Sissy Spacek

    Aus Film-Lexikon.de

    US-amerikanische Filmschauspielerin und Sängerin; * 25. Dezember 1949 in Quitman, Texas

    eigentlich: Mary Elizabeth Spacek;

    In ihrem texanischen Geburtsort Quitman besuchte Sissy Spacek (den Spitznamen erhielt sie von ihren Brüdern) die High School, bevor sie als Countrysängerin "Rainbow" umher tourte und unterschiedlichste Reaktionen erntete. Um über die Runden zu kommen, trat sie in Werbespots auf und kam so zur Schauspielerei. Sie schrieb sich erfolgreich an Lee Strasbergs Actor's Studio in New York ein und erhielt 1972 ihre erste Rolle in "Prime Cut" (mit Gene Hackman), wo sie die Prostituierte Poppy spielt. Als Partnerin von Martin Sheen tauchte sie ein Jahr später in dem Kultfilm "Badlands - Zerschossene Träume" ("Badlands", 1973) auf.

    Drei Jahre später erhielt Spacek ihre erste Oscar-Nominierung: In Brian De Palmas "Carrie - Des Satans jüngste Tochter" ("Carrie", 1976; nach dem gleichnamigen Horrorroman von Stephen King) spielte sie ein besessenes junges Mädchen. Tatsächlich erhalten hat sie den Oscar jedoch erst einige Jahre später für ihre Darstellung der Country-Sängerin Loretta Lynn in Michael Adepts "Nashville Lady" ("Coal Miner's Daughter", 1980). Sie sang in diesem Film alle Songs selbst. Zusammen mit Jack Lemmon (der ihren Schwiegervater spielt) sah man Sissy Spacek als Bess Horman in "Vermisst" ("Missing", 1982), wofür sie eine erneute Oscar-Nominierung erhielt. Als willensstarke Farmersfrau in Mark Rydells "Menschen am Fluss" ("The River", 1984) beeindruckte sie und konnte sich erneut über eine Oscar-Nominierung freuen.

    Auch im Bereich des Independent-Films war Spacek zuhause: 1977 spielte sie die Pinky Rose in Robert Altmans Gesellschaftsdrama "Drei Frauen" ("3 Women"), ein Porträt des amerikanischen Kapitalismus.

    In den 1980er Jahren sah man die Schauspielerin mit dem Image des ewig jungen Mädchens vor allem im Fernsehen. Außerdem wirkte sie in zwei Filmen ihres Ehemanns Jack Fisk mit, "Der geheimnisvolle Fremde" ("Raggedy Man", 1981) und "Liebe ist nur eine Illusion" ("Violets Are Blue", 1986; mit Kevin Kline). 1985 übernahm sie die Hauptrolle in "Marie - Eine wahre Geschichte" ("Marie"), und ein Jahr später verkörperte sie eine der Frauen in "Verbrecherische Herzen" ("Crimes of the Heart"; mit Diane Keaton und Jessica Lange; Oscarnominierung für Sissy Spacek). Als (etwas blasse) Frau des Präsidenten stand sie 1991 für Oliver Stones "JFK" vor der Kamera.

    Während der 1990er Jahre nahm Spacek nur noch wenige Rollen an. Sie bevorzugte sozialpolitische Filme wie das Bürgerrechtsdrama "Der lange Weg" ("The Long Walk Home", 1990), den Fernsehfilm "A Private Matter" (1992) über die Problematik der Abtreibung oder das Drama "Kaltes Land" ("North Country", 2005; mit Charlize Theron), das die Geschichte des ersten erfolgreichen Prozesses gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz in den USA thematisiert. Für ihre Rolle der Ruth Fowler im Independentfilm "In the Bedroom" (2001) über eine Kleinstadtfamilie, die durch eine Tragödie auseinandergerissen wird, erhielt sie ihre sechste Oscarnominierung.

    Insgesamt wurde Sissy Spacek sechs Mal für den Oscar nominiert, einmal erhielt sie ihn. Ebenfalls sechs Mal war sie für den Golden Globe nominiert, dabei war sie drei Mal erfolgreich.


    Filmografie - Darsteller


    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Film
    Oscar.jpg 1980 Beste Hauptdarstellerin --
    nom 2001 Beste Hauptdarstellerin In The Bedroom
    nom 1986 Beste Hauptdarstellerin --
    nom 1984 Beste Hauptdarstellerin Der Strom
    nom 1982 Beste Hauptdarstellerin Vermißt
    nom 1976 Beste Hauptdarstellerin Carrie - Des Satans jüngste Tochter