Tango

    Aus Film-Lexikon.de

    Mario Suarez, ein bekannter argentinischer Theater- und Filmregisseur, durchlebt nach der Trennung von seiner Frau Laura eine existentielle Krise und stürzt sich in die Arbeit, die Realisierung eines Films über die Geschichte des Tango. Einer der mächtigsten Investoren des Projekts, der dubiose Geschäftsmann Angelo Larroca, bittet Mario, seine Geliebte Elena Flores vortanzen zu lassen. Ein folgenschwerer Vorschlag, denn der sensible Künstler verliebt sich in kürzester Zeit in die schöne junge Frau, die auch noch durch tänzerisches Können beeindruckt. Zwischen Mario und Elena sprühen bald die Funken, sie stürzen sich in einen gefährlichen Strudel der Leidenschaft. Gefahren drohen von außen: Laura fühlt sich durch ihre "Nachfolgerin" gedemütigt, Larroca will seine Geliebte nicht kampflos dem Rivalen überlassen. Die Eskalation der Emotionen gerät außer Kontrolle. Es naht die Stunde der Generalprobe, die Spannung steigt bei den Tänzern und Statisten auf der Bühne ebenso wie im geladenen Publikum, unter dem sich auch Larroca befindet. Einer seiner Gorillas schleicht sich bei der finalen Tanzszene auf die Bühne und sticht vor den entsetzten Blicken aller ein Messer in Elenas Herz. Unter den verklingenden Tönen des Tangos hält ein verzweifelter Mario seine leblose Geliebte in den Armen ...



    Filmstab

    Regie Carlos Saura
    Drehbuch Carlos Saura
    Kamera Vittorio Storaro
    Schnitt Julia Juaniz
    Musik Lalo Schifrin
    Produktion Luis A. Scalella, Carlos A. Mentasti, Juan C. Codazzi für Adela Production / Beco Films

    Darsteller

    Elena Flores Mía Maestro
    Mario Suarez Miguel Angel Sola
    Laura Fuentes Cecilia Narova
    Ernesto Landi Carlos Rivarola
    Carlos Nebbia Juan Carlos Copes
    Maria Elman Sandra Ballesteros
    Daniel Stein Oscar Cardozo Ocampo
    Sergio Lieman Enrique Pinti
    Julia Bocca Julia Bocca
    Angelo Larroca Juan Luis Galiardo

    Kritiken

    Dirk Jasper: Tango ist mehr als nur ein Tanz, Tango ist ein Lebensgefühl, das Leidenschaft, Spannung, Selbstbewußtsein und Hingabe zugleich in sich vereint. Tango erzählt Geschichten, und Carlos Saura erzählt die Geschichte des argentinischen Tangos, der um die Jahrhundertwende in den Kaschemmen von Buenos Aires, einem Schmelztigel der Gefühle, entstanden ist und zu Zeiten der Militärdiktatur dazu diente, die Schreie der Gepeinigten zu übertönen. Wunderbar erotische Tanzszenen verknüpfen die verschiedenen Handlungsfäden miteinander. Sauras Film ist ein Tango der leidenschaftlichen Gefühle, die alle Ebenen unseres Lebens durchdringen.

    film-dienst 22/1998: Brillant fotografierter und choreografierter Film über Argentinien, den Tango und das Altern, dessen verfremdetes Spiel mit Ironie und Pathos auf Dauer ermüdet, als opulente Historie des Tango aber dennoch überzeugt.

    TV Today 22/1998: Sagenhafte Ballettszenen , fade Rahmenhaltung - deshalb nur für Tangofans ein Muß.