Toni Erdmann

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    Peter Simonischek (Oktober November, Der kleine Diktator, Hierankl) ist TONI ERDMANN und er ist Winfried, 65, ein Musiklehrer mit ausgeprägtem Hang zum Scherzen, der mit seinem alten Hund zusammenlebt. Seine Tochter Ines – gespielt von Sandra Hüller (Über uns das All, Finsterworld, Requiem) – ist eine Karrierefrau, die um die Welt reist, um Firmen zu optimieren. Vater und Tochter könnten also nicht unterschiedlicher sein: Er, der gefühlvolle, sozialromantische Alt-68er, sie, die rationale Unternehmensberaterin, die bei einem großen Outsourcing-Projekt in Rumänien versucht aufzusteigen, und sich in einer Männerdomäne zu behaupten.


    Da Winfried zu Hause also nicht viel von seiner Tochter sieht, beschließt er, sie nach dem Tod seines Hundes spontan zu besuchen. Statt sich anzukündigen, überrascht er sie mit Scherzgebiss und Sonnenbrille in der Lobby ihrer Firma. Ines bemüht sich, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und schleppt ihren Vater in seinen alten Jeans mit zu Businessempfängen und Massageterminen. Doch der Besuch führt nicht zu einer Annäherung. Winfried nervt seine Tochter mit lauen Witzen und unterschwelliger Kritik an ihrem leistungsorientierten Leben zwischen Meetings, Hotelbars und unzähligen E-Mails. Vater und Tochter stecken in einer Sackgasse, und es kommt zum Eklat zwischen den beiden.


    Doch statt, wie angekündigt, Bukarest zu verlassen, überrascht Winfried Ines mit einer radikalen Verwandlung in Toni Erdmann, sein schillerndes Alter Ego. Mit schiefem Gebiss, schlechtem Anzug und Perücke ist Toni wilder und mutiger als Winfried und nimmt kein Blatt vor den Mund. Toni mischt sich in Ines‘ Berufsleben mit der Behauptung ein, der Coach ihres Chefs zu sein, und startet einen Amoklauf aus Scherzen. Überraschend lässt Ines sich auf sein Angebot ein, und Vater und Tochter machen eine verblüffende Entdeckung: Je härter sie aneinander geraten, desto näher kommen sie sich.




    Filmstab

    Regie Maren Ade
    Drehbuch Maren Ade
    Kamera Patrick Orth
    Schnitt Heike Parplies
    Produktion Maren Ade, Jonas Dornbach, Janine Jackowski, Michel Merkt

    Darsteller

    Toni / Winfried Peter Simonischek
    Ines Sandra Hüller
    Henneberg Michael Wittenborn
    Tatjana Hadewych Minis
    Tim Trystan Pütter
    Gerald Thomas Loibl
    Steph Lucy Russell
    Anca Ingrid Bisu
    Illiescu Vlad Ivanov

    Kritiken

    www.cinetastic.de Ronny Dombrowski: Mit „Toni Erdmann“ präsentiert Maren Ade einen wirklich einzigartigen Film, der nicht nur völlig zu Recht im Wettbewerb von Cannes lief, sondern auch ein wenig Hoffnung darauf macht, dass der deutsche Film nicht vollends verloren ist. Ganz großes Kino mit viel Gefühl und noch mehr guter Lacher.

    www.sennhausersfilmblog.ch Michael Sennhauser: ... Aber Toni Erdmann ist ein Wurf von einem Film, ein traurig-komisches Meisterstück mit grossem Atem, das über seine fast drei Stunden trägt, sich steigert und dann sogar ein überzeugendes Ende findet.

    www.filmstarts.de Michael Meyns: Sieben Jahre nach „Alle anderen“ meldet sich Maren Ade mit einem außerordentlichen Werk zurück: ein präzise beobachteter, mutiger, brillant gespielter, manchmal kaum auszuhaltender, aber beglückender Film.


    Wertungen

    4.8 Sterne
    4 Bewertungen
    Jahr/Land 2016 / Deutschland
    Genre Drama
    Film-Verleih NFP
    FSK ab 12 Jahre
    Laufzeit 162 Minuten
    Kinostart 14. Juli 2016