Otto Gebühr

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    deutscher Schauspieler; * 29. Mai 1877 in Kettwig; † 13. März 1954 

    Otto Gebühr ist das Paradebeispiel eines Schauspielers, der in der Erinnerung des Publikums mit einer einzigen Rolle identifiziert wird. Auf Grund seiner Ähnlichkeit mit Friedrich II., König von Preußen, besetzte Carl Boese diese Rolle in "Die Tänzerin Barberina" (1920) erstmals mit ihm. Als ein Jahr später die Dreharbeiten zum monumentalen, vierteiligen Historienepos "Fridericus Rex" (Teil 1 und 2: 1922, Teile 3 und 4: 1923) begannen, wurde wiederum Gebühr dazu bestimmt, die verschiedenen Altersstufen der Titelfigur, vom Kronprinzen bis zum "Alten Fritz" und Sieger der Schlacht von Leuthen, darzustellen. Der Publikumserfolg des Films machte auch Gebühr sehr populär. Gebührs erster Tonfilm zeigte ihn ebenfalls in der Rolle des Preußenkönigs ("Das Flötenkonzert von Sanssouci", 1930).

    Der Höhepunkt des ideologisch-propagandistischen Filmkults um Friedrich den Großen wurde während der NS-Zeit erreicht ("Fridericus Rex", 1937; "Der große König", 1942). Trotzdem versuchte Gebühr, sich nicht völlig auf diese eine Rolle einengen zu lassen: In Rollen sanftmütiger Ehemänner, liebevoller Väter und schrulliger Junggesellen erinnerte er bis zum Schluss seiner filmischen Karriere daran, welches darstellerische Potential in ihm steckte (als weiser Wilhelm Arvik in "Wenn der junge Wein blüht", 1943, als Justizrat in "Hab' Sonne im Herzen", 1952).


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