Spielverderber

    Aus Film-Lexikon.de

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    „Entscheidend is aufm Platz“ – das weiß jeder Fußballfan. Und da entscheidet der Schiedsrichter. Er ist der, der nicht mitspielen darf. Wo andere Flanken schlagen, da unterbricht sein Pfiff den Spielfluss. Inmitten des vergnüglichen Spiels verkörpert er den Ernst des Lebens. Beliebt ist er nicht. „Pfeife“, „Blinder“ oder Schlimmeres genannt, sitzt er als 23. Mann auf dem Feld zwischen allen Stühlen.

    Denn der Schiri hat immer Schuld. Er ist der Sündenbock für alle Schwächen der Mannschaft und alle Fehler der Trainer. Beide Seiten fühlen sich von ihm ungerecht behandelt. Er kann nichts richtig machen, aber alles falsch. Irrt er, wird sein Patzer in Zeitlupe vorgeführt und analysiert.

    Der Dokumentarfilm "Spielverderber" stellt sie in den Mittelpunkt, er richtet den Scheinwerfer auf die, die sonst immer im Schatten der zaubernden Ballartisten stehen.

    In einer Verbindung aus Rückblick, Gegenwart und Zukunft geben die Protagonisten, der 14-jährige Schiri-Anwärter Kevin Prösdorf, der Schweizer Senior-Schiedsrichter Oreste Steiner und der Bundesliga- und Fifa-Referee Herbert Fandel, einen völlig neuen Blick auf ihre Aufgabe frei und zeigen den populärsten Sport der Welt aus einer ungewohnten Perspektive.



    Filmstab

    Regie Henning Drechsler
    Drehbuch Henning Drechsler, Georg Ninnenmacher
    Kamera Henning Drechsler
    Musik Michael Emanuel Bauer, Peter Holzapfel, Georg Karger
    Produktion Christian Vizi, Markus Halberschmidt, Marcelo Busse

    Darsteller

    als sich selbst Herbert Fandel
    als sich selbst Kevin Prösdorf
    als sich selbst Oreste Steiner

    Kritiken

    Jury Hessischer Filmpreis: SPIELVERDERBER ist ein sensibler und humorvoller, ein sehr menschlicher Film, der auch für die wenigen interessant ist, die seltsamerweise dem Fußball wirklich gar nichts abgewinnen können.

    11 Freunde: Großartig wird SPIELVERDERBER vor allem dann, wenn die Kamera die glitzernde Fußballbühne verlässt und die Szenerie der Bezirks- und Kreisligen erfasst. Wenn Steiner etwa durch die Essener Tristesse zu seinem nächsten Sandplatzspiel fährt, sind ihm die Regisseure so nah, wie Wortmann seinen Sommermärchenhelden gerne gewesen wäre.

    Stadt Revue Köln: Eine wunderbare Dokumentation.