Wenn Träume fliegen lernen

    Aus Film-Lexikon.de

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    Der erfolgreiche schottische Autor J. M. Barrie muss miterleben, wie sein neuestes Theaterstück im London der Jahrhundertwende sowohl bei den Kritikern als auch beim Publikum durchfällt. Barrie braucht dringend Inspiration, und die findet er unerwartet eines Tages im Park, als er die Bekanntschaft der Llewelyn-Davies-Familie macht: vier vaterlose Jungen und ihre bezaubernde, seit kurzem verwitwete Mutter Sylvia.

    Gegen den Willen von Sylvias strenger Mutter und die Vorbehalte seiner eigenen Frau freundet sich Barrie mit der Familie an. Die Spiele mit den Jungen, für die er die fantastische Welt Nimmerland erschafft, und ihre unermüdliche Abenteuerlust inspirieren ihn zu seinem gewagtesten Stück, das ihn weltberühmt machen wird: zu dem Meisterwerk "Peter Pan".

    Zunächst ist das Theater, das seine Stücke spielt, skeptisch. Während sein loyaler Produzent Charles Frohman fürchtet, dass er bei dieser "Kinder-Fantasterei" sein letztes Hemd verspielt, beginnt Barrie mit den Proben - und schockiert die Schauspieler mit nie Dagewesenem, etwa den Forderungen, über die Bühne zu fliegen, mit Feen zu sprechen, die aus Licht bestehen, und im Hunde- oder Krokodilskostüm aufzutreten.

    Aber der fantastische Erfolg der Premiere gibt ihm Recht. Das Publikum ist bereit für "Peter Pan", bereit, an seine Imagination zu glauben. Doch dann verlangt ein tragischer Schicksalsschlag von Barrie und denen, die er liebt, zu verstehen, was es wirklich heißt zu glauben ...



    Filmstab

    Regie Marc Forster
    Drehbuch David Magee
    Vorlage Theaterstück 'The Man Who Was Peter Pan' von Allan Knee
    Kamera Roberto Schaefer
    Schnitt Matt Chesse
    Musik Jan A. P. Kaczmarek
    Produktion Richard N. Gladstein, Nellie Bellflower

    Darsteller

    Sir James Matthew Barrie Johnny Depp
    Sylvia Llewelyn Davies Kate Winslet
    Mrs. Emma du Maurier Julie Christie
    Mary Ansell Barrie Radha Mitchell
    Charles Frohman Dustin Hoffman
    Peter Llewelyn Davies Freddie Highmore
    Jack Llewelyn Davies Joe Prospero
    Michael Llewelyn Davies Luke Spill
    George Llewelyn Davies Nick Roud
    Sir Arthur Conan Doyle Ian Hart
    Peter Pan Kelly Macdonald
    Mr. Jaspers-Usher Mackenzie Crook

    Kritiken

    Dirk Jasper: Die grenzenlose Vorstellungskraft des Mannes, der "Peter Pan" schuf, und die Bedeutung, die seine Reise ins Land der Fantasie weltweit auslöste, fallen in dieser emotionalen Erzählung zusammen, die von wirklichen Ereignissen im Leben des schottischen Schriftstellers James Mathew Barrie inspiriert ist. Regisseur Marc Forster ("Monster's Ball") und eine Reihe der besten Schauspieler unserer Zeit, darunter Johnny Depp, Kate Winslet, Dustin Hoffman und Julie Christie, werfen einen fiktionalen Blick auf die Entstehung von "Peter Pan", dem Klassiker der Kinderliteratur schlechthin. Wenn Träume fliegen lernen handelt ebenso von fantastischen Welten wie von den Realitäten des Alltags, verbindet die Probleme und den Herzschmerz des Erwachsenenlebens mit der überwältigenden kindlichen Unschuld des Jungen, der niemals erwachsen wird. Eine Geschichte über die Macht der Kreativität, die direkt das Kind in jedem von uns anspricht.

    Maria Antonion (Rhein-Zeitung 11. Februar 2005): Wenn Träume fliegen lernen lebt von Hauptdarsteller Johnny Depp und sehr schönen Bildern. Johnny Depp überzeugt in der Rolle des verträumten Autors Barrie, der wie seine Hauptfigur Peter Pan selbst nicht erwachsen werden wollte. Quasi auf den Leib geschrieben ist dem leidenschaftlichen Vater Johnny Depp der Part des väterlichen Freundes. Regisseur Marc Forster ist mit Wenn Träume fliegen lernen ein echtes Wintermärchen gelungen. dass die Geschichte zum Schluss etwas arg ins Kitschige abdriftet, mag man darum verzeihen. Natürlich setzt der Film auch auf sein Starensemble - allen voran Kate Winslet als aufopfernde Mutter. Aber alle Darsteller spielen im Schatten von Johnny Depp.

    film-dienst 03/2005: Das unterhaltsame Drama nach einer Theatervorlage hält sich vage an Barries Biografie und handelt von der Macht der Fantasie, die selbst unter engen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen immer wieder wirkungsvoll die Grenzen der Wirklichkeitsebenen überschreitet. Zwar etwas beschaulich, aber dank einfühlsam agierender Darsteller ein ebenso fesselndes wie amüsantes Vergnügen.

    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Name
    Oscar.jpg 2004 Beste Filmmusik Jan A.P. Kaczmarek
    nom 2004 Bester Film Richard N. Gladstein, Nellie Bellflower
    nom 2004 Bester Hauptdarsteller Johnny Depp
    nom 2004 Bestes adaptiertes Drehbuch David Magee (Screenplay)
    nom 2004 Bestes Szenenbild Gemma Jackson (Art Direction), Trisha Edwards (Set Decoration)
    nom 2004 Bester Schnitt Matt Chesse
    nom 2004 Bestes Kostümdesign Alexandra Byrne


    Wertungen

    1.9 Sterne
    9 Bewertungen
    Original Finding Neverland
    Jahr/Land 2004 / USA
    Genre Drama
    Film-Verleih Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH
    Laufzeit 101 Minuten
    Kinostart 10. Februar 2005