Reine Formsache

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    muss man heiraten, um glücklich zu sein - oder sich scheiden lassen? Nur ganz starke Naturen, gestählt im Beziehungskampf, erprobt in vielen Schlachten des Alltags, Meister in Ellbogen-, Kopfstoß- und anderen Nahkampftechniken, sind dieser Herausforderung gewachsen: der Ehe. Für den passionierten Glücksspieler Felix ist die Ehe wie das Roulette – ein Spiel mit einer 50 prozentigen Gewinnchance. Leider sieht seine Ehefrau Pola das ganz anders. Und so bestellt Pola den treulosen Gatten dorthin, wo überlicherweise die Romantik endet: zum Scheidungstermin in den Gerichtsaal. Aber die Würfel sind noch nicht gefallen, denn jetzt beginnt Felix, für seine Liebe zu kämpfen ... Aber Felix ist ein Mann mit Vergangenheit und die ist in seinem Fall nicht dunkel, sondern weizenblond und heißt Ada. Die zügellose Ada ist scharf wie eine Rakete und kann ihre Finger nicht von Felix lassen. Dummerweise ist sie auch die Freundin seines besten Freundes Wito und Wito hat ein aufbrausendes Temperament und ist grenzenlos eifersüchtig ... was Felix schnell am eigenen Leib zu spüren bekommt.

    Auch aus der Ehe von Felix' Freunden Effi und Gustav, auf deren Hochzeit er Pola kennen gelernt hat, ist die Luft raus. Während Gustav heimlich von einem Abenteuer mit der drallen Supermarktkassiererin träumt, türmt sich bei Effi der Frust über ihr Hausfrauendasein ohne Höhepunkte. Fast scheint es, als wäre keine Liebe von Dauer. Erst als Felix’ Vater sich mit seiner Schusseligkeit und Paranoia in den alltäglichen Wahnsinn des Lebens der beiden Scheidungswilligen einmischt, nähern sich Pola und Felix langsam wieder an.

    Doch bis die drei Paare herausfinden, dass sie die große Liebe bereits gefunden haben, ist noch ein langer Weg ...



    Filmstab

    Regie Ralf Huettner
    Kamera Hannes Hubach
    Schnitt Dirk Vaihinger
    Musik Schallbau
    Produktion Béla Jarzyk

    Darsteller

    Felix Marc Hosemann
    Pola Christiane Paul
    Gustav Bastian Pastewka
    Effi Floriane Daniel
    Wito Oliver Korittke
    Ada Petra Schmidt-Schaller
    Kristin Idil Üner
    Hannibal Robert Schupp
    Felix’ Vater Michael Gwisdek

    Kritiken

    Dirk Jasper: Es macht richtig Spaß, diesem Ensemble attraktiver, deutscher Top-Stars dabei zuzusehen, wie es sich zusammenrauft, auseinander lebt und wieder zueinander findet. Solche Freunde möchte jeder haben. Humor, Sehnsucht und Melancholie stehen in dieser Geschichte ebenso im Mittelpunkt wie zügellose Leidenschaft und wahre Liebe. Authentische Dialoge, tolle Musik und schöne Bilder von Berlin als pulsierender Ausgangspunkt dieser aufregenden Lovestory machen Reine Formsache zu einem Erlebnis, das man nicht so schnell vergessen kann. Genau der richtige Film also, um gut gelaunt und beschwingt in den Frühling zu starten.

    film-dienst 8/2006: Vergnügliche deutsche Screwball-Komödie, die inhaltlich zwar nicht sonderlich originell ist, aber durch eine solide Inszenierung, Dialogwitz, Situationskomik und überzeugende Darsteller bestens unterhält und mitunter poetische Kino-Momente generiert.