Viehjud Levi

    Aus Film-Lexikon.de

    Nicht nur die Geschäfte führen den alteingesessenen Viehhändler Levi im Frühling des Jahres 1933 in das abgelegene Tal im Schwarzwald. Er will Lisbeth, die Tochter des Horgerbauern, zur Frau gewinnen. Doch das Tal hat sich verändert. Mit dem Berliner Ingenieur Kohler und seinem Bautrupp, der den eingestürzten Eisenbahntunnel reparieren soll, hat ein neuer Geist Einzug gehalten. Im Wirtshaus lärmt der Volksempfänger, den Stammtisch ziert ein Nazi-Fähnchen. Aus dem Viehhändler Levi wird der Jude, der Viehjude. Allein Lisbeth hält ihm die Treue ...



    Filmstab

    Regie Didi Danquart
    Drehbuch Didi Danquart, Martina Döcker
    Vorlage Theaterstück "Viehjud Levi" von Thomas Strittmatter
    Kamera Johann Feindt
    Schnitt Katja Dringenberg
    Musik Cornelius Schwehr
    Produktion Martin Hagemann für zero film

    Darsteller

    Hinke-Karle Stefan Merki
    Benjamin Levi Bruno Cathomas
    Lisbeth Horger Caroline Ebner
    Paul Braxmaier Bernd Lade
    Fräulein Neuner Martina Gedeck
    Ingenieur Kohler Ulrich Noethen
    Kreszenz Horger Eva Mattes
    Andreas Horger Gerhard Olschewski
    Knecht Marties Günter Knecht
    Buckel-Philipp Peter Luppa
    Bahnarbeiter Wolfgang Bachofner
    Wirt Obergfäll Alexander May

    Kritiken

    taz - Die Tageszeitung: Danquart erzählt mehr über das Damals als viele Dokumentarfilme, aber auch genug über das Heute. Dafür hat er in seinem ersten Spielfilm fürs Kino berückend schöne Bilder des Schwarzwalds gefunden. Die Dialoge sind niemals geschwätzig und treffen punktgenau. Großes Erzählkino!

    Berliner Zeitung: Didi Danquart weiß um die emotionale Sogkraft seiner Bilder und ist so bescheiden, dass er die sich permanent verengende Beklemmung immer wieder aufbricht. Nach jeder neuen Stufe des Schlimmer-Werdens kommt ein milderndes, ein erleichterndes Bild. Der Film schreitet mit lakonischer Leichtigkeit auf sein Ende zu, das er dann nicht einmal nötig hat zu zeigen. Für den Zuschauer bedeutet das: Er sieht mit zwei unterschiedlichen Augen. Mit einem mitfühlenden und mit einem analysierenden. Er kann sich auf keine der beiden Seiten retten.

    Frankfurter Rundschau: Ulrich Noethen), der Überzeugungstäter und der neu in der Wolfswolle Gefärbten, spricht ebenso für den Film wie der Versuch, Lisbeths Widerstand und Levis Flucht ins Ungewisse dem tödlichen Ausgang des Dramas entgegenzusetzen.


    Wertungen

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    Jahr/Land 1999 / Deutschland, Schweiz, Österreich
    Genre Drama
    FSK ab 6 Jahre
    Laufzeit 94 Minuten
    Kinostart 30. September 1999