Wag The Dog

    Aus Film-Lexikon.de

    Selbst dem demokratischsten Bürger wird einleuchten, daß ein Sexskandal nicht von Vorteil für den US-Präsidenten ist. Andererseits sind Schlammschlachten im Wahlkampf beliebter als politische Diskussionen, und die Medien wollen schließlich auch ihren Spaß haben. Doch gemach. Bei derlei Bedrohungen der nationalen Sicherheit holt der erste Mann im Staat seinen besten Strategen zu Hilfe. Conrad Brean, mächtiger Manipulator und schmunzelnder Scharfmacher, der erst mal Gerüchte über Einsätze von erfundenen B-3-Bombern in die Welt setzt, um diese sofort dementieren zu lassen. So leicht versetzt man die Welt in Aufruhr. Große Krisen lenken von kleinen Indiskretionen ab. Da staunt auch die präsidiale Beraterin Winifred Ames. Um die Nachrichten freilich auf Trab zu halten, muß noch ein Krieg mit Albanien her. Warum Albanien? Warum nicht? So wird der flamboyante, egomane Hollywood-Produzent Stanley Motss angeheuert, um einen typischen TV-Krieg der Neunziger zu inszenieren - mit bewegten Bildern, patriotischen Parolen und allem, was noch zu gutem Marketing gehört. Man stelle sich also mal vor, es ist kein Krieg und alle sehen hin! Da mögen sich CIA und Opposition noch so sehr erregen. Wenn die Einschaltquoten und Popularitätskurven des Weißen Hauses sinken, wird für die Volksseele eben ein Army-Held kreiert - der sich ruhig als nonnenschändender Psychopath erweisen darf. Mit Politik, Moral und anderen Spezialeffekten ist alles machbar. Nur Motss, der zunehmend auf Nennung seines Produzenten-Credits drängt, könnte sich allmählich als Problem erweisen. Aber nicht für Conrad Breans ...



    Filmstab

    Regie Barry Levinson
    Drehbuch David Mamet, Hilary Henkin
    Vorlage Roman "American Hero" von Larry Beinharts
    Kamera Robert Richardson
    Schnitt Stu Linder
    Musik Mark Knopfler, Willie Nelson
    Produktion Barry Levinson, Robert de Niro, Jane Rosenthal für Tribeca / Baltimore Pictures / Punch Production

    Darsteller

    Stanley Motss Dustin Hoffman
    Conrad Brean Robert De Niro
    Winifred Ames Anne Heche
    Sgt. William Schumann Woody Harrelson
    Fad King Denis Leary
    Johnny Green Willie Nelson
    Mr. Young William H. Macy
    Liz Butsky Andrea Martin
    Tracy Lime Kirsten Dunst
    Grace Suzie Plakson
    Senator Neal Craig T. Nelson

    Kritiken

    film-dienst 06/1998: Eine sehr vergnügliche schwarze Komödie, die sich mit der Macht der Medien und der Manipulierbarkeit der Öffentlichkeit auseinandersetzt, deren fiktionaler Gehalt von der Realität eingeholt wurde. Getragen von guten Darstellern, regt sie zum Nachdenken über die Machtmechanismen der Gegenwart und eine noch verstärkt mediengesteuerte Zukunft an.

    TV Today 07/1998: Bill Clinton läßt sich gern mal Hollywoodfilme im Weißen Haus vorführen. Hier verzichtete er.

    TV Spielfilm 07/1998: Das alles könnte durchaus wahr sein.

    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Name
    nom 1997 Bester Hauptdarsteller Dustin Hoffman
    nom 1997 Bestes adaptiertes Drehbuch Hilary Henkin, David Mamet