Special - Hilde: Die große Diva kehrt zurück auf die Leinwand

    Aus Film-Lexikon.de

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    "Für mich soll's rote Rosen regnen" - jedem liegt beim Lesen dieser Zeilen die rauchige, gefühlvolle Stimme von Hildegard Knef im Ohr. Heike Makatsch verkörpert die Diva aktuell in Hilde, einem Film über das von Höhen und Tiefen geprägte Leben der außergewöhnlichen Sängerin, Schauspielerin und Autorin.

    Am 1. Februar 2002 verstarb Hildegard Knef in Berlin. Die 76 Jahre ihres Lebens waren mehr als ausgefüllt: Rastlos wechselte sie ständig ihren Wohnort zwischen den USA und Deutschland, sorgte 1950 mit der ersten Nacktszene in den deutschen Kinos für einen Skandal, war dreimal verheiratet, nahm 23 LPs auf, drehte 49 Filme, war in 15 Theaterstücken zu sehen und schrieb sieben Bücher.

    Schauspielschule

    Die Knef in jungen Jahren

    Hildegard Frieda Albertine Knef wurde am 28. Dezember 1925 in Ulm geboren. Bereits ein Jahr später verstarb ihr Vater und sie zog mit der Mutter nach Berlin. Nach der mittleren Reife begann die 15-Jährige eine Ausbildung als Zeichnerin in den UFA-Filmstudios. Dort fiel den Schauspiellehrern ihr Talent auf, so dass sie Hildegard eine Ausbildung zur Schauspielerin verschafften. Ihre ersten Filme drehte sie bereits in der NS-Zeit – kein Wunder, sie war damals mit dem "Reichsfilmdramaturgen" Ewald von Demandowsky liiert.

    Zum Ende des Krieges trat Hildegard vor allem im Theater auf. Mit ihrer Rolle im Film "Die Mörder sind unter uns" (1946) wurde sie international bekannt. Sie wurde zum ersten großen Star der Nachkriegszeit und war unter anderem auf dem ersten Titelblatt der Zeitschrift "Stern" abgebildet. Mit Zwischen gestern und morgen wirkte sie 1947 in der ersten deutschen US-lizenzierten Nachkriegsproduktion mit. In diesem Jahr ging sie auch ihre erste Ehe mit dem US-Offizier Kurt Hirsch ein. Als Hollywood-Produzent David O. Selznick ihr einen Sieben-Jahres-Vertrag anbot, zog sie in die Staaten. Dort lernte sie Marlene Dietrich kennen und wurde amerikanische Staatsbürgerin.

    Die Sünderin

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    Zur Sünderin wurde Hildegard Knef durch den Dreh des gleichnamigen Films 1950. Die kurze Nacktszene, in der Knef zu sehen ist, führte zu einem Aufschrei in Deutschland. Einhergehend mit dem großen Erfolg des Skandalfilms nahm Hildegard Knef 1951 ihre erste Schallplatte auf.

    Vor dem großen Rummel in Deutschland floh Hildegard Knef wieder in die USA, wo sie zum Star avancierte, unter anderem in dem Film Schnee am Kilimandscharo spielte, Marilyn Monroe kennen lernte und am Broadway sang. Doch auch in den Staaten hielt es Knef nicht ewig aus: Nach einem Zerwürfnis mit der Filmgesellschaft Fox ging sie wieder zurück nach Deutschland und beendete damit ihre große Zeit beim Film.

    Die Deutschen nahmen der Schauspielerin ihre Freizügigkeiten immer noch übel, und so wirkte Knef nun in mittelmäßigen Produktionen in Frankreich und Großbritannien mit. Dabei lernte sie ihren zweiten Ehemann David Cameron kennen, mit dem sie ihre einzige Tochter Christina Antonia bekam. Mit der BBC-Show "The Hildegarde Neff Show" (unter diesem Namen war sie im Ausland bekannt) begann ihre zweite Karriere als Sängerin. Auch in ihrer Heimat Deutschland wurde Hildegard wieder gefeiert. Seit ihrer Autobiografie "Der geschenkte Gaul" 1970 war Hildegard Knef auch als Autorin erfolgreich.

    Jeder stirbt für sich allein

    Eine gereifte Hildegard Knef

    Doch ihre Deutschland-USA-Odyssee hatte noch kein Ende genommen: Weil sie Ende der 70er nur noch mit ihrer Scheidung von Cameron, ihrer Krebserkrankung und einem Face-Lifting Schlagzeilen machte, ging sie 1982 mit ihrem dritten Mann Paul von Schell wiederum nach Los Angeles. 1989 kam sie hochverschuldet zurück nach Deutschland.

    In den letzten zwanzig Jahren ihres Lebens gaben sich Höhen und Tiefen die Hand, an einem Tag wurde sie von der Presse gefeiert und zu TV-Shows eingeladen, am nächsten Tag wurde sie wegen ihrer Krankheiten, ihres Rauch-, Alkohol- und Morphiumproblems beschimpft. Tatsächlich war Knef bis zum Ende ihres Lebens leidenschaftliche Kettenraucherin, was ihr schließlich zum Verhängnis wurde. In den Jahren vor ihrem Tod musste sie wegen eines Lungenemphysems immer wieder ins Krankenhaus, 2001 starb sie schließlich an einer Lugenentzündung.

    Noch mehr Infos zu Hilde

    Hilde soll auch an die Erfolge des deutschen Films im Jahr 2008 anknüpfen. Anfang des Jahres überraschte Doris Dörries Kirschblüten – Hanami mit Erfolgen auf Filmfestspielen, Til Schweigers Keinohrhasen lockte sechs Millionen Zuschauer an die Kinokassen und Der Baader Meinhof Komplex wurde für einen Oscar nominiert.