Wie Feuer und Flamme

    Aus Film-Lexikon.de

    Berlin. Die Mauerstadt. 1982. Nele ist 17, geboren und aufgewachsen in West-Berlin. Mit der Mauer. Doch die ist für sie so normal, dass Nele sie gar nicht mehr wahrnimmt. Alles, was dahinter liegt, ist nur grau und leer. Bis sie zur Beerdigung ihrer Oma erstmals die andere Seite des "eisernen Vorhangs" betritt und Captain kennenlernt. Denn Captain ist anders. Ein kurzer Moment, ein intensiver Blickwechsel - für Nele ist es Liebe auf den ersten Blick.

    Aber Captain lebt in einer anderen Welt, denn er ist nicht nur Ost-Berliner, sondern auch Punk. Aber eben auch der süßeste Typ, in den sich Nele je verknallt hat. Die "Wessi-Tussi" und der "Ost-Rebell" sind sofort Feuer und Flamme füreinander. Doch in der geteilten Stadt scheint ihre große Liebe ohne Chance. Zwei Teenager gegen den Rest der Welt: Captains Vater kann das Mädchen aus dem Westen nicht akzeptieren, seine Clique ist misstrauisch und Neles beste Freundin eifersüchtig.

    Ihr gefährlichster Feind aber ist die Stasi, die Captain und seine Band als Staatsfeinde ins Visier genommen hat. Nach einer Razzia wird Nele aus der DDR ausgewiesen - ohne jede Hoffnung, Captain jemals wiederzusehen. Doch als sie erfährt, dass er verhaftet wurde, sucht sie verzweifelt nach einem Weg heimlich zurück in den Osten - nach einem Weg, ihre große Liebe zu retten.



    Filmstab

    Regie Connie Walther
    Drehbuch Natja Brunckhorst
    Kamera Peter Nix
    Schnitt Ewa J. Lind
    Produktion Maria Köpf, Stefan Arndt

    Darsteller

    Hacki Tim Sander
    Nele Anna Bertheau
    Captain Antonio Wannek
    Meise Aaron Hildebrand
    Tremmel Michael Krabbe
    Bax Luise Helm
    Kopfi Carmen Birk
    Anya Nora Tschirner
    Paul, Neles Vater Andreas Hoppe
    Captains Vater Hermann Beyer

    Kritiken

    film-dienst 2001-06-05: Erinnerungen an eine deutsch-deutsche Liebesgeschichte in den 80er-Jahren, die eine junge Frau, Tochter aus einer West-Berliner Lehrerfamilie, mit einem Ost-Berliner Punk durchleidet. Die an sich spannende und authentische Geschichte erschöpft sich in einer Anhäufung von Klischees und kann dem Aufeinanderprallen zweier Berliner Subkulturen keinen sonderlichen Zeiz abgewinnen.Da auch die Hauptpersonen. in ihren Rollenklischees gefangen sind, verstärkt sich der Eindruck einer politisierten Kolportage ohne dramaturgische Geschlossenheit.

    Cinema 2001-06: 1982: Als ein Ost-Berliner Punker sich in eine Wessi-Göre verknallt, bricht für seine Gang eine Welt zusammen, die Mauer aber leider nicht. Überfrachtete Love-Story, die viel will, aber nichts wirklich erreicht.