Sexy Beast

    Aus Film-Lexikon.de

    Gary "Gal" Dove ist ausgestiegen. Früher war er der beste und raffinierteste Safeknacker in ganz London und an so manch großem Coup beteiligt. Doch nachdem er dafür seine Zeit im Gefängnis abgesessen hat, genießt er nun das luxuriöse Leben an der spanischen Costa del Sol zusammen mit seiner Frau Deedee, einem ehemaligen Pornostar. Gal verbringt die Tage mit süßem Nichtstun am Pool und lässt sich in der Sonne braten, während Deedee die Designer-Boutiquen leer kauft. Life is sweet! Doch da holen Gal die Schatten der Vergangenheit ein. Don Logan soll ihn für einen brisanten Auftrag nach England zurückholen. Gangsterboss Teddy Bass plant einen spektakulären Bruch: Mit einer Unterwassersprengung will Bass von einem Dampfbad aus in die daneben gelegene Bank eindringen und den ultramodern gesicherten Tresor ausräumen. Und es gibt nur einen Mann, der dafür die nötigen Kenntnisse und das richtige Fingerspitzengefühl besitzt: Gal Dove. Doch der will sein Paradies und seinen Seelenfrieden nicht aufgeben. Leider akzeptiert die "Firma" aber keine einseitige Kündigung - und nicht umsonst hat der knallharte Bass ihm Logan auf den Hals geschickt: den denkbar brutalsten psychotischen Killer. Die beiden liefern sich ein knallhartes Duell, das mit einer blutigen Nacht am Pool endet. Schließlich fliegt Gal doch nach London - und so oder so soll es für ihn das letzte Mal sein ...



    Filmstab

    Regie Jonathan Glazer
    Drehbuch Louis Mellis, David Scinto
    Kamera Ivan Bird
    Schnitt John Scott, Sam Sneade
    Musik Roque Baños
    Produktion Jeremy Thomas

    Darsteller

    Teddy Bass Ian McShane
    Gal Ray Winstone
    Don Logan Ben Kingsley
    Deedee Amanda Redman
    Harry James Fox
    Aitch Cavan Kendall
    Jackie Julianne White
    Enrique Alvaro Monje
    Andy Robert Atiko

    Kritiken

    Der Spiegel 2002-26: "Sexy Beast" zeigt den "Ghandi"-Darsteller Ben Kingsley als Mann, der Gewaltpredigt und über Leichen geht. 20 Jahre lang stand der Star unter dem Fluch der guten Tat, suchte mit fast jeder neuen Rolle verzweifelt das Böse im Menschen und hat es nun endlich gefunden: Zum Killer, bei dessen Anblick selbst hartgesottene Gangster bereits in Leichenstarre zu verfallen scheinen, stilisiert ihn der Werbe- und Videoclip-Regisseur Jonathan Glazer in seinem Spielfilmdebüt. In dieser ambitionierten, manchmal sehr kargen, dann wiederum ziemlich wüsten Genre-Variation aus England liefert Kingsley sein Meisterschurkenstück.

    Rhein-Zeitung: 2002-06-28: Schade, dass Kingsleys brillanter Widerpart Ray Winstone als weich gewordener schwerer Junge angesichts Kingsleys mephistophelischer Performance etwas untergeht. Glazers größtes Talent ist es, die Konfrontation der beiden psychologisch stimmig zu verdichten und nicht nur für Gal Mitgefühl zu erzeugen, sondern sogar ein kleines bisschen für Logan, den ungeliebten, von Neid zerfressenen Gangster-Büttel. Weil das Böse interessanter ist als das Gute, macht der Ex-Gandhi als Giftnickel einfach mehr Spaß.

    Roland Kruse (TV-Spielfilm) 2002-14: Aggressiv, intelligent und witzig: Das Ding mußs einfach zum Kultfilm werden!

    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Name
    nom 2001 Bester Nebendarsteller Ben Kingsley