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    Aus Film-Lexikon.de

    Im Jahre 1948 errichtet der türkische Provinz-Zollbeamte Mehdi im Auftrag Ankaras die bis dahin unmarkierte Grenze zwischen der Türkei und Syrien - peinlicherweise verläuft diese mitten durch sein Heimatdorf, deren Bürger von einem Tag auf den anderen durch Stacheldraht voneinander getrennt sind. Die einfachen Bauern haben natürlich keine Pässe - Grenzüberschreitungen sind damit unmöglich. Der einzige Arzt - und die einzige Prostituierte - des Ortes befinden sich plötzlich ausser Reichweite, Mehtis Sohn wird von seiner schwangeren Verlobten getrennt, der Dorftrottel begreift das Konzept Grenze nicht und wird beim fahrlässigen Überschreiten von übereifrigen Beamten angeschossen ... Mehdi, der doch nur seine Pflicht tun wollte, sieht sich mit einem Riesen-Chaos konfrontiert. Wie kann er sein Heimatdorf wieder aus diesem Schlamassel befreien, ohne die Regierung in Ankara zu verärgern?



    Filmstab

    Regie Sinan Cetin
    Drehbuch Gülin Tokat, Sinan Cetin
    Kamera Rebekka Haas
    Schnitt Aylin Tinel
    Musik Sezen Aksu
    Produktion Cemil Cetin für Plato Film Production

    Darsteller

    Mehdi Kemal Sunal
    Rahim Metin Akpinar
    Filiz Meltem Cumbul
    Adem Rafet el Roman
    Mahmut Ali Sunal
    Sahane Meral Orhonsay
    Nazmiye Müge Oruckaptan
    Melek Berfi Dicle
    Hamdi Kenan Baydemir

    Kritiken

    Dirk Jasper: Der Film über politische Grenzen und ihre zerstörerischen Auswirkungen basiert auf einer wahren Begebenheit.

    film-dienst 1999-21: Ironisch, sinnlich und dramaturgisch präzise entwirft der Film eine Parabel, wie aus Menschen Staatsbürger und aus Landschaften Hoheitsgebiete gemacht werden. Souveräne Schauspieler, eine bemerkenswerte Kamera und die konkrete Situierung der überschaubaren Geschichte öffnen einen universalen Deutungsrahmen.