Sade

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    Paris 1794. Die Französische Revolution ist über die alte Monarchie hinweggerollt, der König ist hingerichtet, und unzählige Adlige, denen der Gang auf die Guillotine möglicherweise noch bevorsteht, vegetieren in Pariser Gefängnissen vor sich hin. Unter ihnen ist auch Sade. Der berüchtigte Freigeist und Verfasser der skandalösen "Justine" ist den Jakobinern ebenso suspekt wie früher den Monarchisten. Seine langjährige Geliebte Marie-Constance erreicht jedoch, dass er in das Sanatorium Picpus verlegt wird, ein früheres Schloss, das in eine Art Luxusgefängnis der besseren Gesellschaft umgewandelt wurde. Dort macht Sade eine kostbare Eroberung; er gewinnt die Zuneigung der jungen Emilie. Und bevor der Lauf der Welt draußen endgültig über ihr Schicksal entscheidet, genießt es Sade, vielleicht zum letzten Mal ein großes Schauspiel der Lüste zu inszenieren.



    Filmstab

    Regie Benoît Jacquot
    Drehbuch Jacques Fieschi
    Kamera Benoît Delhomme
    Schnitt Luc Barnier
    Produktion Patrick Godeau

    Darsteller

    Emilie Isild Le Besco
    Sade Daniel Auteuil
    Marie-Constance Quesnet "Sensible" Marianne Denicourt
    Fournier Grégoire Colin
    Madame Santero Jeanne Balibar
    Viscount De Lancris Jean-Pierre Cassel
    Coignard Philippe Duquesne
    Chevalier De Coublier Vincent Branchet
    Président De Maussane Raymond Gérôme
    Augustin Jalil Lespert

    Kritiken

    Jens Golombek (TV Movie) 2000-26: "Sade" ist nichts für Voyeure. Im Gegensatz zu den detailfreudigen Werken des Marquis schlägt der Film nur im Dialog deftige Töne an. Zentrales Thema ist die Gesellschaft des revolutionären Frankreich, in der de Sade ein Außenseiter bleibt. Dem bis heute umstrittenen "Aufklärer der Lüste" verleiht Daniel Auteuil erstmals menschlicht Züge.

    Rolf von der Reith (TV Today) 2000-26: Der großartige Daniel Auteuil lebt sich in der Titelrolle voll aus. Dennoch wirkt sein - 1794 von Revolutionären eingeknasterter - Marquis de Sade, bei aller Mühe, dämonisch zu sein, eher wie ein gütiger Onkel.

    TV Spielfilm 2000-26: Ungewöhnliches Porträt, elegant inszeniert und gut besetzt.