Vom Himmel hoch

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    Der junge Bauer Jérôme verläßt kurz vor Weihnachten den hochverschuldeten Hof seiner Eltern, um in der Großstadt Arbeit zu suchen. Er hat Glück, findet einen Job bei der Stadtverwaltung und darf Tannenbäume mit Lichterketten schmücken. Doch dann kommt eine Anweisung von oben - Bettler werden nicht mehr vor den weihnachtlichen Schaufenstern geduldet. Und Jérôme wird "befördert": Nun muß er mit einem Kollegen Obdachlose einsammeln, sie zwangsweise in Busse setzen und irgendwo auf freiem Feld weit draußen vor der Stadt abladen. Dabei hatte Jérôme sich gerade privat mit einem Obdachlosen, dem stolzen und exzentrischen La Chignole, angefreundet. Dann taucht noch die junge Journalistin Marthe auf, die von den skandalösen Praktiken der Stadtverwaltung Wind bekommen hat und in die Jérôme sich heimlich verliebt. Er gerät zwischen alle Fronten…



    Filmstab

    Regie Eric Guirado
    Drehbuch Eric Guirado
    Kamera Thierry Godefroy
    Schnitt Ludo Troch, Christian Cuilleron
    Musik Philippe Poirier, Sylvain Freyermuth
    Produktion Harpo Films (Paris)

    Darsteller

    Jérôme Benoit Giros
    La Chignole Serge Riaboukine
    Marthe Ludmilla Ruoso
    Lucien Jean-François Gallotte
    Catherine, Luciens Frau Anne Coesens
    Corinne Valérie Moreau
    Jérômes Mutter Colette Emmanuelle
    Chefredakteur Bernard Cupillard

    Kritiken

    Schnitt, 4/04: Hoch vom Himmel her nähert sich die Kamera der verlotterten Farm irgendwo in der französischen Provinz, bis sie auf Augenhöhe bei dem jungen Bauern Jérôme angelangt ist. Und so zufällig sie auf ihn stößt, als er in die Stadt aufbricht, so unbemerkt zieht sie sich am Ende wieder zurück, den Blick freigebend über die winterlichen Felder, in die Jérôme heimgekehrt ist. Eric Guirado bewahrt die Dezenz, die in dieser Annäherung und Abkehr liegt, sein gesamtes Spielfilmdebut hindurch. Die Erzählung verbindet leichtfüßig sozialkritischen Kommentar und persönliches Porträt. Thierry Godefroy steuert dazu die entsprechenden Bilder bei. Selbst in der verregnet-kalten Stadt spürt er noch warme Farben und lichte Orte auf, um das dokumentarische Moment mit dem subjektiven zu durchbrechen.

    Kairos Film: Unterhaltsam, spannend und einfühlsam erzählt Eric Guirados vielgelobter Debutfilm von einem jungen Mann, der eine existientielle Entscheidung treffen muss. Ein Film über menschliche Solidarität, basierend auf realen Ereignissen. Er zeigt eine Seite von Frankreich und ein Milieu, das man sonst kaum auf der Leinwand zu sehen bekommt. Aktuelles, junges französisches Kino.


    Wertungen

    0 Sterne
    0 Bewertungen
    Original Quand tu descendras du ciel
    Jahr/Land 2003 / Frankreich, Belgien
    Genre Drama
    Film-Verleih Kairos
    Laufzeit 100 Minuten
    Kinostart 16. Dezember 2004