Zwei ungleiche Schwestern

    Aus Film-Lexikon.de

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    Louise, eine lebenslustige Kosmetikerin aus der Provinz kommt nach Paris, um ihre Schwester zu besuchen, aber auch, um einen Verleger zu treffen. Denn die Mittdreißigerin weiß nun endlich was sie will: Romane veröffentlichen und vom Schreiben leben! Natürlich geht es in ihrem Erstlingswerk um ihre eigene Beziehung zu der Liebe ihres Lebens, zu dem "richtigen Mann". Nervös, überspannt, aber auch voller freudiger Erwartung steigt sie aus dem Zug.

    Da hat Martine, ihre großbürgerliche und vom Leben frustrierte ältere Schwester, bereits einen enervierenden Morgen hinter sich: ihr Mann hatte durch lautes Atmen die Frühstücksruhe zerstört, der Sohn beim Abschiedskuss keine Rücksicht auf ihren ständig schmerzenden Nacken genommen und hätte das Dienstmädchen sie nicht erinnert, dann hätte sie auch noch die Ankunft ihrer Schwester vergessen! Und die hat sich ausgerechnet für den heutigen Samstag angekündigt, wo jeder Pariser weiß, dass man dann partout keinen Parkplatz findet!

    Martines Freude auf ein Wiedersehen mit der Schwester hält sich in engen Grenzen, hektisch und übellaunig fährt sie zum Bahnhof. Noch bevor die beiden aufeinander treffen ist klar: diese Schwestern trennen Welten! Es folgen drei Tage, in denen die überschwängliche Louise die unterkühlte, ständig auf ihre gesellschaftliche Stellung bedachte Martine auf eine schwere Probe stellt.

    Schließlich muss sich Martine, am Rande mehrerer Nervenzusammenbrüche, von ihrem Mann und ihren besten Freundinnen betrogen, die Frage nach dem Sinn ihres Lebens und nach der Gültigkeit ihrer Werte stellen. Auch an Louise geht diese schwesterliche tour de force nicht spurlos vorüber - als sie einsam und bedrückt die Rückreise antritt, da steht sie vielleicht am Anfang einer Karriere als Schriftstellerin, aber ihre Schwester scheint sie für immer verloren zu haben ...



    Filmstab

    Regie Alexandra Leclère
    Drehbuch Alexandra Leclère
    Kamera Michel Amathieu
    Schnitt Hervé de Luze, Jaqueline Mariani
    Musik Philippe Sarde
    Produktion Philippe Godeau

    Darsteller

    Sophie Brigitte Catillon
    Martine Isabelle Huppert
    Louise Catherine Frot
    Pierre François Berléand
    Richard Michel Vuillermoz
    Géraldine Christiane Millet
    Fernanda Rose Thiery
    Charles Bruno Chiche
    Editeur Jean-Philippe Puymartin
    Hôtesse accueil Editeur Aurore Auteuil
    Alexandre Antoine Beaufils

    Kritiken

    film-dienst 17/2005: Ein großartig gespielter Film mit teils geschliffenen Dialogen, deren Regisseurin jedoch keine Position bezieht, sondern größeren Wert auf eine reibungslose Inszenierung legt. Da der tristen Alltagsanalyse keine Konsequenzen folgen, bleibt der Film in einer merkwürdigen Schwebe.