Die Frage nach den erfolgreichsten Schauspielern bei den Academy Awards lässt sich eindeutig beantworten. An der absoluten Spitze thront eine Frau: Katharine Hepburn hat im Laufe ihrer beeindruckenden Karriere vier Oscars gewonnen. Bei den Männern teilen sich Daniel Day-Lewis, Jack Nicholson und Walter Brennan den Thron mit jeweils drei Goldjungen. Tauche ein in die faszinierende Welt der Oscar-Rekorde und lerne die wahren Legenden der Schauspielkunst genauer kennen.
Die absolute Spitzenreiterin: Katharine Hepburn
Wenn man über schauspielerische Exzellenz in Hollywood spricht, führt kein Weg an Katharine Hepburn vorbei. Sie ist bis heute die einzige Person in der fast einhundertjährigen Geschichte der Academy Awards, die vier Oscars in den Schauspielkategorien gewinnen konnte. Das Beeindruckendste an diesem Rekord ist die Tatsache, dass sie alle vier Auszeichnungen in der Königsdisziplin, also als Beste Hauptdarstellerin, errungen hat. Ihre Karriere erstreckte sich über viele Jahrzehnte, und so vergingen zwischen ihrem ersten und ihrem letzten Oscar-Gewinn unglaubliche 48 Jahre.
Katharine Hepburn war bekannt für ihren unabhängigen Geist, ihre scharfe Zunge und ihre Weigerung, sich den typischen Hollywood-Konventionen ihrer Zeit zu unterwerfen. Sie trug Hosen, als das für Frauen noch als skandalös galt, und mied die Öffentlichkeit abseits ihrer Filmarbeit. Diese Eigenwilligkeit spiegelte sich auch in ihrer Beziehung zu den Oscars wider: Obwohl sie vier Auszeichnungen gewann und insgesamt zwölf Mal nominiert war, erschien sie nie bei einer Verleihung, um einen ihrer Preise persönlich entgegenzunehmen. Erst 1974 trat sie einmalig auf der Oscar-Bühne auf, um den Irving G. Thalberg Memorial Award an ihren Freund Lawrence Weingarten zu überreichen.
Ihre vier Oscar-prämierten Rollen
Die Rollen, für die Katharine Hepburn ausgezeichnet wurde, zeigen ihre enorme darstellerische Bandbreite. Sie spielte oft starke, intelligente und komplexe Frauen, die ihrer Zeit voraus waren.
- Morning Glory (1933): In diesem Drama spielte sie Eva Lovelace, eine ehrgeizige junge Schauspielerin, die vom großen Durchbruch am Broadway träumt. Es war erst ihr dritter Film überhaupt, brachte ihr aber sofort die höchste Auszeichnung der Branche ein.
- Rat mal, wer zum Essen kommt (1967): Nach einer langen Durststrecke gewann sie ihren zweiten Oscar für die Rolle der Christina Drayton. Der Film behandelte das damals hochbrisante Thema einer Ehe zwischen einer weißen Frau und einem schwarzen Mann (gespielt von Sidney Poitier). Es war zudem der letzte Film, den sie gemeinsam mit ihrem langjährigen Lebensgefährten Spencer Tracy drehte.
- Der Löwe im Winter (1968): Nur ein Jahr später folgte der dritte Oscar für ihre meisterhafte Darstellung der Eleonore von Aquitanien an der Seite von Peter O’Toole. In diesem Jahr kam es zu einem historischen Novum: Hepburn teilte sich den Preis für die Beste Hauptdarstellerin mit Barbra Streisand (für „Funny Girl“), da beide exakt die gleiche Anzahl an Stimmen von der Academy erhalten hatten.
- Am goldenen See (1981): Ihren vierten und letzten Oscar gewann sie im stolzen Alter von 74 Jahren. An der Seite von Henry Fonda und Jane Fonda spielte sie Ethel Thayer in einem ergreifenden Drama über das Älterwerden und familiäre Konflikte.
Die Rekordhalter bei den Männern
Während Katharine Hepburn bei den Frauen und in der Gesamtwertung unangefochten auf Platz eins steht, hat bei den Männern bisher niemand die magische Grenze von vier Schauspiel-Oscars durchbrochen. Stattdessen gibt es ein Trio von herausragenden Charakterdarstellern, die jeweils drei Goldjungen ihr Eigen nennen dürfen. Jeder dieser drei Schauspieler hat seine Auszeichnungen unter völlig unterschiedlichen Bedingungen und in verschiedenen Epochen der Filmgeschichte gewonnen.
Daniel Day-Lewis: Der König der Hauptrollen
Der britisch-irische Schauspieler Daniel Day-Lewis nimmt eine ganz besondere Stellung in der Oscar-Historie ein. Er ist der einzige Mann, der drei Oscars in der Kategorie Bester Hauptdarsteller gewonnen hat. Day-Lewis ist berühmt und berüchtigt für sein extremes Method Acting. Er tauchte derart tief in seine Rollen ein, dass er oft monatelang die Identität seiner Figur annahm, auch abseits der Kameras. Diese unglaubliche Hingabe führte zu einer sehr selektiven Filmauswahl. Er drehte in seiner gesamten Karriere vergleichsweise wenige Filme, lieferte aber jedes Mal eine Leistung ab, die Kritiker weltweit in Staunen versetzte.
Seinen ersten Oscar gewann er 1990 für „Mein linker Fuß“, in dem er den irischen Schriftsteller und Maler Christy Brown verkörperte, der mit einer schweren spastischen Lähmung lebte. 2008 folgte der zweite Triumph für seine furchteinflößende Darstellung des skrupellosen Ölbarons Daniel Plainview in Paul Thomas Andersons Meisterwerk „There Will Be Blood“. Den historischen dritten Hauptdarsteller-Oscar sicherte er sich 2013 für seine unglaublich authentische Verkörperung des amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln in Steven Spielbergs Historien-Drama „Lincoln“. Kurz nach der Veröffentlichung von „Der seidene Faden“ im Jahr 2017 gab Day-Lewis seinen endgültigen Rücktritt von der Schauspielerei bekannt.
Jack Nicholson: Die Hollywood-Ikone
Jack Nicholson ist nicht nur einer der bekanntesten und charismatischsten Schauspieler seiner Generation, sondern auch der männliche Schauspieler mit den meisten Oscar-Nominierungen aller Zeiten. Ganze zwölf Mal wurde er von der Academy bedacht. Aus diesen Nominierungen resultierten drei Siege, die sich im Gegensatz zu Daniel Day-Lewis auf Haupt- und Nebenrollen aufteilen.
Nicholson, der mit seinem markanten Lächeln und seiner intensiven Leinwandpräsenz das Kino der 1970er Jahre maßgeblich prägte, gewann seinen ersten Oscar 1976 als Bester Hauptdarsteller in dem Psychiatrie-Drama „Einer flog über das Kuckucksnest“. Die Rolle des rebellischen Randle McMurphy gilt bis heute als eine der besten schauspielerischen Leistungen der Filmgeschichte. Seinen zweiten Oscar (als Bester Nebendarsteller) erhielt er 1984 für die Rolle des alternden Astronauten Garrett Breedlove in der Tragikomödie „Zeit der Zärtlichkeit“. Der dritte Goldjunge folgte 1998, erneut als Bester Hauptdarsteller, für seine brillante Performance als neurotischer und zwangsgestörter Schriftsteller Melvin Udall in der Komödie „Besser geht’s nicht“.
Walter Brennan: Der Meister der Nebenrollen
Der dritte Mann im Bunde der Dreifach-Gewinner ist Walter Brennan, ein Name, der jüngeren Filmfans vielleicht nicht sofort geläufig ist. Brennan war ein absoluter Pionier der frühen Hollywood-Jahre und stellte einen Rekord auf, der bis heute Bestand hat: Er ist der einzige Schauspieler, der drei Oscars in der Kategorie Bester Nebendarsteller gewonnen hat.
Bemerkenswert ist das enorme Tempo, in dem er diese Auszeichnungen sammelte. Brennan gewann alle drei Oscars innerhalb von nur fünf Jahren, kurz nachdem die Kategorie für Nebendarsteller überhaupt erst eingeführt worden war. Er triumphierte für „Nimm, was du kriegen kannst“ (1936), „Die goldene Peitsche“ (1938) und „Der Westerner“ (1940). Brennan war ein klassischer Charakterdarsteller, der oft deutlich ältere, kauzige Figuren spielte und sich als treuer Gefährte der Hauptfiguren in die Herzen des Publikums spielte.
Der elitäre Club der drei Oscars: Weitere Legenden
Neben den männlichen Rekordhaltern gibt es auch bei den Frauen noch einige herausragende Künstlerinnen, die mit genau drei Oscars ausgezeichnet wurden. Sie bilden den absoluten Kern der Hollywood-Elite und haben das Kino über Jahrzehnte geprägt.
Meryl Streep: Die ungekrönte Königin der Nominierungen
Kein Artikel über Oscar-Rekorde wäre komplett ohne Meryl Streep. Auch wenn sie „nur“ drei Oscars gewonnen hat und damit einen Oscar hinter Katharine Hepburn liegt, hält sie einen anderen, geradezu unfassbaren Rekord: Sie wurde bisher 21 Mal für einen Oscar nominiert (17 Mal als Hauptdarstellerin, 4 Mal als Nebendarstellerin). Kein anderer Schauspieler, ob männlich oder weiblich, kommt auch nur in die Nähe dieser Zahl. Streep gilt vielen als die größte lebende Schauspielerin, berühmt für ihre chamäleonartige Wandlungsfähigkeit und ihr Talent, jeden erdenklichen Akzent perfekt zu imitieren.
Ihre erste Auszeichnung gewann sie 1980 als Beste Nebendarstellerin an der Seite von Dustin Hoffman in dem Scheidungsdrama „Kramer gegen Kramer“. Nur drei Jahre später, 1983, folgte der Oscar als Beste Hauptdarstellerin für ihre herzzerreißende Rolle in „Sophies Entscheidung“, wo sie eine polnische Holocaust-Überlebende spielte. Danach folgte eine lange Phase, in der sie zwar ununterbrochen nominiert wurde, den Preis aber nie mit nach Hause nehmen durfte. Diese fast dreißigjährige Durststrecke endete 2012, als sie für ihre Verkörperung der britischen Premierministerin Margaret Thatcher in „Die Eiserne Lady“ ihren dritten Oscar, wieder als Hauptdarstellerin, gewann.
Frances McDormand: Die moderne Rekordhalterin
Frances McDormand hat sich in den letzten Jahrzehnten leise, aber gewaltig an die Spitze der Hollywood-Elite gespielt. Sie gehört zu den wenigen Frauen, die drei Oscars in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin gewonnen haben. Genau wie Katharine Hepburn meidet sie den typischen Hollywood-Glamour, verzichtet meist auf Make-up auf dem roten Teppich und konzentriert sich rein auf ihr Handwerk.
Ihren ersten Oscar gewann sie 1997 für die Rolle der hochschwangeren, pragmatischen Polizistin Marge Gunderson in dem Kult-Thriller „Fargo“ der Coen-Brüder. Zwei Jahrzehnte später lieferte sie in „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ (2018) eine brachiale Leistung als wütende Mutter, die Gerechtigkeit für ihre ermordete Tochter fordert, was ihr den zweiten Hauptdarsteller-Oscar einbrachte. Nur drei Jahre später, bei der Verleihung 2021, gewann sie ihren dritten Oscar für das ruhige Roadmovie „Nomadland“.
Ingrid Bergman: Der europäische Superstar
Die schwedische Schauspielerin Ingrid Bergman war eine der leuchtendsten Ikonen des Goldenen Zeitalters von Hollywood. Sie verzauberte das Publikum nicht nur in Klassikern wie „Casablanca“, sondern wurde auch von der Academy mit insgesamt drei Oscars gewürdigt.
Bergman gewann ihren ersten Oscar 1945 für den Psychothriller „Das Haus der Lady Alquist“ (Gaslight), in dem sie eine Frau spielt, die von ihrem Ehemann systematisch in den Wahnsinn getrieben wird. Nach einem öffentlichen Skandal um eine außereheliche Affäre mit dem italienischen Regisseur Roberto Rossellini wurde Bergman für einige Jahre aus Hollywood verbannt. Sie kehrte jedoch 1957 triumphierend zurück und gewann prompt ihren zweiten Hauptdarsteller-Oscar für das Drama „Anastasia“. In der späten Phase ihrer Karriere wurde ihr 1975 ein dritter Oscar zuteil, dieses Mal als Beste Nebendarstellerin in der starbesetzten Agatha-Christie-Verfilmung „Mord im Orient-Express“.
Übersicht der erfolgreichsten Schauspieler der Oscar-Geschichte
Damit du die Fakten gebündelt vor Augen hast, findest du hier eine Tabelle der absoluten Elite. Aufgelistet sind alle Schauspieler, die drei oder mehr Academy Awards in den kompetitiven Schauspielkategorien gewonnen haben.
| Name des Schauspielers | Gewonnene Oscars | Anzahl der Nominierungen | Kategorien der Gewinne |
|---|---|---|---|
| Katharine Hepburn | 4 | 12 | 4x Hauptrolle |
| Daniel Day-Lewis | 3 | 6 | 3x Hauptrolle |
| Frances McDormand | 3 | 6 | 3x Hauptrolle |
| Meryl Streep | 3 | 21 | 2x Hauptrolle, 1x Nebenrolle |
| Jack Nicholson | 3 | 12 | 2x Hauptrolle, 1x Nebenrolle |
| Ingrid Bergman | 3 | 7 | 2x Hauptrolle, 1x Nebenrolle |
| Walter Brennan | 3 | 4 | 3x Nebenrolle |
Die Magie der Nominierungen: Wenn Gewinnen nicht alles ist
Ein Blick rein auf die Anzahl der gewonnenen Oscars zeichnet oft nur ein unvollständiges Bild einer Schauspielkarriere. Eine Nominierung für einen Academy Award ist bereits eine Auszeichnung von enormem Gewicht, da sie von den Kollegen aus der eigenen Branche (dem Schauspielzweig der Academy) vergeben wird. Viele Legenden der Filmgeschichte haben zwar nie die Hürde von drei oder vier Siegen genommen, dominieren aber die Statistiken durch ihre schiere Präsenz auf den Nominierungslisten.
Meryl Streep ist mit ihren 21 Nominierungen die unbestrittene Nummer eins. Doch es gibt viele weitere beeindruckende Rekorde. Katharine Hepburn und Jack Nicholson folgen mit jeweils 12 Nominierungen. Dicht dahinter rangieren Bette Davis und Laurence Olivier, die beide im Laufe ihres Lebens 10 Mal nominiert wurden. Olivier, der oft als einer der besten britischen Schauspieler des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird, konnte den regulären Oscar nur ein einziges Mal gewinnen (für „Hamlet“ 1949), erhielt aber im Laufe der Zeit zwei Ehrenoscars für sein Lebenswerk.
Auch Al Pacino (9 Nominierungen, 1 Sieg), Paul Newman (10 Nominierungen, 1 Sieg) und Denzel Washington (9 Nominierungen, 2 Siege) zeigen, dass man oft viele Anläufe braucht, bevor die Academy den Namen aus dem goldenen Umschlag vorliest. Noch bitterer ist das Schicksal des verstorbenen Peter O’Toole sowie der noch lebenden Glenn Close. Beide halten den unglücklichen Rekord von jeweils acht Oscar-Nominierungen in Schauspielkategorien, ohne auch nur ein einziges Mal den regulären Preis gewonnen zu haben.
Spezialfälle: Ehrenoscar und posthume Gewinner
Neben den regulären Schauspielkategorien gibt es auch die Honorary Awards, die Ehrenoscars. Diese werden oft vergeben, um das Lebenswerk eines Schauspielers zu würdigen, der bei den regulären Verleihungen vielleicht zu oft übergangen wurde oder dessen Beitrag zum Kino über einzelne Rollen hinausgeht. So erhielt Charlie Chaplin, dessen Genie lange Zeit von der Academy nicht in Form von Preisen anerkannt wurde, einen legendären Ehrenoscar, bei dem er eine zwölfminütige Standing Ovation erhielt – die längste in der Geschichte der Oscars.
Ein weiteres sehr emotionales Kapitel der Oscar-Geschichte sind die posthumen Auszeichnungen. Es kommt selten vor, aber manchmal wird ein Schauspieler für eine Leistung gewürdigt, obwohl er den Tag der Verleihung nicht mehr erlebt hat. Der erste Schauspieler, dem diese Ehre zuteilwurde, war Peter Finch. Er gewann 1977 posthum den Preis als Bester Hauptdarsteller für seine elektrisierende Rolle als wütender Nachrichtensprecher in der Mediensatire „Network“.
Noch bekannter in der jüngeren Generation ist der posthume Oscar für Heath Ledger. Der australische Schauspieler verstarb Anfang 2008 auf tragische Weise, nachdem er die Dreharbeiten zu Christopher Nolans Batman-Epos „The Dark Knight“ abgeschlossen hatte. Seine Darstellung des psychopatischen Jokers revolutionierte das Comic-Film-Genre. Bei der Verleihung 2009 wurde Ledger posthum als Bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Seine Familie nahm die Statue unter Tränen und tosendem Applaus des gesamten Publikums entgegen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer ist der jüngste Schauspieler, der je einen Oscar gewonnen hat?
Diesen Rekord hält Tatum O’Neal. Sie gewann im Jahr 1974 im Alter von nur 10 Jahren den Oscar als Beste Nebendarstellerin für ihre Rolle in dem Film „Paper Moon“, in dem sie an der Seite ihres realen Vaters Ryan O’Neal spielte. Bei den Hauptdarstellern ist Adrien Brody der jüngste Gewinner der Geschichte, er war 29 Jahre alt, als er für „Der Pianist“ ausgezeichnet wurde. Bei den Hauptdarstellerinnen hält Marlee Matlin den Rekord, sie gewann im Alter von 21 Jahren für „Gottes vergessene Kinder“.
Wer ist der älteste Schauspieler mit einem Oscar-Gewinn?
Der legendäre Sir Anthony Hopkins stellte diesen Rekord erst vor wenigen Jahren auf. Im Jahr 2021 gewann er den Oscar als Bester Hauptdarsteller für das Drama „The Father“. Hopkins war zu diesem Zeitpunkt 83 Jahre alt. Er übertraf damit den bisherigen Rekordhalter Christopher Plummer, der 82 Jahre alt war, als er 2012 für „Beginners“ als Bester Nebendarsteller ausgezeichnet wurde.
Welche Schauspieler haben Oscars in aufeinanderfolgenden Jahren gewonnen?
Zwei Jahre hintereinander einen Oscar zu gewinnen, ist eine extreme Seltenheit, sogenannte „Back-to-Back“-Siege gelangen bisher nur fünf Schauspielern. Spencer Tracy machte den Anfang (1938 und 1939). Ihm folgte Katharine Hepburn (1968 und 1969). Jason Robards schaffte das Kunststück in der Nebendarsteller-Kategorie (1977 und 1978). In der moderneren Filmgeschichte gelang dies Tom Hanks (1994 für „Philadelphia“ und 1995 für „Forrest Gump“). Den Abschluss dieser kleinen Gruppe bildet Tom Hanks‘ Co-Star aus Philadelphia, Jason Robards, nein, verzeihung, es gibt noch einen weiteren Fall: Luise Rainer, eine deutsche Schauspielerin, gewann die Preise für die Jahre 1936 und 1937.
Haben jemals Schauspieler ihren Oscar abgelehnt?
Ja, das ist bisher zweimal bei den Schauspiel-Oscars vorgekommen. Das berühmteste Beispiel ist Marlon Brando. Er gewann 1973 den Preis als Bester Hauptdarsteller für „Der Pate“. Brando boykottierte die Verleihung und schickte stattdessen die indigene Aktivistin Sacheen Littlefeather auf die Bühne, die in seinem Namen den Preis ablehnte, um gegen die schlechte Behandlung der Native Americans durch die amerikanische Filmindustrie zu protestieren. Zuvor hatte bereits George C. Scott im Jahr 1971 seinen Oscar für „Patton“ abgelehnt, weil er die Preisverleihung als einen reinen „Fleischmarkt“ betrachtete, bei dem Schauspieler unnatürlich gegeneinander ausgespielt werden.