Tigerland

    Aus Film-Lexikon.de

    Amerika 1971. Der Vietnamkrieg spaltet die Nation. In Fort Polk, Louisiana, werden weiter junge Rekruten für den Einsatz in Südostasien ausgebildet. Als realistische Simulation des Dschungelkriegs dient eine undurchdringliche Wildnis namens Tigerland. Jim Paxton hat sich freiwillig gemeldet in der trügerischen Hoffnung, er könne ein neuer Hemingway werden, wenn er seine Kriegserlebnisse aufschreibt. Miter will sich als Mann beweisen, Cantwell findet sich mit dem Unvermeidlichen ab und Wilson entwickelt einen echten Killerinstinkt. Für Aufruhr sorgt Roland Bozz. Er missachtet die sadistischen Befehle seiner Vorgesetzten und unterwandert mit seinen pazifistischen Reden die Moral der ganzen Kompanie. In der letzten Phase der Ausbildung, in der Hölle von Tigerland, kommt es zu einer tödlichen Konfrontation.



    Filmstab

    Regie Joel Schumacher
    Drehbuch Ross Klavan, Michael McGruther
    Kamera Matthew Libatique
    Schnitt Mark Stevens
    Musik Nathan Larson
    Produktion Arnon Milchan, Steven Haft, Beau Flynn

    Darsteller

    Bozz Colin Farrell
    Paxton Matthew Davis
    Miter Clifton Collins jr
    Cantwell Thomas Guiry
    Wilson Shea Whigham
    Johnson Russell Richardson
    Captain Saunders Nick Searcy
    Sergeant Landers Afemo Omilami
    Sergeant Thomas James McDonald
    Sergeant Oakes Keith Ewell

    Kritiken

    Jens Golombek (TV Movie) 2001-11: Grobkörnige Wackelbilder und blasse Farben. Jetzt hat auch Hollywood "Dogma 95" entdeckt - jene schnörkellose, minimalistische Art des Filmemachens, mit der seit Mitte der 90er-Jahre vor allem dänische Regisseure wie Lars von Trier aufwarten. Für "Tigerland" ist das ein Segen: Kaum ein anderer Vietnamfilm wirkt so realistisch und intensiv. Regisseur Schumacher entlarvt schonungslos die hässlichen Seiten des Kriegführens, verzichtet auf Pathos und markige Parolen.

    Der Spiegel 2001-21: Ein gänzlich unheldischer Film, von dem vor allem zwei Dinge hängen bleiben: die stolze Aufsässigkeit Colin Farrells, der sich nicht unterkriegen lässt, und die Handkamera, die einem selbst dann keine Ruhe lässt, wenn die Handlung mal Pause macht.

    film-dienst 11/2001: Das Lager wirkt manchmal wie ein Spielplatz, manchmal, durch die Handkamera und das 16mm-Material, wie einer einschlägigen Fernsehdokumentationen entnommen, was die verschwommene Realitätswahrnehmung der jungen Männer intensiv verdeutlicht.