Silence

    Aus Film-Lexikon.de

    14480 plakat.jpg

    1638 brechen Pater Sebastião Rodrigues (Andrew Garfield) und Pater Francisco Garpe (Adam Driver) von Portugal ins für die westliche Welt völlig abgeschottete Japan auf, um der Wahrheit hinter den undenkbaren Gerüchten nachzugehen, dass ihr berühmter Lehrer Cristóvão Ferreira (Liam Neeson) seinem Glauben abgeschworen habe.

    Nach ihrer Ankunft erleben sie die brutale und unmenschliche Verfolgung der Christen durch die japanischen Machthaber. Angesichts der Ereignisse in einer Gesellschaft, die keine Toleranz kennt und in der der Tod an der Tagesordnung ist, stellt sich Sebastião auf seiner Reise durch das von der Gewaltherrschaft der Shōgune zerrissene Land die immerwährende Frage: Wie kann Gott zu all dem schweigen?





    Filmstab

    Regie Martin Scorsese
    Drehbuch Jay Cocks, Martin Scorsese
    Kamera Rodrigo Prieto
    Schnitt Thelma Schoonmaker
    Musik Kim Allen Kluge, Katherine Kluge
    Produktion Martin Scorsese, Emma Tillinger Koskoff, Randall Emmett, Barbara De Fina, Gaston Pavlovich, Irwin Winkler, Vittorio Cecchi Gori

    Darsteller

    Pater Sebastião Rodrigues Andrew Garfield
    Pater Francisco Garupe Adam Driver
    Pater Cristóvão Ferreira Liam Neeson
    Dolmetscher Tadanobu Asano
    Pater Alessandro Valignano Ciarán Hinds

    Kritiken

    www.kritiken.de Peter Osteried: Silence ist ein ruhiger Film, der sowohl Gläubigen als auch Nichtgläubigen etwas zu bieten hat. Tatsächlich bestätigt er beider Perspektive, ohne jemals zu stark das Pendel in die eine oder andere Richtung ausschlagen zu lassen. Das ist inhaltlich enorm befriedigend, weil die Intelligenz, aber auch das Herz des Zuschauers angesprochen werden – und das mit einem Film, der von Scorsese mit Eleganz inszeniert und von Dante Ferreti bildgewaltig aufgenommen wurde.

    www.wessels-filmkritik.com Antje Wessels: Der Aufwand hinter „Silence“ lässt zu keiner Minute die Frage aufkommen, ob es sich bei diesem Film tatsächlich um ein Herzensprojekt Martin Scorseses handelt. Doch die durchgehende Schwermut und die gezeigte Gewalt fordern nicht bloß viel Geduld und Gutwillen vom Zuschauer, sich für die Belange der unnahbar bleibenden Hauptfigur zu interessieren. Der Film bedarf auch einer fraglosen Akzeptanz der gezeigten Ereignisse. Und das ist auf die Dauer ganz schön anstrengend.

    www.kinofans.com Heiner Gumprecht: Technisch brillant und von höchster schauspielerischer Leistung durchzogen. „Silence“ ist ein Meisterwerk, in vielerlei Hinsicht. Aber es ist auch ein schwer verdaulicher Eintopf, dessen Rezept nicht darauf ausgelegt wurde, jedermann zu gefallen, sondern die richtigen Inhaltsstoffe zu liefern. Scorseses Historiendrama ist lang — manchmal zu lang, schwerfällig und kontrovers. Wie ein harter, kantiger Stein im sonst so öden Meer aus immer gleichen Sandkörnern. Wunderschön und von beneidenswerter Faszination. Aber in gewisser Weise auch störend, schmerzhaft, fast schon unnatürlich.

    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Name
    nom 2016 Beste Kamera Rodrigo Prieto