The Cremaster Cycle

    Aus Film-Lexikon.de

    11537 poster.jpg

    Nicht in chronologischer Reihe entstanden, bilden die fünf Teile des "Cremaster Cycle" ein in sich geschlossenes, ästhetisches Ganzes. Entworfen als gefilmte Performance-Serie, in denen der Künstler Matthew Barney selbst, außer in "Cremaster 1", immer eine zentrale Rolle spielt, wurden die Filme zunächst einzeln in Museen präsentiert. Hervorgegangen aus künstlerischen Darbietungen, die den menschlichen Körper in all seiner Abhängigkeit von psychischen Impulsen, in all seiner physischen Begrenztheit als Symbol schöpferischer Kraft erscheinen lassen, zerlegt der Film-Zyklus den menschlichen Körper in die Einzelteile eines zeitgenössischen Schöpfungsmythos. Das Grundkonzept des Zyklus ist der Biologie entlehnt. Barney beschäftigt sich besonders mit dem Prozess der geschlechtlichen Differenzierung während der embryonalen Phase des Menschen. Von "Cremaster 1", dem femininsten Stadium des embryonalen Prozesses, in dem der Fötus noch geschlechtlich unbestimmt ist, bis "Cremaster 5", der seinen differenziertesten Zustand darstellt. Kremaster bezeichnet einen willkürlichen Muskel, der die Hoden je nach Temperatur oder Angstzustand hebt und senkt.



    Filmstab

    Regie Matthew Barney
    Drehbuch Matthew Barney
    Kamera Peter Strietmann
    Schnitt Matthew Barney, Christopher Seguine, Peter Strietmann
    Musik Jonathan Bepler
    Produktion Matthew Barney, Barbara Gladstone

    Darsteller

    Marti Domination
    Norman Mailer
    Matthew Barney
    Richard Serra
    Aimee Mullins
    Ursula Andress

    Kritiken

    film-dienst 22/2005: Das einzigartige Gesamtkunstwerk kreist als aufwändig produzierte und raffiniert durchkomponierte Bilderorgie um den amerikanischen Traum in all seinen Facetten. Das Grundkonzept des Zyklus ist dabei der Biologie entlehnt und adaptiert den Prozess der geschlechtlichen Differenzierung, wobei die Struktur biologisch, geologisch, architektonisch und genealogisch entfaltet wird. Aus der höchst eigenwilligen Verwicklung unterschiedlichster Stoffe, Mythen und Formen entsteht eine epische Hommage an das Kinematografische, deren überwältigende Fülle nach Interpretation und Deutung verlangt. Ein Meilenstein in der Kunst des 21. Jahrhunderts.


    Wertungen

    4.5 Sterne
    2 Bewertungen
    Jahr/Land 2005 / USA
    Genre Musikfilm
    Film-Verleih Celluloid Dreams/Alamode
    Laufzeit 127 Minuten
    Kinostart 06. Oktober 2005