So haben wir gelacht

    Aus Film-Lexikon.de

    Giovanni hat ein ehrgeiziges Ziel. Er, der selbst Analphabet ist, möchte, daß sein jüngerer Bruder Pietro Grundschullehrer wird und das hierfür nötige Examen ablegt; nicht eines guten Verdienstes wegen oder gar in der Erwartung von Reichtum, sondern aus dem insgeheim gehegten Wunsch heraus, daß zumindest dem kleinen Bruder, den er wie einen Sohn liebt, jene Schätze, die man sich durch die Bildung erschließen kann und die einen unweigerlich zum Wohlstand führen müssen. Es erweist sich, daß bei dem Vorhaben viele Hindernisse zu überwinden sind, und der Ausgang des Abenteuers ist beunruhigend. Vielleicht werden die beiden Brüder niemals Klarheit darüber gewinnen, ob sie nun am Ende gewonnen oder verloren haben, und wieviel es sie gekostet hat, einfach nur erwachsen zu werden und im Leben vorwärts zu kommen ...



    Filmstab

    Regie Gianni Amelio
    Drehbuch Gianni Amelio
    Kamera Luca Bigazzi
    Schnitt Simona Paggi
    Musik Franco Piersanti
    Produktion Vittorio Cecchi Gori, Rita Cecchi Gori

    Darsteller

    Giovanni Enrico Lo Verso
    Pietro Francesco Giuffrida
    Rosario Claudio Contartese
    Gehilfe von Giovanni Vittorio Rondella
    Professor Rosini Paolo Sena
    Ada Simonetta Benozzo

    Kritiken

    Dirk Jasper: Mit einem großen epischen Entwurf erzählt Gianni Amelio die Geschichte zweier sizilianischer Brüder, die Ende der 50er Jahre nach Turin gehen, um dort ihr Glück zu machen. Ein Film vor dem Hintergrund des italienischen Nord-Süd-Konfliktes über Bruderliebe, Opferbereitschaft und bedingungslose Hingabe, über den Verlust der Unschuld, der nicht von ungefähr an Viscontis "Rocco und seine Brüder" erinnert.

    TV Today 15/1999: Der Titel ist nicht Programm: Das düstere, melancholische Brüder-Drama erinnert an die Filme des Neorealismus, zeigt sich aber weniger kraftvoll.

    Cinema 07/1999: Gutgemeinte, aber in drögem Sozialkitsch watende Studie über den elenden, grauen Alltag der norditalienischen Arbeiterklasse.