziger Bond-Film die magische Grenze von einer Milliarde US-Dollar an den weltweiten Kinokassen. Auch seine nachfolgenden Filme waren gigantische kommerzielle Erfolge.

Warum hat George Lazenby nur einen Bond-Film gemacht?

George Lazenby traf die Entscheidung, nach nur einem Film aufzuhören, größtenteils selbst. Sein Agent hatte ihm damals geraten, keinen langfristigen Vertrag mit EON Productions zu unterschreiben, da er glaubte, dass James Bond in den friedensbewegten 1970er Jahren ohnehin nicht mehr zeitgemäß sei und schnell in Vergessenheit geraten würde. Diese Einschätzung stellte sich als einer der größten Fehltritte der Filmgeschichte heraus. Zudem kam es während der Dreharbeiten zu Spannungen zwischen dem unerfahrenen Lazenby und dem Regisseur Peter R. Hunt.

Welcher James Bond Film ist der längste?

Der längste Film der offiziellen Reihe ist „Keine Zeit zu sterben“ (2021) mit einer stolzen Laufzeit von 163 Minuten. Dieser Rekord macht Sinn, da der Film nicht nur eine eigene komplexe Bedrohung aufbauen musste, sondern auch alle erzählerischen Fäden der gesamten Daniel-Craig-Ära zu einem würdigen Abschluss bringen wollte. Der kürzeste Film der Reihe ist übrigens „Ein Quantum Trost“ (2008) mit knackigen 106 Minuten.

Wie heißt James Bond mit echtem Namen?

James Bond ist sein tatsächlicher Name, er benutzt ihn auch fast durchgehend auf all seinen Missionen, was für einen Geheimagenten zugegebenermaßen recht ungewöhnlich ist. Ian Fleming wählte den Namen aus purer Absicht sehr schlicht. Er hatte ein Buch über Vogelkunde des amerikanischen Ornithologen James Bond auf dem Tisch liegen und empfand diesen Namen als den flachsten und langweiligsten Namen, den er je gehört hatte. Er passte perfekt für seine Vision eines eiskalten, stumpfen Werkzeugs der Regierung.

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