Ravenous - Friss oder stirb

    Aus Film-Lexikon.de

    Die USA im Jahr 1847. Während im Süden der mexikanisch-amerikanische Krieg tobt, wird Captain John Boyd in ein kleines Fort in der Sierra Nevada versetzt. Nur sieben Soldaten sind hier stationiert - und sie verbringen den Tag mit Zeit totschlagen und dem Konsum diverser Drogen. Doch dann kommt der Abend, an dem die Ruhe ein jähes Ende findet! Ein Mann schleppt sich ins Fort und ruft um Hilfe. Er hat starke Erfrierungen und ist fast verhungert. Doch den Soldaten gelingt es, den Mann wieder hochzupäppeln. Dann erzählt der Gerettete seine schreckliche Geschichte: Sein Name ist Colqhoun, ein schottischer Immigrant, der gemeinsam mit seinen Kameraden auf dem Weg nach Kalifornien von einem Schneesturm überrrascht wurde. Seine Freunde und er mußten sich für viele Wochen in einer Höhle verkriechen - und als der Hunger unerträglich wurde, begannen einige von ihnen, die anderen zu töten, um sie zu essen. Auch Colqhoun wurde zum Kannibalen wider Willen. Als nur noch er, ein anderer Mann und eine Frau übrig waren, entschloß sich Colqhoun, nach Hilfe zu suchen. Der Kommandeur des Forts, Hart, begibt sich mit drei weiteren Soldaten - darunter auch Boyd - auf eine sofortige Rettungsmission. Colqhoun soll ihnen den Weg zur Höhle zeigen. Dort angekommen, offenbart sich aber eine grauenvolle Wahrheit: Colqhoun selbst, und nur er, hat all die Menschen getötet und verspeist, und verließ seinen Unterschlupf nur, um Nachschub zu organisieren. Blitzschnell hat er die ersten beiden Männer unter spöttischem Gelächter getötet. Dann macht er Jagd auf Boyd und seinen Kameraden Reich. Reich trifft schon bald eine tödliche Kugel aus Colqhouns Gewehr. Doch Boyd riskiert einen waghalsigen Sturz über einen steilen Felsvorsprung, wobei er den Leichnam von Reich mitreißt und zusammen mit dem Toten schwerverletzt in einer Bärenfalle landet. Tagelang steckt Boyd in der Grube fest, und um überleben zu können wird er selbst zum Kannibalen. Seine Wunden und Brüche verheilen auf wundersame Weise, seine Kraft wächst - bis er sich irgendwann ohne fremde Hilfe aus dem Erdloch befreien kann. Boyd schleppt sich zurück zum Fort - doch dort erwartet ihn keine Rettung, sondern eine schreckliche Überraschung ...



    Filmstab

    Regie Antonia Bird
    Drehbuch Ted Griffin
    Kamera Anthony B. Richmond
    Schnitt Neil Farrell
    Musik Michael Nyman, Damon Albarn
    Produktion Adam Fields, David Heyman für Fox 2000 Pictures

    Darsteller

    Boyd Guy Pierce
    Colqhoun / Ives Robert Carlyle
    Cleaves David Arquette
    Toffler Jeremy Davies
    Hart Jeffrey Jones
    General Slauson John Spencer
    Knox Stephen Spinella
    Reich Neal McDonough
    Martha Sheila Tousey
    Lindus Bill Brochtrup

    Kritiken

    TV Today 1999-24: Regisseurin Antonia Bird ("Der Priester") verbindet Western, Horror und blanken Slapstick zu einem sperrigen, aber faszinierenden Ganzen. Edelmimen wie Guy Pearce ("L. A. Confidential"), Robert Carlyle ("Ganz oder gar nicht") als Colquhoun und David Arquette ("Scream") verleihen dem vorsätzlich wirren Werk die nötige Würde. Höllisch makaber, extrem blutig, seltsam komisch - und dabei auch noch intelligent. Ein Geheimtip für Abgebrühte!

    TV Movie 1999-18: "Das große Fressen" erweist sich als ungenießbar: Der Horror beschränkt sich auf blutige Bilder, der Humor kommt mit dem Holzhammer. Offensichtlich möchte uns die Vegetarierin Antonia Bird ("Der Priester") zum völligen Verzicht auf Fleisch bekehren. Mit Erfolg: Nach diesem Schlachtfest ist einem erst einmal der Appetit vergangen.

    Cinema 1999-09: Blutreiches und doch blutleeres Kannibalen-Schauerstück mit Robert Carlyle und Guy Pierce, das 1847 im Wilden Westen spielt. Antonia Bird ("Priester") inszenierte.