Summer Of Sam

    Aus Film-Lexikon.de

    Im italienischen Teil der Bronx ist Vinny (John Leguizamo) ein bekannter Friseur und Frauenheld, der mit seinen Kundinnen all das anstellt, was er bei seiner Frau Dionna (Mira Sorvino) als unkeusch empfindet. Sie arbeitet im Restaurant ihres Vaters, und bemüht sich das Standardrepertoire ihres Sexuallebens zu erweitern. Nur in den angesagten Discos kommen die Zwei sich wirklich nahe. Wenn Vinny nicht gerade arbeitet hängt er mit seinen Freunden herum. Während der eine nebenher dealt, der andere drogenabhängig ist und der Dritte dem Ersten willig folgt, hat sein bester Freund Ritchie (Adrien Brody) mit ausgepflippter Frisur und Nagelhalsband eine merkwürdige Verwandlung zum Punk vollzogen: Die Jungs kommen damit nicht zurecht, und Ritchies Eltern verbannen ihren Sohn in die Garage. Nur Ruby (Jennifer Esposito) findet an dem Außenseiter Gefallen und folgt ihm in seinen Träumen auf dem Weg zum großen Rockstar. Doch der Weg ist lang und steinig. Um sich über Wasser zu halten, strippt Ritchie in einem Schwulen-Lokal. In dieser Zeit versetzt ein Serienkiller, der es auf junge Frauen und Liebespaare abgesehen hat und sich selbst "Son of Sam" nennt, die Stadt in Aufruhr. Langsam zieht er seine Kreise zwischen Manhattan und der Bronx immer enger. Die Polizei tappt im Dunkeln, eine Atmosphäre der Angst, des Misstrauens und falscher Verdächtigungen macht sich in der City breit. Die von der Sensationspresse angeheizte Killer-Hysterie wird immer fiebriger. Zwischen Disco-Freaks und Punks kommt es zu hysterischen Konfrontationen. Zu diesem Zeitpunkt wird eine Liste mit in Frage Kommenden erstellt, die alle umfasst, die irgendwie "anders" sind oder sich "komisch" vrhalten. Als Ritchie's pikanter Job bekannt wird, steht für seine Ex-Kumpels fest, dass er als Serienkiller in Frage kommt.



    Filmstab

    Regie Spike Lee
    Drehbuch Victor Coliccio, Spike Lee
    Kamera Ellen Kuras
    Schnitt Barry Alexander Brown
    Musik Terence Blanchard
    Produktion 40 Acres And A Mule / Touchstone

    Darsteller

    Dionna Mira Sorvino
    Vinny John Leguizamo
    Ritchie Adrien Brody
    Ruby Jennifer Esposito
    Gloria Bebe Neuwirth
    Det. Petrocelli Anthony LaPaglia
    Luigi Ben Gazzara
    Helen Patti LuPone

    Kritiken

    Frankfurter Allgemeine: Im Mittelpunkt des Films, der als erster Spike Lee-Film in einem weißen Viertel spielt, im italienischen Teil der Bronx, steht vielmehr die fieberhafte Erregung, die wie mit jedem Sommeranfang auc damals die Stadt erfasste. Das "Studio 54" wurde in jenem Sommer eröffnet, die ersten Punkgruppen bildeten sich in New York, und noch schien es, als könne die sexuelle Befreiung grenzenlos sein. Das ist kein gutes Thema für Spike Lee, dessen Figuren sich wie Pappkameraden in dieser Welt des Übergangs bewegen. So sind es der bemerkenswerte Soundtrack und die Atmosphäre schleichender Gefahr, die einen Sommer lebendig werden lassen, in dem der Untergang New Yorks unausweichlich schien.

    Filmecho/Filmwoche: Mit scharfen Auge blickt Spike Lee technisch und stilistisch innovativ auf zwischenmenschliche Beziehungen. Das Ergebnis ist ein schnell geschnittener, stilecht ausgestatteter und bunt fotografierter urbaner Cocktail aus Sex, Musik und Vorurteilen. Was man freudig feststellen kann, ist, dass Spike Lee dabei seinen Sinn für Humor wiedergefunden hat.

    Blickpunkt Film: Der kontroverse schwarze Filmemacher Spike Lee macht wieder von sich reden. Detailverliebt zeichnet er die beklemmende Studie eines italo-amerikanischen Nachbarschaftskosmos in der Bronx, der während der Mordserie des "Son of Sam" aus der Bahn geworfen wird.