The Big Lebowski

    Aus Film-Lexikon.de

    Jeff Lebowski ist der wohl trägste Mensch von Los Angeles. Während am anderen Ende der Welt der Golfkrieg tobt, lebt der Alt-Hippie geistig noch immer in den Siebzigern. Er entspannt zum Ambient-Sound von Walgesängen und ernährt sich ausschließlich von White Russians; selten legt er mal den Joint aus der Hand. Bowling mit seinen Freunden Walter und Donny ist das einzige, zu dem er sich aufraffen kann.

    Doch mit dem "easy going" ist es schlagartig vorbei, als der Dude mit einem Millionär aus Pasadena verwechselt wird. Erst verprügeln ihn zwei Geldeintreiber, um Schulden seiner angeblichen Frau Bunny bei ihm einzukassieren, dann wird eben jene Bunny entführt, und der "echte" Mr. Lebowski bitte den Dude, als Kurier zu fungieren. Doch als er die Lösegeldübergabe vermasselt, findet er sich plötzlich in einem undurchschaubaren Geflecht verschiedenster Interessen, verfolgt und bedroht von Gangstern, der Polizei und einem Trio deutscher Nihilisten. Welche Rolle spielt dabei der Pornoproduzent Jackie Treehorn?

    Was reizt Lebowskis Tochter Maude, eine Avantgarde-Künstlerin, an einem Loser wie ihm? Und ist Bunny überhaupt entführt worden? Ausgerechnet der Dude, die Personifizierung des Nichtstuns, muß nun handeln, um zu überleben ...



    Filmstab

    Regie Joel Coen, Ethan Coen
    Drehbuch Joel Coen, Ethan Coen
    Kamera Roger Deakins
    Schnitt Roderick Jaynes, Tricia Cooke
    Musik Carter Burwell
    Produktion Ethan Coen für Working Title

    Darsteller

    The Dude Jeff Bridges
    Walter Sobchak John Goodman
    Maude Lebowski Julianne Moore
    Donny Steve Buscemi
    The Big Lebowski David Huddleston
    Brandt Philip Seymour Hoffman
    Jesus Quintana John Turturro
    Knox Harrington David Thewlis
    The Stranger Sam Elliott
    Jackie Treehorn Ben Gazzara
    Bunny Tara Reid
    Nihilist Peter Stormare
    Nihilist Flea
    Nihilist Torsten Voges

    Kritiken

    Dirk Jasper: Nach "Raising Arizona" und "Fargo" drehten Joel und Ethan Coen mit "The Big Lebowski" bereits ihre dritte Entführungsgeschichte. Mit gewohnter Lakonie und bissiger Ironie schicken sie ihren Helden auf eine Odyssee durchs verbrecherische Los Angeles; die Coens selbst charakterisierten ihre durchgeknallte Kidnapping-Komödie als "Raymond Chandler-Story für die 90er". Neben Stammschauspielern wie John Goodman, Steve Buscemi, John Turturro, Jon Polito und Peter Stormare geben Jeff Bridges, David Thewlis, Ben Gazzara, Julianne Moore und Flea, Bassist der Red Hot Chili Peppers, ihr Coen-Debüt.

    TV Movie 06/1998: Der Film unterhält erstklassig mit seiner kuriosen Story und fabelhaften Kamerafahrten, unter anderem aus der Perspektive einer Bowlingkugel. John Goodman ist als Ex-Soldat mit Bürstenhaarschnitt kaum wiederzuerkennen und hat sichtlich Spaß an seiner Rolle. Ein Leckerbissen am Rande: John Turturro ("Barton Fink") als Jesusfreak im fliederfarbenen Nylon-Outfit.

    film-dienst 06/1998: Ein ausgesprochen witziger Film voller skurriler Späße, der neben seinem immensen Einfallsreichtum auf das pointiert-zurückgenommene Spiel der Darsteller aufbauen kann. Die gelungene Variante eines modernen Schelmenromans, geprägt von Fabulierlust und überbordender Fantasie.