Urmel aus dem Eis

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    Titiwu ist eine kleine Vulkaninsel in den Weiten des Ozeans. Hier lebt und arbeitet der schusseligliebenswerte Professor HABAKUK TIBATONG (Wigald Boning), seines Zeichens Universalgelehrter, Hobby-Zoologe und Eigenbrötler. Einst hatte ihn der selbstgefällige König PUMPONELL (Klaus Sonnenschein), der mit seinem Diener SAMI (Florian Halm) auf einem düsteren Schloss lebt, in die Südsee verbannt.

    Neben des Professors Adoptivsohn TIM TINTENKLECKS (Kevin Ianotta) nimmt auf Titiwu eine illustre Schar von Inseltieren am eigenwilligen Sprachunterricht von Tibatong teil. Der rührige Pinguin PING (Stefan Krause), der kein „sch“ aussprechen kann. Der Waran WAWA (Frank Schaff), der am liebsten in seiner Muschel über das Leben philosophiert. Der tollpatschige Schuhschnabel SCHUSCH (Oliver Pocher), der zwar perfekt Verben deklinieren kann, auf seinen Flügen aber manche Feder lässt, weil er permanent gegen Felsen und Baumstämme prallt.

    Und der See-Elefant SEELEFANT (Wolfgang Völz), der meist auf einer vorgelagerten Klippe liegt und in selbst gewählter Melancholie herzergreifend traurige Lieder singt. Herrin über Tibatongs Haushalt, Schule und die kleine Schulgemeinde ist die gleichermaßen resolute wie empfindsame Schweinedame WUTZ (Anke Engelke). So dreht sich der Alltag des Insel-Idylls um die Wonnen und Widrigkeiten angemessener Behausung, kindlicher Eifersüchteleien und der menschlichen Sprache. Bis ...

    Ja, bis eines schönen Tages ein Eisberg vor die Insel geschwemmt wird. Im Inneren des kleinen Eisbergs befindet sich ein seit der Eiszeit eingefrorenes Urzeit-Ei. Behutsam wird das Ei von den Tieren der Insel ausgebrütet. Und dann springt, ganz plötzlich, ein seltsames grünes Geschöpf heraus: URMEL aus dem Eis (Domenic Redl). Und damit ist das ruhige Leben vorbei – nicht nur auf Titiwu ...

    Denn der naive, etwas eitle Tibatong, der schon immer auf eine bahnbrechende Entdeckung gehofft hatte, bringt eine Flaschenpost mit der Nachricht über seine Ur-Sensation auf den Weg übers Meer. Prompt landet die Buddel an Land bei Ex-König Pumponell und seinem Zoodirektor ZWENGELMANN (Christoph Maria Herbst). Für den Monarchen, der seinen Thron inzwischen verloren hat, ein gefundenes Fressen. So sticht er gleich mit seinem Diener in See, um das Urmel zu schießen und seiner Jagd-Trophäensammlung hinzufügen.

    Doch da hat er die Rechnung ohne Titiwus Inselbewohner gemacht! Die haben den kleinen frechen Saurier, der herzhaft rülpst, Zuckerstückchen mag und die Sau Wutz als seine Mama angenommen hat, längst abgöttisch lieb gewonnen. Das Urzeit-Überbleibsel hat sogar gelernt zu surfen und Fußball zu spielen. Überhaupt ist das Urmel einer von ihnen, denn es kann sogar sprechen.

    Als der König auf Titiwu eintrifft, läuten bei Tibatong & Co. sofort die Alarmglocken. Urmel versteckt sich in einer Vulkanhöhle, in der jedoch ein gefährlicher Riesenkrebs wohnt. Dort finden Pumponell und Sami ihr Objekt der Begierde zwar tatsächlich – doch treffen sie dort auch auf das riesige Scherentier und schließlich droht auch noch die Höhle einzustürzen. Ein klarer Fall für Tibatongs tierische Truppe: Sie will das Urmel um jeden Preis aus dem brodelnden Vulkan befreien und vor Pumponell retten!



    Filmstab

    Regie Reinhard Klooss, Holger Tappe
    Drehbuch Oliver Huzly, Reinhard Klooss
    Vorlage Kinderbuch "Urmel aus dem Eis" von Max Kruse
    Musik James Michael Dooley, Hans Zimmer
    Produktion Reinhard Klooss, Holger Tappe für Bavaria / Falcom

    Darsteller

    Professor Habakuk Tibatong Wigald Boning (Sprecher)
    See-Elefant Wolfgang Völz (Sprecher)
    Pinguin Ping Stefan Krause (Sprecher)
    Urmel Domenic Redl (Sprecher)
    Wutz Anke Engelke (Sprecher)
    Diener Sami Florian Halm (Sprecher)
    Doktor Zwengelmann Christoph Maria Herbst (Sprecher)
    Tim Tintenklecks Kevin Iannotta (Sprecher)
    Ulrike Johanssen (Sprecher)
    Schuhschnabel Schusch Oliver Pocher (Sprecher)
    Waran Wawa Frank Schaff (Sprecher)
    König Pumponell Klaus Sonnenschein (Sprecher)
    Bernhard Völger (Sprecher)

    Kritiken

    Markus Peters (Rhein-Zeitung 3. August 2006): Zwei Jahre haben 250 Rechner und 65 Mitarbeiter an dem für deutsche Verhältnisse aufwändigen Animationsfilm gearbeitet. Dabei ist der Charme der Geschichte und ihrer Protagonisten weitgehend abhanden gekommen. Während das Urmel noch durchaus gelungen ist, merkt man gerade den menschlichen Figuren ihre Herkunft auf dem Computer allzu deutlich an. Vieles wirkt wie ein Videospiel. Es bleibt zudem die Frage, an wen sich die Geschichte richtet. Kinder dürften von dem anarchistischen Urmel zwar durchaus angetan sein. Andererseits ist die Schweinedame Wutz von den Regisseuren und Produzenten Reinhard Kloos und Holger Tappe geradezu neurotisch angelegt worden. Da können die teilweise prominenten Sprecher nur wenig retten, auch wenn Wigald Boning und Oliver Pocher als "Schuhschnabel Schuch" angenehm zu überraschen wissen. Vom Flair, den Urmel aus dem Eis einst in der "Augsburger Puppenkiste" entfaltete, ist dennoch viel zu wenig übrig geblieben.


    Wertungen

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    Original -
    Jahr/Land 2006 / Deutschland
    Genre Animation
    Film-Verleih Warner Bros./ Falcom
    Laufzeit 87 Minuten
    Kinostart 03. August 2006