Samaria

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    Yeo-Jin, noch keine zwanzig, lebt mit ihrem verwitweten Vater zusammen. Ihre beste Freundin Jae-Young arbeitet als Prostituierte. Yeo-Jin ist so etwas wie ihre Managerin – sie hat ein Auge auf ihre Kunden und ihre Einnahmen. Als sich Jae-Young in einen Freier verliebt und ein Abendessen zu dritt verabredet, reagiert Yeo-Jin sehr verärgert auf diese Intimität, Jae-Young sagt daraufhin die Verabredung ab.

    Kurz darauf unterläuft Yeo-Jin ein verhängnisvoller Fehler. Wie üblich steht sie Schmiere, als Jae-Young mit einem Mann im Motel verschwindet. Doch diesmal übersieht sie die Polizisten, die nach minderjährigen Prostituierten fahnden. Um nicht von ihnen geschnappt zu werden, springt Jae-Young aus dem Fenster und verletzt sich dabei schwer.

    Auf dem Sterbebett bittet sie Yeo-Jin, den Mann herbeizuholen, mit dem sie zum Essen verabredet waren. Nach kurzem Zögern willigt Yeo-Jin ein, doch der Mann will Jae-Young nicht sehen – es sei denn, Yeo-Jin ginge mit ihm ins Bett. Ihrer Freundin zuliebe tut sie es. Doch als die zwei im Krankenhaus eintreffen ist Jae-Young schon tot.

    Von nun an trifft sich Yeo-Jin mit allen ehemaligen Freiern ihrer Freundin und schläft mit ihnen. Verdienen will sie dabei nicht, im Gegenteil: Sie gibt ihnen ihr Geld zurück. Eines Tages kommt Yeo-Jins Vater hinter das Doppelleben seiner Tochter. In seiner Wut beginnt er, sich an ihren Freiern zu rächen. Bis er einmal zu hart zuschlägt ...



    Filmstab

    Regie Ki-Duk Kim
    Drehbuch Kim Ki-Duk
    Kamera Sun Sang-Jae
    Schnitt Kim Ki-Duk
    Musik Park Ji
    Produktion Jae Jeong-Min

    Darsteller

    Young-Gi Lee Uhl
    Yeo-Jin Kwak Ji-Min
    Jae-Young Seo Min-Jung
    Verkäufer Kwon Hyun-Min
    Musiker Oh Young
    Ordentlicher Typ Im Gyun-Ho
    Harter Typ Jung Yoon-Soo
    Glücklicher Typ Lee Jong-Gi
    Selbstmörder Shin Taek-Ki
    Ermordeter Park Jung-Gik
    Zweiter Verkäufer Kim Gui-Seon
    Mann in den 30ern Seo Seung-Won
    Passant Yoo Jae-Ik
    Ki-Su Jung In-Gi
    Polizist Jeon Jin-Bae
    Polizist Yook Sae-Jin

    Kritiken

    Dirk Jasper: Der koreanische Regisseur Kim Ki-Duk, mit Samaria Gewinner des Silbernen Bären für die Beste Regie bei der Berlinale 2004, kann ohne Übertreibung als Shooting-Star der internationalen Filmkunstszene bezeichnet werden. Nach dem großen Erfolg mit „Frühling, Sommer, Herbst, Winter...und Frühling“ konnte Kim Ki-Duk beim Filmfestival von Venedig mit seinem allerneuesten Film „3-Iron (Binjip)“ den Regie-Preis gewinnen. Diese Bilanz innerhalb eines Jahres spricht für die Qualität dieses Regisseurs. Mit „Samaria“, einer humanisitschen und verstörenden Parabel über Schuld, Erlösung und Barmherzigkeit präsentiert sich Ki-Duk Kim als einer der interessantesten Autorenfilmer seiner Generation.

    Berliner Morgenpost: Samaria – Kim Ki-Duks fast philosophische Reflexion über den Verlust der Kindheit. Kim Ki-Duk besitzt einen scharfen Blick für die Perversitäten der koreanischen Gesellschaft und die Fähigkeit, sie zum bitterstmöglichen Ende voranzutreiben. Auch in Samaria rast der Zug des Verhängnisses wie auf Schienen des Schicksals auf den Abgrund zu, dock Kim Ki-Duk gestattet ihm diesmal kurz davor einen Zwischenhalt.

    Film O1: Der Einfluss der Malerei weht in den verwaschenen pastelfarbenen Bildern nach, aus denen in gedehnten Einstellungen eine Poesie des Erbarmens ensteht, die Elend und Brutatlität nie romantisiert, sondern stes auf die Verhältnisse zurückverweist, denen sie geschuldet sind.