Vicky Cristina Barcelona

    Aus Film-Lexikon.de

    Vicky und Cristina sind beste Freundinnen, aber in Sachen Liebe ist ihre Einstellung komplett verschieden. Die vernünftige Vicky ist mit einem respektablen jungen Mann verlobt, Cristina dagegen, die keine sexuellen und emotionalen Hemmungen kennt, sucht ständig nach der großen Leidenschaft, die ihr den Boden unter den Füßen wegzieht. Als Judy und Mark, zwei entfernte Verwandte Vickys, den beiden anbieten, einen Sommer bei ihnen in Barcelona zu verbringen, nehmen das die beiden Freundinnen nur zu gerne an: Vicky will in den letzten Monaten ihres Singledaseins für ihre Magisterarbeit recherchieren, und Cristina braucht einen Ortswechsel, um dem psychischen Chaos ihrer letzten Trennung zu entkommen.

    Eines Nachts in einer Kunstgalerie stellt Cristina, in Topform wie immer, sofort Augenkontakt zu dem interessantesten und provozierendsten Mann im Raum her – dem gutaussehenden Maler Juan Antonio. Ihre Faszination steigert sich noch, als ihr Judy eine interessante Information zuflüstert: Der Spanier hatte eine so explosive Beziehung mit seiner Exfrau Maria Elena, dass beide einander umzubringen versuchten. Als Vicky und Cristina später zu Abend essen, kommt Juan Antonio mit einem frechen Vorschlag an ihren Tisch: Sie könnten mit ihm ein Wochenende in die Provinzstadt Oviedo fliegen, wo sie die kulturellen Schönheiten der Stadt erkunden, guten Wein trinken und miteinander Liebe machen. Vicky findet das Angebot unerhört, aber Cristina ist von Juan Antonios Direktheit und Charisma verzaubert und überredet Vicky, sie zu begleiten.

    Während der Besichtigungstour und beim Abendessen in Oviedo spricht Juan Antonio in den höchsten Tönen von der einzigartigen Maria Elena, der großen Liebe seines Lebens. Trotz ihrer tiefen Gefühle war die Leidenschaft zu heftig für eine Beziehung. Einmal geriet die Situation so außer Kontrolle, dass Maria Elena in einem Anfall von wahnsinniger Eifersucht auf ihn einstach. In der Nacht lädt Juan Antonio die Mädchen auf sein Zimmer ein – Vicky lehnt das Angebot entschieden ab, aber Cristina nimmt es nur zu gerne an. Doch gerade als Cristina und Juan Antonio dabei sind, zusammen ins Bett zu gehen, wird Cristina krank, und Vicky verbringt das Wochenende allein mit ihm. Juan Antonio stellt Vicky seinen Vater vor und schüttet ihr sein Herz über seine Kindheitshoffnungen und seine turbulente Beziehung mit Maria Elena aus. Vicky, die in ihm einen tiefgründigen Menschen erkennt, streift allmählich ihre Zweifel ab, und in einer romantischen Nacht vor dem Abflug aus Oviedo schläft sie mit Juan Antonio. Nach ihrer Rückkehr nach Barcelona muss Vicky in einem fort an Juan Antonio denken. Der indes wendet inzwischen seine romantische Aufmerksamkeit Cristina zu, die immer noch verfügbar und willig ist und bald bei ihm einzieht.

    Als Vicky ihre Enttäuschung zum Ausdruck bringt, weist er darauf hin, dass sie schließlich verlobt sei und daher eine Fortsetzung der Affäre allen Beteiligten unnötigen Schmerz bereiten würde. Vickys Verlobter Doug kommt in der Tat früher als geplant nach Barcelona, und bald darauf haben die beiden geheiratet. Als sich Cristina und Juan Antonio gerade in ihrem Traumleben eingerichtet haben, werden sie eines Nachts von einem alarmierenden Anruf geweckt – Juan Antonios Exfrau Maria Elena ist nach einem Selbstmordversuch im Krankenhaus. In Begleitung der betörend schönen und stürmischen Maria Elena kommt Juan Antonio zurück und erklärt der verblüfften Cristina, dass seine frühere Gattin ein paar Monate bei ihnen bleiben muss, da sie keine andere Bleibe hat. Eifersüchtig und misstrauisch und zu wilden Stimmungsschwankungen neigend, lässt sich Maria Elena keine Gelegenheit entgehen, mit Juan Antonio zu streiten und Cristina zu demütigen. Langsam aber wird sie entspannter und baut eine wärmere Beziehung zu Juan Antonio auf. Sie unterstützt sogar Cristina bei deren fotografischen Ambitionen. Maria Elena erklärt Cristina, dass sie “die fehlende Zutat” ist, dank der sie glücklich mit Juan Antonio zusammen leben kann. In einer ganz harmonischen Entwicklung werden die drei zu Liebhabern. Auf einer Party einige Zeit später sieht Vicky zufälligerweise, wie Judy einen Geschäftspartner Marks küsst. Nachdem Judy Vicky erzählt hat, dass sie Mark seit Jahren nicht mehr liebt, enthüllt Vicky ihre Gefühle für Juan Antonio. Judy, die Vicky vor ihrem eigenen Schicksal bewahren möchte, versucht die beiden zusammen zu bringen. In der Zwischenzeit kehrt die alte Rastlosigkeit bei Cristina zurück. Am Ende des Sommers haben Vicky und Cristina einige bittere Wahrheiten über die Liebe – und sich selbst – gelernt.



    Filmstab

    Regie Woody Allen
    Drehbuch Woody Allen
    Kamera Javier Aguirresarobe
    Schnitt Alisa Lepselter
    Produktion Letty Aronson, Stephen Tenenbaum, Gareth Wiley

    Darsteller

    Vicky Rebecca Hall
    Cristina Scarlett Johansson
    María Elena Penélope Cruz
    Juan Antonio Javier Bardem
    Jud Nash Patricia Clarkson
    Mark Nash Kevin Dunn
    Doug Chris Messina
    Adam Zak Orth
    Sally Carrie Preston
    Ben Pablo Schreiber

    Kritiken

    critic.de: Woody Allen verlässt London und wendet sich wärmeren Gefilden zu. Herausgekommen ist dabei eine leichtfüßige romantische Komödie mit einer unaufdringlich analytischen Schlagseite. ... Der besondere Charme des Films, wie bereits seiner Vorgänger, liegt darin, dass bei aller Distanzierung am Ende keine modernistische Abstraktion à la Lars von Trier herauskommt, sondern wunderbar altmodisches Genrekino, dessen analytisches, selbstreflexives Potenzial nie in den Vordergrund gerückt, sondern nur nebenbei verhandelt wird.

    cineman.de: Woody Allen hat die Leichtigkeit wiederentdeckt: Sein neuer Film ist eine Hommage an Barcelona und die Freigeistigkeit der Liebe im alten Europa. Da guckt Amerika dumm aus der Wäsche.

    kulturnews.de: Vor allem Cruz brilliert als fauchende Furie, während Johansson souverän die wankelmütige Schönheit gibt. Besonderen Charme verleiht Allen seiner kurzweiligen Komödie durch einen allwissenden Erzähler: Eine Männerstimme kommentiert mit fröhlicher Gemütlichkeit die amourösen Ereignisse. "Vicky Cristina Barcelona" ist zu gleichen Teilen eine gelungene Hommage an die Liebe, an die Schönheit der weiblichen Darsteller und an die Stadt Barcelona, die Woody Allen in berauschenden Bildern zeigt.

    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Name
    Oscar.jpg 2008 Beste Nebendarstellerin Penélope Cruz


    Wertungen

    3.7 Sterne
    3 Bewertungen
    Jahr/Land 2008 / USA
    Genre Komödie
    Film-Verleih Concorde Filmverleih GmbH
    FSK ab 6 Jahre
    Laufzeit 96 Minuten
    Kinostart 04. Dezember 2008