Wir waren Helden

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    Obwohl Lt. Col. Hal G. Moore als erfahrener Militär-Stratege einzuschätzen vermag, dass er fast chancenlos in das "La Drang Tal" (genannt Valley of the Shadow of Death) geschickt wird, bleibt ihm nichts anderes übrig, als seine Männer auf Vietnam vorzubereiten. Doch selbst er ist nicht auf die folgende Kamikaze-Mission vorbereitet, die er und seine 400 Männer des Ersten Bataillons der Siebten Kavallerie auszuführen haben. Einmal auf fremdem Boden gelandet, wird jeder Plan, jedes politische Kalkül umgehend pulverisiert und alle ursprünglichen Befürchtungen Moores erweisen sich als untertrieben. Bei aller taktischen Raffinesse, mit der sich Moore und sein vietnamesischer Widerpart als Schlachtenlenker weiter ihr Fernduell liefern müssen, scheint es hier irgendwann kaum noch um Sieg oder Niederlage zu gehen. Das eigene Leben schützen und das der Männer, die ringsum im Dschungel kauern. Gleichgültig, ob voller Heldenmut oder Todesangst.



    Filmstab

    Regie Randall Wallace
    Drehbuch Randall Wallace
    Vorlage basierend auf der Vorlage von Joseph L. Galloway, Harold G. Moore
    Kamera Dean Semler
    Schnitt William Hoy
    Musik Nick Glennie-Smith
    Produktion Bruce Davey, Stephen McEveety, Randall Wallace

    Darsteller

    Sergeant Major Basil Plumley Sam Elliott
    Lt. Colonel Hal Moore Mel Gibson
    Julie Moore Madeleine Stowe
    Major Bruce "Snakeshit" Crandall Greg Kinnear
    2nd Lieutenant Jack Geoghegan Chris Klein
    Joseph Galloway Barry Pepper
    Barbara Geoghegan Keri Russell
    Sergeant Ernie Savage Ryan Hurst
    Captain Tony Nadal Jsu Garcia
    2nd Lieutenant Henry Herrick Marc Blucas

    Kritiken

    Rüdiger Rapke (TV-Movie) 2002-14: Zerfetzte Leiber, verbranntes Fleisch - "Wir waren Helden" zeigt über 80 Minuten lang in fotorealistischer Manier das grausame gesicht des Krieges. Ganz ohne Frage eine filmische Glanzleistung, die allerdings getrübt wird durch patriotische Sätze wie: "Ich bin froh, dass ich für mein Land sterben kann." Es wäre jedoch unfair, den Film von "Braveheart"-Drehbuchautor Randall Wallace als sentimentales machwerk abzutun: Denn zum einen ist Gibsons liberaler Colonel Moore kein Kriegstreiber. Zum anderen unternimmt erstmals ein Hollywood-Film über den Vietnamkrieg den Versuch, auch der anderen Seite Gefühle zuzugestehen: Angst und Trauer sind nicht länger nur den Amerikanern vorbehalten.

    Kultur Spiegel 2002-07: Übler Vietnam-Revisionsmus des Autors von "Braveheart" und "Pearl Harbor". Eine derart klischeetriefende, plumpe und in ihrer ideologischen Dreistigkeit unfreiwillig komische Frontschwein-Hymne war wohl seit John Waynes "Die grünen Teufel" von 1968 nicht mehr zu sehen.

    Rhein-Zeitung 2002-07-05: "Wir waren Helden" bezieht sich auf die Erinnerungen, die der reale Lieutenant Colonel Harold G. Moore zusammen mit dem damals vor Ort befindlichen Kriegsreporter Joe Galloway verfasst hat. Der dokumantarische Wert dieses Buches dürfte unbestritten sein. Aber was Regisseur und Drehbuchautor Randall Wallace sowie Gibson dazu veranlasst hat, daraus einen ebenso konventionellen wie in der Tendenz einseitigen Kriegsfilm zu machen, bleibt unerfindlich.