Vera Drake

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    London 1950. Vera Drake lebt mit ihrem Ehemann Stan und ihren erwachsenen Kindern Sid und Ethel in einer kleinen Wohnung. Sie haben nicht viel Geld, aber sie stehen sich nahe und sind eine glückliche Familie. Vera arbeitet als Putzfrau, Stan ist ein Mechaniker in der Autowerkstatt seines Bruders, Sid ist Schneider und Ethel steht am Fließband einer Fabrik, wo sie Glühbirnen testet.

    Vera kümmert sich zusätzlich um den kranken Nachbarn und die alte Mutter, und findet auch für ihre schüchterne Tochter einen Ehegatten. So verläuft das Leben einfach, aber harmonisch. Gelegentlich allerdings geht Vera noch einer Nebenbeschäftigung nach, die sie vor ihrer Familie geheim hält: Sie hilft jungen Frauen bei ungewollten Schwangerschaften. Unentgeltlich sorgt sie mit einem kleinen Eingriff dafür, dass die verzweifelten Frauen ihr Baby verlieren.

    Als jedoch eine solche Abtreibung misslingt und das betroffene Mädchen ins Krankenhaus muss, kommt Veras Tätigkeit ans Licht. Eine polizeiliche Untersuchung führt zu ihrer Festnahme, sie wird vor Gericht gestellt und ihre vertraute Welt bricht zusammen.



    Filmstab

    Regie Mike Leigh
    Drehbuch Mike Leigh
    Kamera Dick Pope
    Schnitt Jim Clark
    Musik Andrew Dickson
    Produktion Simon Channing-Williams

    Darsteller

    Vera Drake Imelda Staunton
    George Richard Graham
    Reg Eddie Marsan
    Nellie Anna Keaveney
    Ethel Alex Kelly
    Sid Daniel Mays
    Stan Phil Davis
    Mrs Wells Lesley Manville
    Susan Sally Hawkins
    Mr Wells Simon Chandler

    Kritiken

    Rhein-Zeitung 4. Februar 2005: Mike Leigh schlägt sich mit diesem Film ereneut auf die Seite der großen realistischen Filmerzähler. Deshalb kann er sich auch eine Portion soziale Schwarz-Weiß-Malerei leisten, ohne ins Weinerliche abzugleiten. Hauptdarstellerin Imelda Staunton wurde zurecht mit Preisen überhäuft. Mike Leigh hat mit Vera Drake nicht nur ein großes Frauenporträt geschaffen, sondern führt auch das Handwerk des Filmemachens mit der Präzision eines Meisters vor.

    film-dienst 03/2005: Historisch distanziertes Sozialdrama, das Abtreibungsgegnern wie -befürwortern Argumente zur Hand gibt und viele unbequeme Fragen formuliert. Im Detail steckt der Film freilich voller Klischees, die insbesondere in der theatralischen Darstellung der Hauptdarstellerin das sorgfältig austarierte Gleichgewicht der Inszenierung stören und die Glaubwürdigkeit des melodramatischen Martyriums untergraben.

    Rolling Stone: Ein unheimlich bewegender Film, der unvergesslich bleibt.

    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Name
    nom 2004 Beste Hauptdarstellerin Imelda Staunton
    nom 2004 Beste Regie Mike Leigh
    nom 2004 Bestes Originaldrehbuch Mike Leigh (Story & Screenplay)


    Wertungen

    0 Sterne
    0 Bewertungen
    Jahr/Land 2004 / USA
    Genre Drama
    FSK ab 12 Jahre
    Laufzeit 125 Minuten
    Kinostart 13. Januar 2005