Stoned

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    STONED ist ein Film über Aufstieg und Fall des legendären „Rolling Stones“-Gründers Brian Jones. Jones, einer der größten Gitarristen und Rockvisionäre seiner Zeit, war die Ikone einer ganzen Generation, die mit Sex, Drogen und Rockmusik einen neuen Lebensstil prägte. Nach den ersten Erfolgen mit den „Stones“ zieht sich Brian Jones zunehmend auf sein Landhaus zurück und taucht ab in psychedelische Räusche und erotische Exzesse.

    Einziger Begleiter in dieser Zeit ist der biedere Architekt Frank Thorogood, zu dem Jones eine außergewöhnliche, zwischen Bewunderung und Demütigung hin- und her pendelnde Beziehung aufbaut - bis Jones schließlich 1969 unter mysteriösen Umständen im eigenen Swimming Pool ertrinkt. STONED konzentriert sich auf die letzten Monate im Leben von Brian Jones und bietet dabei ein faszinierendes, rauschhaftes Porträt des charismatischen Musikers und der wilden Aufbruchsjahre des Rock’n’Roll.



    Filmstab

    Regie Stephen Woolley
    Drehbuch Neal Purvis, Robert Wade
    Kamera John Mathieson
    Schnitt Sam Sneade
    Musik David Arnold
    Produktion Finola Dwyer, Stephen Woolley

    Darsteller

    Brian Jones Leo Gregory
    Frank Thorogood Paddy Considine
    Tom Keylock David Morrissey
    Keith Richards Ben Whishaw
    Anna Wohlin Tuva Nowotny
    Janet Amelia Warner
    Anita Pallenberg Monet Mazur
    Mick Jagger Luke de Woolfson
    Speecy David Williams
    Andrew Loog-Oldman Will Adamsdale

    Kritiken

    Steffen Becker (Rhein-Zeitung 14. Juni 2006): Der reizvolle Zusammenstoß der unterschiedlichen Lebenswelten von Thorogood und Jones kommt jedoch erst im letzten Teil des Films voll zum Tragen. Stattdessen nervt Stoned mit zu vielen und willkürlich eingeschobenen Rückblenden. Ohne nachvollziehbaren Grund wechselt Stephen Woolley zwischen Schwarz-Weiß-Optik und grellen oder verwaschenen Einstellungen hin und her. Auch will keine Swinging Sixties-Atmosphäre aufkommen. Zudem stellt Leo Gregory Brian Jones als gelangweilten Zyniker dar, er schürt keine Emotionen.

    film-dienst 12/2006: Der Film meidet die Untiefen eines herkömmlichen Biopics, zeigt weder eine Erfolgsstory noch interessieren ihn die wirklichen Todesumstände; vielmehr entwirft er ein komplexes semi-dokumentarisches Bild des Swinging London jener Jahre, deren psychedelisches Aufbruchsklima heute nur noch schwer zu vermitteln ist. Das ambitionierte Porträt einer Epoche, deren Liberalität nie so mehrheitsfähig war, wie in der retrospektiven Verklärung gerne dargestellt wird.