Weltmarktführer - Die Geschichte des Tan Siekmann

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    Er galt als der deutsche Bill Gates. Mit seiner Firma Biodata erlebte er einen kometenhaften Aufstieg. Weltmarktführerschaft war sein Ziel. Internationale Fernsehsender rissen sich um Interviews, Politiker ließen sich gern mit dem Börsenwunderkind ablichten, Investmentbanker rannten ihm die Tür ein.

    "Weltmarktführer" porträtiert den Konzernchef und Idealisten Tan Siekmann, dessen wechselvolle Karriere exemplarisch für den Zusammenbruch der „New Economy“ in Deutschland steht. Was damals passierte, kann er sich heute nicht mehr vorstellen.

    Klaus Stern erzählt die Geschichte des visionären Mannes und seiner Firma, die sich auf ISDN-Datenverschlüsselung spezialisierte, nach dem tiefen Fall. Mehr als ein Jahr lang begleitet er Siekmann nach der Pleite mit der Biodata AG bei seinem Neuanfang und auf dem Weg zur neuen Weltmarktführerschaft.

    Wir folgen ihm zum ehemaligen Firmensitz Burg Lichtenfels im Nordhessischen, zu potentiellen großen Deals, die nie zustande kommen, erleben, wie er auf Betriebsversammlungen Mitarbeiter vertröstet, die seit Monaten auf ihr Gehalt warten, während der Porscheliebhaber Siekmann auf der Automesse Probe sitzt.

    Trotz Misserfolgen und Widrigkeiten verfolgt Tan Siekmann mit notorischem Optimismus seinen Kurs unbeirrt weiter. In der Hoffnung auf den nächsten großen Auftrag.



    Filmstab

    Regie Klaus Stern
    Kamera Harald Schmuck, Frank Reimann, Markus Zuckermann
    Musik Michael Kadelbach, Robin Proper-Sheppard, Sophia
    Produktion Klaus Stern

    Darsteller

    Tan Siekmann Tan Siekmann

    Kritiken

    Waldecksche Landeszeitung, 20. November 2004: Diese gespaltene Persönlichkeit eines hellen Kopfes trägt den Film, verleiht Spannung und setzt beim Zuschauer Emotionen frei. Mit geschickter Dramaturgie springt Stern in den Zeiten hin und her, die die damalige Euphorie und die heutige Tristesse am Standort Deutschland vor Augen führt. Siekmann lässt den Filmemacher so nah an sich heran, dass manche Szenen Spielfilmcharakter erhalten. Hollywood hätte (...) es auch nicht besser inszenieren können. (...) Der Film öffnet viele Schubladen, wo man Tan Siekmann ablegen kann: Traumtänzer, Visionär, Lebemann, Genie, Spinner. Stern gelungenes Werk zeigt aber auch einen Menschen, der nie den Glauben an sich selbst verliert und davon besessen ist, seine Ideen umzusetzen. (...) Beeindruckendes Werk.

    Der Spiegel, 16. August 2004: Das erste deutsche 90-Minuten-Werk über das Ende der Jugendbewegung, die New Economy hieß. [...] Eine Groteske über die Spätfolgen des Börsenwahns. Ein Film über ihn, Tan Siekmann [...]. Der Autor Klaus Stern gilt als Spezialist für hybride Typen und bekam für einen Film über Andreas Baader den Deutschen Fernsehpreis [...]. Stern kommt dem Protagonisten nah, sehr nah. Auf die Schulter klopft er ihm nie.

    Hessisch Niedersächsische Allgemeine, 11. November 2004: Stern hat sich viel Zeit genommen. Über ein Jahr hat er immer wieder gedreht, sodass die Akteure die Kamera irgendwann vergessen hatten. Belegschaft, Geschäftsführer und Chef Tan Siekmann äußern sich deshalb erstaunlich offen.


    Wertungen

    2 Sterne
    4 Bewertungen
    Original -
    Jahr/Land 2004 / Deutschland
    Genre Dokumentarfilm
    Film-Verleih Real Fiction
    Laufzeit 94 Minuten
    Kinostart 03. Februar 2005