Special - Johnny Depp

    Aus Film-Lexikon.de

    Johnny Depp in Sweeney Todd

    Lange Haare, Bartstoppeln und am besten noch ein Hut - so kennen wir Johnny Depp. Der Schauspieler scheint nicht nur im Film gerne exzentrische Rollen zu spielen, auch im wahren Leben hat er ein auffälliges Erscheinungsbild. Doch dass er überall erkannt wird, liegt auch an seinen beruflichen Erfolgen, er spielte in mehreren Kassenschlagern und wurde dreimal für einen Oscar als Bester Schauspieler nominiert.

    Geboren am 09. Juni 1963 in Owensboro, Kentucky, als Urenkel eines Cherokee-Indianers versuchte er sich zunächst als Rockmusiker. Doch hier war ihm kein Erfolg beschieden und so begann er in der 1987 anlaufenden Fernsehserie 21 Jump Street mitzuspielen. Die Serie machte ihn zu einem Teenie Idol, doch Depp war mit dem Charakter nicht zufrieden und schwor sich, in Zukunft nur noch Rollen anzunehmen, an denen er persönliches Interesse hat. Auch dass er bei der Rollenauswahl bewusst nicht auf den möglichen Profit eines Filmes achten wollte, tat seinem Erfolg keinen Abbruch.

    Den internationalen Durchbruch erzielte er 1990 mit der Rolle des Edward in Edward mit den Scherenhänden, für die er in der Kategorie Bester Hauptdarsteller für den Golden Globe nominiert wurde. Eine ganze Reihe weiterer Filme wie Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa, Fear and Loathing in Las Vegas und Sleepy Hollow folgten. Doch unvergessen wird wohl seine Rolle im Dreiteiler Fluch der Karibik bleiben. Als exzentrisch anmutender Pirat Jack Sparrow segelt er durch die Karibik und versucht Untoten auf die Spur zu kommen. Obwohl die Studiobosse nicht von dem Film angetan waren, entwickelte dieser sich zum Kassenschlager und verband Johnny Depp unzertrennlich mit der Rolle des Jack Sparrow. Sogar Depps Tochter antwortete auf die Frage, welchen Beruf ihr Vater ausübt, mit „Daddy ist ein Pirat“.

    Johnny Depp in Fluch der Karibik

    Einer der Hauptgründe für den Erfolg des Filmes ist wohl gerade die Darstellung des Piraten, die Depp laut dem Regisseur Gore Verbinski seiner eigenen Persönlichkeit nachempfunden habe. Depp dagegen behauptet, sich an dem Gitaristen der Rolling Stones, Keith Richards, orientiert zu haben, da die Piraten wie Rockstars gewesen seien. Wie viel auch immer von seinem eigenen Charakter in der Rolle steckt - der zweite Teil des Films erzielte in den ersten drei Tagen nach seinem Anlaufen in den USA 135,5 Millionen Dollar, womit er alle bisherigen Rekorde schlug.

    Der zum Sexiest Man Alive gewählte Depp sieht sich selbst weniger als Schauspieler denn als Vater, er ist bereits seit elf Jahren mit der Sängerin Vanessa Paradis liiert und hat zwei Kinder. Er lebt in Los Angeles und in Frankreich - Europa ist ihm sogar lieber als die USA, da der Inhaber von Weingütern das Landleben liebt. Über sein Heimatland spricht er dagegen nicht immer positiv, er bezeichnete es in einem Interview als „dumme Puppe mit großen Zähnen“ und sprach sich gegen den Irakkrieg aus.

    Filmplakat Charlie und die Schokoladenfabrik

    Sein Leben dokumentiert Depp mit Tätowierungen, die an wichtige Personen und Ereignisse in seinem Leben erinnern, aber auch mit Narben, die er sich selber zugefügt hat. Sein Körper sei wie ein Tagebuch, sagt er, in dem man die prägenden Einflüsse nachlesen kann. Eine neuer Abschnitt in seinem Leben könnte die Hochzeit mit seiner Freundin darstellen, um die es in diesem Jahr bereits Spekulationen gab. Depp allerdings fürchtet um den Namen seiner Freundin Paradis. Dieser ist natürlich schöner als sein eigener, von dessen deutscher Bedeutung er auch weiß.

    Vielleicht gelingt ihm es ihm mit seinem neuen Film Public Enemies eine neue Rolle an sich zu binden - eher wortkarg und cool als amüsant und exzentrisch.