Welcher Film hat die meisten Oscars?

Welcher Film hat die meisten Oscars?

Die Academy Awards, besser bekannt als Oscars, sind die höchste Auszeichnung der Filmwelt. Wenn du dich fragst, welcher Film die meisten Oscars abgeräumt hat, lautet die Antwort: Es gibt einen Gleichstand. Drei monumentale Meisterwerke teilen sich den ewigen Rekord von jeweils elf Oscars: Ben Hur, Titanic und Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs. Lass uns tief in die Geschichte dieser filmischen Meilensteine eintauchen.

Die unangefochtenen Spitzenreiter: Drei Filme, elf Oscars

In der fast einhundertjährigen Geschichte der Academy of Motion Picture Arts and Sciences wurden Tausende von Filmen nominiert, doch nur drei Produktionen haben es geschafft, die magische Grenze von elf gewonnenen Goldjungen zu erreichen. Diese drei Filme stammen aus völlig unterschiedlichen Jahrzehnten und repräsentieren jeweils die Spitze dessen, was in ihrer Zeit technisch und erzählerisch im Kino möglich war. Sie haben nicht nur die Kritiker überzeugt, sondern auch ein gewaltiges Publikum in die Kinosäle gelockt.

Ben Hur (1959)

Der monumentale Historienfilm „Ben Hur“ unter der Regie von William Wyler war der erste Film, der diesen unglaublichen Rekord aufstellte. Zu einer Zeit, als das Fernsehen begann, dem Kino ernsthafte Konkurrenz zu machen, musste Hollywood eine Antwort finden. Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) investierte eine für damalige Verhältnisse astronomische Summe von rund 15 Millionen US-Dollar in dieses Projekt. Das Risiko zahlte sich aus: Der Film rettete das Studio vor dem Bankrott und ging in die Filmgeschichte ein.

Mit Charlton Heston in der Hauptrolle als Judah Ben-Hur erzählt das Epos eine Geschichte von Verrat, Rache und Erlösung vor dem Hintergrund des Römischen Reiches und dem Wirken von Jesus Christus. Besonders das legendäre Wagenrennen, das ohne moderne Computereffekte gedreht wurde, gilt bis heute als eine der spektakulärsten Actionsequenzen der Filmgeschichte. Bei der 32. Oscarverleihung im Jahr 1960 war der Film in zwölf Kategorien nominiert und gewann elf davon. Lediglich in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch musste sich „Ben Hur“ geschlagen geben.

Die gewonnenen Kategorien von Ben Hur:

  • Bester Film
  • Beste Regie (William Wyler)
  • Bester Hauptdarsteller (Charlton Heston)
  • Bester Nebendarsteller (Hugh Griffith)
  • Bestes Szenenbild
  • Beste Kamera (Farbe)
  • Bestes Kostümdesign (Farbe)
  • Beste Spezialeffekte
  • Bester Schnitt
  • Beste Filmmusik
  • Bester Ton

Titanic (1997)

Es dauerte fast vier Jahrzehnte, bis der Rekord von „Ben Hur“ eingestellt wurde. James Camerons romantisches Katastrophendrama „Titanic“ wurde zu einem weltweiten Phänomen. Der Film sprengte nicht nur bei den Produktionskosten alle bisherigen Rahmen (mit einem Budget von rund 200 Millionen US-Dollar), sondern wurde auch zum ersten Film, der weltweit mehr als eine Milliarde US-Dollar an den Kinokassen einspielte.

Die fiktive Liebesgeschichte zwischen dem mittellosen Künstler Jack Dawson (Leonardo DiCaprio) und der aristokratischen Rose DeWitt Bukater (Kate Winslet) vor dem Hintergrund des realen Untergangs der RMS Titanic im Jahr 1912 traf den Nerv der Zeit. Cameron verknüpfte meisterhaft intimes Charakterdrama mit bahnbrechenden visuellen Effekten. Bei der 70. Oscarverleihung im Jahr 1998 zog „Titanic“ mit 14 Nominierungen zunächst mit dem Rekord von „Alles über Eva“ (1950) gleich. Am Ende des Abends nahm das Team elf Oscars mit nach Hause. Interessanterweise gewann der Film keinen einzigen Oscar in den Schauspielkategorien, dominierte dafür aber die technischen Auszeichnungen komplett.

Die gewonnenen Kategorien von Titanic:

  • Bester Film
  • Beste Regie (James Cameron)
  • Bestes Szenenbild
  • Beste Kamera
  • Bestes Kostümdesign
  • Bester Schnitt
  • Beste Original-Filmmusik (Drama)
  • Bester Originalsong („My Heart Will Go On“)
  • Bester Ton
  • Bester Tonschnitt
  • Beste visuelle Effekte

Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs (2003)

Nur sechs Jahre nach „Titanic“ wurde der Rekord erneut erreicht, diesmal durch den epischen Abschluss von Peter Jacksons Mittelerde-Trilogie. „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ schrieb nicht nur Oscar-Geschichte, weil er elf Trophäen gewann, sondern weil er einen makellosen Durchmarsch hinlegte: Der Film war in elf Kategorien nominiert und gewann jede einzelne davon. Diese hundertprozentige Erfolgsquote bei einer so hohen Anzahl an Nominierungen ist bis heute absolut unerreicht.

Der Sieg dieses Films war auch ein historischer Moment für das Genre der Fantasy-Filme. Zuvor wurden Fantasy- und Science-Fiction-Filme von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences oft als reine Unterhaltungskino-Werke abgetan, die höchstens in technischen Kategorien gewürdigt wurden. Mit dem Gewinn der Kategorie „Bester Film“ durchbrach „Die Rückkehr des Königs“ diese unsichtbare Barriere. Viele Kritiker und Branchenkenner betrachten diese Flut an Auszeichnungen auch als späten Tribut für die gigantische Leistung der gesamten Trilogie, die am Stück in Neuseeland gedreht wurde.

Die gewonnenen Kategorien von Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs:

  • Bester Film
  • Beste Regie (Peter Jackson)
  • Bestes adaptiertes Drehbuch
  • Bestes Szenenbild
  • Bestes Kostümdesign
  • Bester Schnitt
  • Bestes Make-up
  • Beste Original-Filmmusik
  • Bester Originalsong („Into the West“)
  • Bester Ton
  • Beste visuelle Effekte

Übersicht der Oscar-Rekordhalter

Um dir einen schnellen Überblick zu verschaffen, fassen wir die Daten der drei absoluten Spitzenreiter in einer übersichtlichen Tabelle zusammen. Hier siehst du direkt das Verhältnis von Nominierungen zu tatsächlichen Gewinnen.

Filmtitel Erscheinungsjahr Regisseur Nominierungen Gewonnene Oscars
Ben Hur 1959 William Wyler 12 11
Titanic 1997 James Cameron 14 11
Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs 2003 Peter Jackson 11 11

Die Magie der 11 Oscars: Welche Kategorien sind entscheidend?

Wenn man die Gewinne dieser drei gigantischen Filme analysiert, fällt ein deutliches Muster auf. Um elf Oscars zu gewinnen, reicht es nicht aus, nur ein gutes Drehbuch oder brillante Schauspieler zu haben. Der Film muss ein technisches Meisterwerk sein. In der Academy gibt es zahlreiche spezialisierte Zweige für Handwerkskünste wie Schnitt, Ton, visuelle Effekte, Kostüme und Szenenbild. Ein Film, der in den zweistelligen Oscar-Bereich vordringen will, muss in all diesen sogenannten Handwerks-Kategorien („Craft Categories“) dominieren.

Auffällig ist zudem, dass großartige Schauspielerleistungen nicht zwingend notwendig sind, um den Gesamt-Rekord zu brechen. Während „Ben Hur“ noch zwei Schauspiel-Oscars verbuchen konnte, gingen „Titanic“ und „Die Rückkehr des Königs“ bei den Darstellern komplett leer aus beziehungsweise wurden für Letzteren nicht einmal nominiert. Die Dominanz in den Bereichen visuelle Effekte, Tonmischung, Kostüm und Szenenbild war bei allen drei Filmen der eigentliche Schlüssel zum Erfolg, gekrönt durch die Auszeichnungen für den Besten Film und die Beste Regie.

Knapp am Rekord vorbei: Filme mit 10 und 9 Oscars

Während die Zahl Elf den absoluten Olymp darstellt, gibt es einige Meisterwerke, die nur haarscharf an diesem Rekord vorbeigeschrammt sind. Auch diese Filme haben die Verleihungen ihrer jeweiligen Jahre absolut dominiert und sich ihren festen Platz im Filmlexikon gesichert.

West Side Story (1961) – 10 Oscars

Das legendäre Musical „West Side Story“, bei dem Robert Wise und Jerome Robbins gemeinsam Regie führten, hält den alleinigen Rekord für den Film mit den zweitmeisten Oscars der Geschichte. Mit zehn goldenen Statuen bei elf Nominierungen ist diese moderne Adaption von Shakespeares Romeo und Julia im New York der 1950er Jahre das erfolgreichste Musical der Oscar-Historie. Der Film gewann unter anderem für den Besten Film, die Beste Regie sowie für die besten Nebendarsteller Rita Moreno und George Chakiris.

Gigi (1958) und Der letzte Kaiser (1987) – 9 Oscars

Gleich zwei Filme teilen sich den Platz mit jeweils neun gewonnenen Oscars, und beide weisen eine fantastische Besonderheit auf: Sie haben genau wie „Die Rückkehr des Königs“ jede einzelne Kategorie gewonnen, in der sie nominiert waren. Das Musical „Gigi“ von Vincente Minnelli triumphierte in den späten 50er Jahren, während Bernardo Bertoluccis visuell atemberaubendes Epos „Der letzte Kaiser“, welches die Geschichte von Puyi, dem letzten Kaiser von China, erzählt, die Verleihung im Jahr 1988 dominierte.

Der englische Patient (1996) – 9 Oscars

Ebenfalls neun Oscars konnte das romantische Kriegsdrama „Der englische Patient“ von Anthony Minghella für sich verbuchen. Bei insgesamt zwölf Nominierungen überzeugte der Film die Academy auf ganzer Linie, unter anderem in den Hauptkategorien für den Besten Film, die Beste Regie und die Beste Nebendarstellerin (Juliette Binoche).

Die Filme mit den meisten Nominierungen

Manchmal sagt die reine Anzahl der gewonnenen Oscars nicht alles über die Qualität und die Rezeption eines Films aus. Viele Nominierungen zu erhalten, ist eine eigene Form der massiven Wertschätzung durch die Academy. Der Rekord für die meisten Oscar-Nominierungen liegt bei vierzehn. Drei Filme teilen sich diesen unglaublichen Rekord, doch sie hatten am Ende des Abends sehr unterschiedliche Ausbeuten.

Der Schwarz-Weiß-Klassiker „Alles über Eva“ aus dem Jahr 1950 war der Pionier und erhielt vierzehn Nominierungen, von denen er sechs gewinnen konnte. Darunter befand sich auch der begehrte Preis für den Besten Film. Fast fünf Jahrzehnte lang blieb dieser Nominierungsrekord unerreicht, bis „Titanic“ im Jahr 1997 ebenfalls vierzehn Nennungen erhielt (und wie oben beschrieben elf gewann).

Der dritte Film im Bunde ist das moderne Musical „La La Land“ von Regisseur Damien Chazelle aus dem Jahr 2016. Auch dieser Film erhielt vierzehn Nominierungen. Trotz dieser massiven Favoritenrolle konnte „La La Land“ am Ende „nur“ sechs Oscars gewinnen. Besonders dramatisch bleibt dieser Film durch die berühmte Panne in Erinnerung, bei der „La La Land“ fälschlicherweise als Bester Film ausgerufen wurde, bevor der Fehler korrigiert und der tatsächliche Gewinner „Moonlight“ bekannt gegeben wurde.

Der Big Five Rekord: Eine andere Art von Oscar-Triumph

Wenn man über Oscar-Rekorde spricht, darf man die sogenannten „Big Five“ nicht unerwähnt lassen. Die Big Five sind die fünf wichtigsten und prestigeträchtigsten Kategorien der Verleihung: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin und Bestes Drehbuch (entweder adaptiert oder Original). Interessanterweise hat keiner der drei Filme mit den elf Oscars diesen Big-Five-Rekord erreicht.

Es ist unfassbar schwer, in all diesen Kernbereichen der Filmkunst gleichzeitig zu dominieren. In der gesamten Geschichte der Academy Awards haben dies nur drei Filme geschafft:

  • Es geschah in einer Nacht (1934): Die charmante Screwball-Komödie von Frank Capra mit Clark Gable und Claudette Colbert begründete diesen Rekord.
  • Einer flog über das Kuckucksnest (1975): Milos Formans brillantes Drama mit Jack Nicholson in der Hauptrolle riss Publikum und Kritiker gleichermaßen mit.
  • Das Schweigen der Lämmer (1991): Jonathan Demmes nervenzerreißender Thriller brach viele Regeln der Oscar-Konventionen. Es ist äußerst selten, dass ein Horror-Thriller als Bester Film ausgezeichnet wird, doch die grandiosen Leistungen von Anthony Hopkins und Jodie Foster machten den Sieg in den Big Five perfekt.

Warum gewinnen heute selten Filme so viele Oscars?

Vielleicht fällt dir auf, dass der letzte Rekord von „Der Herr der Ringe“ aus dem Jahr 2003 stammt. In den letzten zwei Jahrzehnten hat kein Film mehr die Grenze von acht oder neun Oscars durchbrochen, geschweige denn elf. Dafür gibt es strukturelle und brancheninterne Gründe.

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat ihre Mitgliedschaft in den letzten Jahren drastisch erweitert und diversifiziert. Mehr Mitglieder aus unterschiedlichen Ländern und Altersgruppen führen zu einem breiteren Geschmacksspektrum. Das Wahlsystem für den Besten Film wurde auf ein Präferenzwahlsystem (Ranked Choice Voting) umgestellt, was oft Konsensfilme bevorzugt, die von vielen gemocht werden, anstatt Polarisierungen zu fördern.

Zudem haben sich die handwerklichen Qualitäten im Kino gewandelt. Die technischen Preise teilen sich heutzutage oft hochspezialisierte Blockbuster untereinander auf (wie Filme aus dem Marvel-Universum, Dune oder Avatar), während die Auszeichnungen für Drehbuch, Regie und Schauspiel häufig an kleinere, intime Independent-Filme gehen. Dieser „Split“ der Preise macht es heutzutage fast unmöglich, dass ein einzelner Film eine Verleihung so restlos dominiert wie einst „Ben Hur“ oder „Titanic“. Ein Film muss heute einen universellen, generationenübergreifenden Konsens bilden, um in allen Zweigen der Academy auf Platz eins gewählt zu werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welcher Schauspieler hat die meisten Oscars?

Bei den Schauspielern hält die legendäre Katharine Hepburn den Rekord. Sie gewann insgesamt vier Oscars, alle in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin. Bei den Männern hält Daniel Day-Lewis den Rekord für die meisten Auszeichnungen als Bester Hauptdarsteller mit drei Trophäen. Jack Nicholson und Walter Brennan haben ebenfalls jeweils drei Oscars gewonnen, allerdings gemischt in Haupt- und Nebenrollen. Meryl Streep hält zudem den Rekord für die meisten Schauspiel-Nominierungen (insgesamt 21) und konnte bisher drei Oscars gewinnen.

Welcher Regisseur hat die meisten Oscars?

Der Regisseur mit den meisten Academy Awards ist John Ford. Er gewann viermal den Oscar für die Beste Regie für die Filme „Der Verräter“ (1935), „Früchte des Zorns“ (1940), „Schlagende Wetter“ (1941) und „Der Sieger“ (1952). Dicht dahinter folgen Frank Capra und William Wyler mit jeweils drei Auszeichnungen für die beste Regieleistung.

Gibt es Filme, die alle ihre Nominierungen gewonnen haben?

Ja, dieses Kunststück wird oft als „Clean Sweep“ bezeichnet. Der absolute Spitzenreiter in dieser Hinsicht ist „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“, der 11 Nominierungen hatte und 11 Oscars gewann. Weitere beeindruckende Beispiele sind „Gigi“ (9 von 9) und „Der letzte Kaiser“ (9 von 9).

Welcher Film hat die meisten Oscars ohne die Auszeichnung als Bester Film?

Dieser etwas bittere Rekord geht an das Musical „Cabaret“ aus dem Jahr 1972. Der Film unter der Regie von Bob Fosse, mit Liza Minnelli in der Hauptrolle, räumte insgesamt acht Oscars ab. Bei der Auszeichnung für den Besten Film musste sich „Cabaret“ jedoch einem übermächtigen Gegner geschlagen geben: Dem legendären Mafia-Epos „Der Pate“ von Francis Ford Coppola.

Welches Franchise hat insgesamt die meisten Oscars gewonnen?

Wenn man Filmreihen und Franchises betrachtet, hat das „Herr der Ringe“-Universum einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die ursprüngliche Trilogie gewann zusammen 17 Oscars. Allerdings hält das „Star Wars“-Franchise stark dagegen, wenn man alle Spezial-Oscars (Special Achievement Awards) und die technischen Auszeichnungen der gesamten Skywalker-Saga zusammenzählt. Auch das Marvel Cinematic Universe (MCU) sammelt regelmäßig Nominierungen, gewinnt diese jedoch vorwiegend in technischen Kategorien wie den besten visuellen Effekten oder dem besten Kostümdesign (wie bei „Black Panther“, der als einziger MCU-Film drei Oscars gewinnen konnte und als Bester Film nominiert war).

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