Shutter Island

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    Zeitpunkt der Handlung ist 1954, als sich der Kalte Krieg zwischen den Großmächten auf seinem Höhepunkt befindet. U.S. Marshal Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) wird mit seinem neuen Partner Chuck Aule (Mark Ruffalo) nach Shutter Island beordert. Dort sollen sie klären, wie es einer brillanten mehrfachen Mörderin gelingen konnte, aus einem abgeschlossenen Zimmer des eigentlich absolut fluchtsicheren Ashecliffe Hospital zu entkommen und spurlos zu verschwinden. Auf der abgelegenen, vom Wind gepeitschten Insel, umgeben von untersuchenden Psychiatern und gefährlichen psychopathischen Patienten, erwartet die Marshals eine unheimliche, explosive Atmosphäre. Eine Atmosphäre, die andeutet, dass hier nichts so ist wie es scheint.

    Während ein Hurrikan aufzieht, kommen die Ermittlungen schnell voran. Doch als der Sturm immer intensiver wird, immer neue Verdächtigungen und Rätsel aufkommen, steigen mit jeder weiteren Enthüllung auch Spannung und Schrecken an. Hinweise und Gerüchte tauchen auf von dunklen Verschwörungen, von hässlichen medizinischen Experimenten, repressiver Bewusstseinskontrolle, geheimen Klinikstationen, vielleicht sogar von Spuren übernatürlicher Vorgänge, doch Beweise dafür gibt es nicht. In den düsteren Schattenzonen einer Klinik, die wie ein Spuk nicht nur von den schrecklichen Taten ihrer gerissenen Patienten, sondern auch den undurchschaubaren Absichten ihrer nicht minder raffinierten Ärzte heimgesucht wird, spürt Teddy, dass er gezwungen sein wird, sich seinen tiefsten und schrecklichsten Ängsten zu stellen, je weiter er mit seinen Ermittlungen vordringt. Und es wird ihm bewusst, dass er die Insel vielleicht nicht mehr lebend verlassen wird.





    Filmstab

    Regie Martin Scorsese
    Drehbuch Laeta Kalogridis
    Vorlage Dennis Lehane
    Kamera Robert Richardson, ASC
    Schnitt Thelma Schoonmaker, ACE
    Musik Robbie Robertson
    Produktion Martin Scorsese

    Darsteller

    Teddy Daniels Leonardo DiCaprio
    Chuck Aule Mark Ruffalo
    Dr. Cawley Ben Kingsley
    Dolores Michelle Williams
    Rachel Solando Emily Mortimer
    Rachel Solando Patricia Clarkson

    Kritiken

    kino.de 2010-02: Ein starkes Stück Pulp Fiction, ein wild geplottetes Horrorszenario, das zahllose falsche Fährten auslegt und dabei auch schon mal derbe den Holzhammer auspackt, um den Leser von seinem gut gehüteten und doch so offensichtlichen Geheimnis abzulenken.

    Sascha Keilholz (critic.de) 2010-02: Dem Zuschauer gibt die Romanverfilmung nicht nur auf der Plotebene arithmetische Rätsel auf. (...) Misst man den Perfektionisten Scorsese jedoch an seinen Meilensteinen, lässt sich Ähnliches wie bereits bei The Departed beobachten und konstatieren. Auch dort fügte der Amerikaner dem asiatischen Original Infernal Affairs (Wu jianduo, 2000) einiges hinzu. Mit dem Resultat, einen guten Film vorzulegen, der allerdings nicht an das Ausgangsmaterial heranreicht.

    Tobias Kniebe (sueddeutsche.de) 2010-02: Das finale Rätsel von Shutter Island bleibt ungelöst: Wie ein so großer Regisseur in einen so großen Irrtum hineingeraten konnte.

    Gunar Decker (Neues Deutschland) 2010-02: Scorsese zeigt uns einen virtuosen Totentanz im Dämmerlicht einer untergehenden Zivilisation. Wahrheit? Eine Frage der Dosis! Das Personal dieser Insel-Anstalt: erstklassig besetzt, von Ben Kingsley als komplett undurchschaubarem Anstaltsleiter bis zum bedrohlichen Max von Sydow als altem Arzt mit stark deutschem Akzent. (...) Scorsese beweist sich mit »Shutter Island« wiederum als Visionär der noch ungeträumten Möglichkeiten unserer weiteren Menschwerdung – oder der weiteren Entmenschlichung.