Was ist eigentlich ein Anamorphot?

    Aus Film-Lexikon.de

    Mit der Linse wird das Bild optisch "gestaucht", um den ganzen Filmbereich abzudecken.
    Entzerrtes Bild einer CinemaScope-Aufnahme. So sieht das obige Bildbeispiel bei der Projektion auf der Leinwand aus.

    Der Begriff Anamorphot kommt aus dem Bereich Optik. Er bezeichnet ein Linsensystem, dass eine anamorphe Abbildung erzeugt. Die anamorphe Abbildung ist in der Höhe unverändert, in der Breite jedoch gestaucht. Doch wozu ist ein System wie CinemaScope nützlich, wo wird es praktisch angewandt?

    Die Geschichte der Anamorphoten

    Schon in der Renaissance waren anamorphe Linsen bekannt: Bilder wurden so gemalt, dass sie erst nach der Abbildung durch einen Anamorphoten entzerrt dargestellt werden. Der Technik der anamorphen Abbildung gelang jedoch erst Mitte des 20. Jahrhunderts der Durchbruch. Damals verbreiteten sich Fernsehgeräte zusehends und den Kinos gingen die Besucher verloren.

    Neue Techniken sollten dem Besucherschwund entgegen wirken. Neben ersten Versuchen in der 3D-Technik, rückte auch das Breitbild-Format in das Visier der Bemühungen. Mit dem Eidophor-Verfahren war es schnell möglich, Fernsehbilder in das Kino zu holen. Mittels Anamorphot wurde das Eidophor-Verfahren so erweitert, dass sehr einfach Filme im Breitbild-Format auf der Kinoleinwand gezeigt werden konnten. Diese Vorgehensweise war und ist eine sehr einfache und zudem kostengünstige Möglichkeit, aus einem Normalbild ein Breitbild zu machen.

    Anamorphe Linsen und deren Vorteile

    Noch heute findet die anamorphe Technik im CinemaScope-Verfahren Anwendung. Natürlich gibt es heute andere Techniken, mit denen man das den Zuschauern bekannte Format Cinemascope von 2,35:1 aufnehmen und darstellen kann. Anamorphe Linsen haben jedoch viele Vorteile: Es werden alle verfügbaren Pixel genutzt, um ein Bild darzustellen, immerhin 33 Prozent mehr Pixel als mit anderen Verfahren. Schärfe, Detail und Helligkeit können so höher sein als beispielsweise beim Letterbox-Format.

    Sowohl Projektionsabstand als auch Betrachtungsabstände können mittels Anamorphot geringer sein, auch hier weil auf gleicher Fläche mehr Pixel gezeigt werden. Natürlich hat das anamorphe Verfahren auch Nachteile, wie beispielsweise eine veränderte Bildgeometrie. Objekten können leicht verzerrt wirken. Die neuen Entwicklungen im Bereich der anamorphen Objektive sorgen aber dafür, dass dieser Effekt kaum noch auftritt.