Swing

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    Max, ein 10-jähriges Einzelkind, liebt den Jazz Manusch: Als er den Gitarrenvirtuosen Miraldo spielen hört, wird diese Musik zu seiner Leidenschaft. Sie führt ihn ins Sinti- und Roma-Quartier, wo er sich eine alte Gitarre kauft. Dank Miraldos Unterricht lernt Max nicht nur die Musik, sondern auch die Kultur der Sinti und Roma kennen. Innerhalb kurzer Zeit freundet er sich mit der gleichaltrigen Swing an, die ihn durch ihre Anziehungskraft, ihr Selbstvertrauen und ihre Freiheit in Bann zieht.



    Filmstab

    Regie Tony Gatlif
    Drehbuch Tony Gatlif
    Kamera Claude Garnier
    Schnitt Monique Dartonne
    Musik Mandino Reinhardt, Tchavolo Schmitt, Abdellatif Chaarani, Tony Gatlif

    Darsteller

    Max Oscar Copp
    Swing Lou Rech
    Miraldo Tchavolo Schmitt
    Mandino Mandino Reinhardt
    Khalid Abdellatif Chaarani
    Die Großmutter Fabiène Mai
    Doktor Liberman Ben Zimet
    Puri Daï Hélène Mershtein
    Miraldos Frau Colette Lepage
    Calo Alberto Hoffman

    Kritiken

    film-dienst 2002-19: In seinen Sommerferien auf dem Land nimmt ein Junge Gitarrenunterricht bei einem Zigeuner. Während er erfährt, dass sich die Kunst der Musik nicht über Noten und Verstand, sondern vor allem über Ohr und Herz vermittelt, findet er in einem gleichaltrigen Roma-Mädchen eine Spielgefährtin, die ihm das unbekannte Gefühl von Freiheit und Natürlichkeit vermittelt. Der Sommer wird zum Reifeprozess in vielen Beziehungen. Ein bisweilen folkloristischer Epilog zu Gatlifs Zigeuner-Trilogie, mit dem der Regisseur erneut das Universum der Sinti und Roma sowohl romantisiert als auch vor dem Vergessen bewahrt. Dazu trägt bei, dass der Film die kleine Sommer- und Liebesgeschichte durch historische Bezüge zu erweitern versucht.

    Cinema 2002-10: "Swing" ist der vierte Ausflug des algerischen Regisseurs Tony Gatlif ("Vengo") in die Welt der Roma und Sinti. Sein Blick ist liebevoll, aber nicht frei von naivem, folkloristischem Kitsch, wenn er die fröhlichen Feste der Manusch zeigt, Konflikte zwischen Einheimischen und Zugereisten jedoch ignoriert. Ein Manko, das die berauschende Musik meisterlich übertönt.