Solo für Klarinette

    Aus Film-Lexikon.de

    Nach einer Razzia in einem Seniorenheim und einem ebenso kurzen wie frustrierenden Zwischenstop beim genervten Weib und geistesgestörten Kind hetzt Kriminalhauptkommissar Bernie Kominka mit seinem Kollegen Freddie zum Tatort eines grausigen Verbrechens. In einem trostlosen Mietshaus liegt die Leiche Georg Steinmanns, dem ein Stück seiner Genitalien fehlt - neben seinem zerschlagenen Gesicht eine zerbrochene Klarinette. Bernie fällt am Tatort ein gelber Regenschirm auf und kurz darauf eine Frau im roten Regenmantel. Das Kennzeichen ihres Wagens führt Bernie zu der geschiedenen und sehr attraktiven Anna, die er von da an heimlich beschattet. Doch alle Spuren in diesem Mordfall führen ins namenlose Nichts einer grauen Großstadt. Und während Bernie in seinen Ermittlungen auf der Stelle tritt, zerspringt sein Privatleben in tausend Scherben. Als er sich daraufhin mit seinem Vorgesetzten und Schwager Hecht anlegt, wird er auch noch vom Dienst suspendiert. Auf eigene Faust ermittelt Bernie weiter. Bald darauf begegnet er Anna auf einer Single-Party. Er fühlt sich hingezogen zu der einsamen und verletzlich wirkenden Frau. Sie behauptet, noch niemals von Steinmann gehört zu haben, doch in einer Ecke ihres Apartments entdeckt Bernie einen gelben Schirm. Obwohl sich in den folgenden Tagen sein Verdacht immer weiter erhärtet, bricht er die Beziehung zu Anna nicht ab - zu stark sind seine Gefühle. Die Analyse des anonymen Anrufers, der den Mord gemeldet hat, ergibt, daß sich dahinter die Stimme der Ex-Frau von Steinmann verbirgt. Sie gibt zu, den Mord gemeldet zu haben, bestreitet aber vehement, die Täterin zu sein. Bernie scheint währenddessen in aller Verzweiflung fast ein kleines bißchen Glück mit Anna gefunden zu haben. Er plündert sogar seine Lebensversicherung und bucht zwei Flüge in die Südsee. Doch dann bricht durch eine unerwartete Entdeckung seine Welt zusammen ...



    Filmstab

    Regie Nico Hofmann
    Drehbuch Susanne Schneider
    Vorlage Roman "Solo für Klarinette" von Elsa Lewin
    Kamera Hans-Günther Bücking
    Schnitt Inge Behrens
    Musik Nick Glowna
    Produktion Regina Zielger für Regina Ziegler Filmproduktion / ProSieben

    Darsteller

    Louise Bethmann Katharina Thalbach
    Emmi Mavie Hörbiger
    Bernhard Kominka Götz George
    Anna Weller Corinna Harfouch
    Freddie Bahlo Tim Bergmann
    Lydia Kominka Barbara Auer
    Theo Tobias Schenke
    Thomas Hecht Christian Redl
    Johanna Steinmann Barbara Rudnik
    Georg Steinmann Dietmar Mues
    Simon Weller Walter Kreye
    Frieder Haug Nikolaus Paryla
    Jolantha Miranda Condic
    Dörthe Daniela Ziegler
    Frau Jentsch Nicole Heesters
    Polizei-Ärztin Ute Willing
    Page Francis Codjoe
    Coco Saskia Vester
    Frau Faber Marion Reuter
    Pathologe Heinrich Schafmeister
    Pole Janusz Cichocki
    Laichinger Jochen Busse

    Kritiken

    Dirk Jasper: Nico Hoffmann ("Der Sandmann") inszenierte diesen packenden Thriller, in dem der Traum von Liebe und Geborgenheit in der kalten Wirklichkeit von Sex, Kriminalität und Berechnung keinen Platz findet. "Solo für Klarinette" vereint auf der Kinoleinwand eine Vielzahl der hochkarätigsten Schauspieler, die Deutschland zur Zeit zu bieten hat: Götz George ("Der Totmacher") brilliert als Bulle mit Herz, neben einer grandios agierenden Corinna Harfouch ("Das Mambo-Spiel") bestehen auch Barbara Auer ("Frauen sind was Wunderbares"), Barbara Rudnik ("Der Campus"), Tim Bergmann ("Echte Kerle") und Christian Redl ("Das Trio") durch ihre eindrucksvolle Leinwand-Präsenz.

    Blickpunkt Film 37/1998: Nico Hoffmanns Verfilmung eines Romans der Psychoanalytikerin Elsa Lewin reflektiert die präzise und intime Seelenstudie der Vorlage, hinter der die Kriminalhandlung zurücktritt. Schauspielerisch lebt der Film von Corinna Harfouchs brillanter Leistung, während Götz Georges mimischer Überdruck gelegentlich anstrengend wirkt.

    film-dienst 21/1998: Schauspielerisch etwas zu forciert, bietet der klug durchdachte Film Unterhaltung auf beachtlichem Niveau.