Solino

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    In den sechziger Jahren verlässt die Familie Amato ihr italienisches Heimatdorf Solino und wandert nach Duisburg aus. Dort gibt es Stahlwerte, Kohlegruben und auch Schnee. Aber Pasta und Pizza? Das Leben ist trostlos wie die Arbeit, die Wohnung und das mickrige Gemüse. Vater Romano hat den Untertage-Job in der Zeche bald satt, Mutter Rosa hat Heimweh. So entsteht der Plan, die erste Pizzeria des Ruhrgebietes zu eröffnen. Während Mutter Rosa kocht und Vater Romano den weiblichen Gästen schöne Augen macht, verlieben sich die Söhne Gigi und Giancarlo in dasselbe Mädchen. Im Laufe der Jahre zerbricht die Familie, und auch Gigi und Giancarlo trennen sich im Bruderzwist. Der eifersüchtige Giancarlo, der seinem Bruder zwanghaft alles wegzunehmen trachtet, schafft es in keinem Job. Gigi dagegen weiß schon als Junge, dass er Filmemacher werden will. In den 80er Jahren verödet die Pizzeria in Dortmund im Zeitgeist-Design, Gigis Traum vom Film versandet in einem stillgelegten italienischen Freilichtkino, Giancarlo geht zum Fernsehen. Erst zehn Jahre später begegnen sich die beiden wieder - da stellt sich die Frage: Wer hat sein Leben richtig gelebt?



    Filmstab

    Regie Fatih Akin
    Drehbuch Ruth Thoma
    Kamera Rainer Klausmann
    Schnitt Andrew Bird
    Musik Jánnos Eolou
    Produktion Stefan Schubert, Ralph Schwingel, Hejo Emons für Bavaria Film

    Darsteller

    Gigi Amato Barnaby Metschurat
    Giancarlo Amato Moritz Bleibtreu
    Rosa Amato Antonella Attili
    Hajo Lukas Gregorowicz
    Romano Amato Gigi Savoia
    Regisseur Baldi Vincent Schiavelli
    Jo Patrycia Ziolkowska
    Ada Tiziana Lodato
    Franco Francesco Fiannaca
    Rainer Baumann Bastian Trost
    Vater von Jo Christian Tasche
    Blonde Vivian Fritz
    Fotograf Klasen Hermann Lause

    Kritiken

    film-dienst 2002-23: 20 Jahre im Leben einer süditalienischen Familie, die 1964 ins Ruhrgebiet emigrierte und die erste Pizzeria in Duisburg eröffnete. Ein epischer Bilderbogen, dem es mitunter an Überzeugungskraft mangelt, da vieles nur behauptet und die Konfrontation mit der Fremde nicht immer überzeugend vermittelt wird. Auch die den Figuren innewohnende Tragik tendiert durch die zögerliche Inszenierung eher zur Rührseligkeit.

    Cinema 2002-11: Fatih Akin, selbst ein Einwandererkind, und "Gloomy Sunday"-Autorin Ruth Thoma verdichten unzählige gebrochene Gastarbeiter-Biografien zu einem zwanzig Jahre überspannenden Familienepos (...) Fatih Akin legt mit "Solino" die filmische Umsetzung eines berühmten Zitats des Schriftstellers Max Frisch vor: "Wir riefen Gastarbeiter, und es kamen Menschen."

    TV-Spielfilm 2002-23: ein Film mit Mut zum Gefühl.


    Wertungen

    2.3 Sterne
    3 Bewertungen
    Original -
    Jahr/Land 2002 / Deutschland
    Genre Drama
    Film-Verleih Warner Bros./X Verleih
    FSK ab 12 Jahre
    Laufzeit 125 Minuten
    Kinostart 07. November 2002