Sonnenallee

    Aus Film-Lexikon.de

    Micha Ehrenreich ist 17, sein Berufsziel ist Pop-Star, und er kleidet sich modisch. Er ist nicht richtig für, aber auch nicht richtig gegen das System. Wie sein Vater handelt er nach dem Motto "Rein in die Organisation und von innen aufmischen". Die Wohnung ist eng, der Nachbar bei der Stasi, der West-Onkel schmuggelt Nylons. Ein grüner Pass läßt seine Mutter um Jahre altern, und der ABV kommt durch einen verbotenen West-Song zu Fall. Osten hin, Westen her: Das Wichtigste für Micha ist Miriam, die unbeschreibliche, sagenhafte, unerreichbare Miriam. Micha legt ihr sein Leben zu Füßen und lernt dabei, es in die eigene Hand zu nehmen.



    Filmstab

    Regie Leander Haußmann
    Drehbuch Thomas Brussig, Leander Haußmann
    Kamera Peter-J. Krause
    Schnitt Sandy Saffeels
    Musik Stephen Keusch, Paul Lemp, Einstürzende Neubauten
    Produktion Claus Boje, Detlev Buck für BojeBuck Produktion

    Darsteller

    Mutter Katharina Thalbach
    Micha Ehrenreich Alexander Scheer
    Mario Alexander Beyer
    Vater Henry Hübchen
    ABV Detlev Buck
    Miriam Teresa Weißbach
    Sabrina Elena Meißner
    Wuschel Robert Stadlober
    Brötchen David Müller
    Kosscke Martin Moeller

    Kritiken

    Dirk Jasper: Ein Panorama des Ostens, erzählt von Leuten, die dabei waren, gefühlvoll und komisch, ebenso authentisch wie phantasievoll.

    TV Today 1999-21: Leander Haußmann (Regie/Buch), Thomas Brussig (Buch), Katharina Thalbach und Henry Hübchen (Michas Eltern) wissen, was sie hier auf die leichte Schulter nehmen - sie haben die DDR in den 70ern selbst erlebt. Detlev Buck agierte vor und hinter den in Babelsberg nachgebauten Kulissen: als Horkefeld und als Produzent. Die Hauptakteure um Alexander Scheer (Micha) sind No-Names - noch. Eine "Lindenstraße" mit Lubitsch-Touch.

    TV Movie 1999-21: Wie in der DDR steigt der eigentliche Spaß in den kleinen Nischen (des Films). Aber es bleibt bei wenigen satirischen Spitzen, die letztlich zu harmlos bleiben angesichts der Absurdität des DDR-Alltags. Erst recht, wenn jemand Regie führt, der im Theater vor Provokation nicht zurückschreckt. Es wäre schade, wenn man dem Kinopublikum kein Satire-Verständnis mehr zutraute.