Tanzfilm

    Aus Film-Lexikon.de

    Dirty Dancing

    Der Tanzfilm ist kein einfaches Genre. Erst erfreut es sich großer Beliebtheit und feiert mehrere Erfolge, dann verschwindet es mehrmals von der Bildfläche, bis es schließlich Jahre später wieder auflebt.

    Geburt des Genres

    Seine ersten Erfolge feierte das Genre Tanzfilm in den 30er Jahren mit Fred Astaire. Seine Filme wie „Tanz mit mir“, „Dancing Lady“ und „Top Hat“ begeisterten das Publikum. Sein einzigartiger Tanzstil und seine Choreographien verliehen seinen Tanzfilmen eine besondere Eleganz und Stil. Im Laufe der Jahrzehnte ebbte diese Euphorie schließlich ab und es gab keine namhaften Produktionen mehr.

    Um dem Ruf nach anspruchsvolleren Produktionen gerecht zu werden, griffen die Produzenten inhaltlich bald immer mehr auf die Stoffe der Musicals des Broadways zurück. Durch die Verknüpfung der Tanzszenen mit anderen Handlungssträngen waren die Filme nun zwar abwechslungsreicher, doch konnten trotzdem über längere Zeit keine größeren Erfolge verzeichnet werden.

    Nur Samstag Nacht

    Das änderte sich in den 70er Jahren. Zu dieser Zeit erlebte der Tanzfilm eine Renaissance, was vor allem mit dem Schauspieler John Travolta zusammenhing. Seine Tanzeinlagen zu der Musik der Bee Gees in dem legendären Film Nur Samstag Nacht aus dem Jahr 1977 lösten ein regelrechtes Tanz- und Discofieber aus. Bald folgten weitere Hits mit Travolta in der Hauptrolle. In Grease, welcher eher als Rock’n’Roll-Musicalfilm zu bezeichnen ist, schwingt Travolta auch des Öfteren gekonnt die Hüften. Außerdem folgte die Fortsetzung des erfolgreichen „Saturday Night Fever“- Hits Staying Alive im Jahre 1983.

    In den achtziger Jahren konnten vor allem drei Filme große Erfolge feiern. Der Aerobic-Tanzfilm Flashdance und auch Footloose von 1984 ließen die Kinokassen klingeln. Doch der Tanzfilm schlechthin ist bis heute Dirty Dancing mit Jennifer Grey und Patrick Swayze aus dem Jahre 1987 geblieben. Die Geschichte um die schüchterne Baby und den sexy Tanzlehrer, steht auch heute immer noch hoch im Kurs. Die Fortsetzung Dirty Dancing 2 – Heiße Nächte auf Kuba aus dem Jahre 2004 spielt in Kuba, konzentriert sich hauptsächlich auf lateinamerikanische Tänze und konnte nicht an den Erfolg des Kultfilmes anknüpfen.

    In den 90er Jahren erlebte das Genre seinen zweiten großen Einbruch und es wurde leise um Filme, in denen das Tanzen im Mittelpunkt der Handlung steht.

    Step Up

    Erst im 21. Jahrhundert konnte der Tanzfilm wieder Fuß fassen und größere Erfolge verzeichnen. In moderneren Tanzfilmen wird meist nicht mehr der klassische Tanzstil thematisiert, denn die Vielfalt an Musikrichtungen und Tanzstilen bietet den Filmemachern Hollywoods heutzutage eine großes Repertoire an Inhalten. Vor allem moderne Tanzarten wie Hip Hop und Breakdance stehen nun hoch im Kurs.

    Die Filme Center Stage und Billy Elliot - I Will Dance zeigen den harten Trainingskampf und das damit verbundene Streben nach Anerkennung. Die Step Up-Trilogie vereint drei erfolgreiche Tanzfilme der Neuzeit. Schon Step Up begeisterte viele Kinogänger durch seine mitreißende Musik und die angesagten Tanzmoves. In der Fortsetzung Step Up to the Streets von 2006 verbindet sich eine anrührende Liebesgeschichte mit aktuellen Hip-Hop-Rhythmen, welche in den USA bereits am Startwochenende mehrere Millionen Zuschauer in die Kinos lockte. Im Jahr 2010 erschien der dritter Teil Step Up 3D, welcher nach „Street Dance 3D“ der zweite Tanzfilm ist, der in 3D produziert wurde.

    Inhalte

    Da auch den Figuren im Film der richtige Rhythmus nicht immer in die Wiege gelegt wurden, müssen sie das Tanzen oft erst einmal hart erlernen. So begleiten viele Filme diese Trainingsphase und alle Probleme, die damit verbunden sind.

    Darf ich bitten?

    Oft wird das Tanzen im Film auch in Zusammenhang mit einem Wettkampf gestellt. Der Tänzer oder das Tanzpaar wollen beispielsweise einen Wettbewerb gewinnen und sie tun alles dafür, um dieses Ziel zu erreichen (Dirty Dancing, Dirty Dancing 2 – Heiße Nächte auf Kuba, Darf ich bitten?). Auch thematisieren Tanzfilme oft den harten Kampf zur Aufnahme an einer großen Ballett- oder Tanzschule (Fame - Der Weg zum Ruhm, Center Stage, Flashdance, Billy Elliot - I Will Dance).

    Selbstverständlich sind die Stories rund ums Tanzen oft mit Liebesgeschichten verbunden. In den meisten Fällen verlieben sich die Tanzpartner selbst ineinander. Auf diese Weise wird auch der ein oder andere Tanzfilm zum romantischen Highlight. Gerade soziale Unterschiede oder unterschiedliche ethnische Abstammung lassen die Liebesgeschichte umso spannender werden und dramatisieren diese zugleich. Wenn das Liebespaar am Ende dann ohne Bedenken zusammen sein kann und sie zusätzlich auch beim Tanzen einen Erfolg verbuchen können, hat Hollywood wieder einmal alles richtig gemacht.