Platoon

    Aus Film-Lexikon.de

    Chris Taylor ist vom College weg freiwillig nach Vietnam gegangen. In seinem jugendlichen Idealismus findet er es nicht richtig, daß dort fast nur junge Leute aus der Unterschicht und Schwarze für Amerika kämpfen. Taylor wird einer Infanterie-Einheit an der kambodschanischen Grenze zugeteilt. Beim ersten Einsatz im Dschungel reagiert er so hilflos wie die meisten Neuen. Bald merkt er, daß die Fronten nicht nur zwischen Amerikanern und Vietcong, sondern auch durch die eigene Truppe verlaufen.

    Auf der einen Seite stehen Männer wie Sergeant Barnes, eine erbarmungslose Kampfmaschine mit Spaß am Töten, auf der anderen Leute wie Sergeant Elias, der auch im Krieg noch seine Menschlichkeit bewahren möchte. In einem Dschungeldorf, das möglicherweise dem Vietcong als Stützpunkt dient, verfällt ein Teil der Soldaten in wildem Blutrausch. Barnes erschießt bei einem Verhör die Frau eines Bauern und will auch dessen Tochter umbringen; Elias stürzt dazwischen und droht, Barnes vor ein Kriegsgericht zu bringen. Dafür tötet ihn Barnes bei nächster Gelegenheit. Als die Einheit dann bei einem nächtlichen Gefecht fast aufgerieben wird, treffen Taylors letzte Schüsse den verwundeten Barnes - die Grausamkeit des Krieges hat auch ihn ergriffen ...



    Filmstab

    Regie Oliver Stone
    Drehbuch Oliver Stone
    Kamera Robert Richardson
    Schnitt Claire Simpson
    Musik Georges Delerue
    Produktion Arnold Kopelson für Hemdale Film Corporation

    Darsteller

    Chris Taylor Charlie Sheen
    Sergeant Barnes Tom Berenger
    Sergeant Elias Willem Dafoe
    Big Harold Forest Whitaker
    Rhah Francesco Quinn
    Sergeant O'Neill John C. McGinley
    Bunny Kevin Dillon
    Johnny Depp
    Sal Richard Edson

    Kritiken

    Cinema: Ein Erfolg, der auf einer geglückten Gratwanderung basiert. Stone kann sich zwar auf authentische Ehrlichkeit seiner Bilder berufen, aber gerade aus der bloßen Beschränkung auf die Oberfläche des Krieges resultiert die Fragwürdigkeit des Films. Hinter dem schockierenden Dokumentarismus von "Platoon" dräuen still und unauffällig patriotische Rehabilitation und konservativ-katholische Rückendeckung. Oliver Stone erteilt dem schlechten Gewissen der Amerikaner eine nachträgliche Absolution.

    FAZ: Sollte ausgerechnet "Platoon" Jahre nach "Apocalypse Now", "Deer Hunter" und "Killing Fields" die gedemütigte Nation zur Trauer fähig finden? Oder ist "Platoon" der Versuch einer psychologischen Nullösung des Vietnam-Problems: die endgültige Abrüstung der Entrüstung im Kino? "Platoon" gewährt jeder Interpretation Raum, er verklebt nur als Pflaster die Wunde Vietnam. Aber Heilung?

    Kölner Stadt-Anzeiger: Ein beklemmend realistischer Film über den kommandierten Wahnsinn des Krieges.

    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Name
    Oscar.jpg 1986 Bester Film
    Oscar.jpg 1986 Beste Regie Oliver Stone
    Oscar.jpg 1986 Bester Ton John "Doc" Wilkinson, Richard Rogers, Charles "Bud" Grenzback, Simon Kaye
    Oscar.jpg 1986 Bester Schnitt Claire Simpson
    nom 1986 Bester Nebendarsteller Willem Dafoe
    nom 1986 Bester Nebendarsteller Tom Berenger
    nom 1986 Bestes Originaldrehbuch Oliver Stone
    nom 1986 Beste Kamera Robert Richardson