Aus Film-Lexikon.de

    Oscarverleihung 2012

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    Am Abend des 26. Februars 2012 wurde in Los Angeles zum 84. Mal der begehrteste Filmpreis der Welt verliehen. Eigentlich sollte der Schauspieler und Komiker Eddie Murphy durch den Abend führen. Weil dieser jedoch kurzfristig absagte, holte die Academy ein altbekanntes Gesicht auf die Bühne: Billy Crystal. Er moderierte die Verleihung damit bereits zum neunten Mal.

    Nach Bekanntwerden der Nominierungen zeichneten sich zwei große Favoriten ab: Die französische Stummfilm-Hommage „The Artist“ mit zehn Nominierungen und das fantasievolle 3D-Abenteuer „Hugo Cabret“ von Martin Scorsese mit elf Nominierungen. Der klare Sieger des Abends hieß schließlich „The Artist“. Weiterlesen ...

    Über den Oscar

    "Oscar" ist der Spitzname für den Academy Award der amerikanischen "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" (Akademie für Filmkunst und Filmwissenschaften), der für die besten Einzelerfolge im Filmgeschäft vergeben wird. Der begehrte Filmpreis wurde von der 1927 in Hollywood gegründeten Akademie gestiftet, um künstlerisch anspruchsvolle und innovative Filme als Gegenpart zu den zunehmend rein kommerziellen Produktionen zu fördern.

    Am 16. Mai 1929 wurde der "Academy Award of Merit" zum ersten Mal verliehen. Interessiert hat das damals aber kaum jemanden: Bei einem geschlossenen Dinner wurden zwölf Statuen vergeben. Die allererste Oscar-Gewinnerin war Janet Gaynor. Bei den Herren gewann ein Deutscher, Emil Jannings - im Dritten Reich dann übrigens Reichskultursenator.

    Die Trophäe

    Die Oscar-Statue

    Verliehen wird eine vergoldete Statuette (circa 35 cm hoch und 4 kg schwer) in Form eines Kriegers, der ein Schwert hält. Entworfen wurde die Figur von Artdirector Cedric Gibbons. Das Design hat sich seit den 1940er Jahren nicht mehr verändert. Jährlich werden etwa 50 Statuetten hergestellt, die strengen Qualitätsprüfungen unterliegen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Oscars aus Plastik vergeben, die von den Gewinnern jedoch später in goldüberzogene Statuen umgetauscht werden konnten.

    Der Spitzname stammt einem Gerücht zufolge aus dem Mund von Margaret Herrick, einem Mitglied der Akademie, die fand, die Figur ähnele ihrem Onkel Oscar. Ein zufällig daneben stehender Journalist verwandte daraufhin den Namen erstmals in seiner Kolumne über Katharine Hepburns Oscar 1934.

    Die Akademie

    Die Akademie hat über 6 000 Mitglieder aus 13 Branchen wie beispielsweise Schauspieler, Regisseure, Produzenten, Musiker und Autoren sowie aus den Bereichen PR, Kurzfilm und Ton. Neben der Vergabe der Oscars fördert die Akademie innovative Filmmethoden und -ausstattungen, erstellt aktuelle Listen von Schauspielern, Drehbuchautoren sowie Regisseuren und betreibt ein eigenes Archiv. Sie erwarb 1946 ein eigenes Gebäude in Beverly Hills und zog 1975 an den Wilshire Boulevard in Beverly Hills um.

    Die Verleihung

    Kathryn Bigelow auf der Verleihung 2010 © A.M.P.A.S.

    Jährlich im Frühjahr erfolgt in Hollywood die Verleihung des Oscars. Dabei werden zunächst je fünf Spielfilme pro Kategorie von Mitgliedern der Akademie, die selbst aus diesem Bereich der Filmbranche stammen, nominiert. Voraussetzung für die Nominierung ist, dass der Film innerhalb der letzten zwölf Monate in einem Kino in Los Angeles zu sehen war. Die Gewinner werden schließlich von allen Mitgliedern in geheimer Abstimmung gewählt.

    Zum ersten Mal wurden die "Oscars" am 16. Mai 1929 in Hollywood für das Jahr 1928/27 verliehen. Die Veranstaltung fand anfangs als Bankett in Hotels, seit 1942 in wechselnden Theatern statt und wurde am 19. März 1949 zum ersten Mal im Fernsehen übertragen. Die Ergebnisse werden seit 1940 noch am selben Abend in der Presse veröffentlicht. Teilnehmer erscheinen nur auf Einladung, es gibt keine öffentlich verkauften Eintrittskarten.

    Von 15 Kategorien im ersten Jahr wurde im zweiten zunächst auf sieben reduziert, seitdem kamen jedoch immer mehr hinzu (1934 gab es gleich drei neue Kategorien: Film Editing, Music Scoring, Best Song). Inzwischen werden 25 Oscars vergeben. Der wichtigste Preis für den Film als Gesamtwerk geht in der Kategorie "Bester Film" an den Produzenten.

    Die weiteren Kategorien sind: beste(r) Hauptdarsteller, Hauptdarstellerin, männliche und weibliche Nebenrolle, Regisseur, Originaldrehbuch, adaptiertes Drehbuch (Buchvorlage), Filmschnitt, Kameraführung, Ausstattung, Kostüme, Toneffekte, Tonschnitt, Filmsong, Filmmusik, Make-up und Spezialeffekte. Des Weiteren werden prämiert der beste fremdsprachige Film, Animationsfilm, Dokumentarfilm, Kurzdokumentation, Kurzfilm sowie Kurztrickfilm . Außerdem gibt es einen Honory Award (Ehren-Oscar) für das Lebenswerk eines Künstlers.

    Resonanz

    Die Oscar-Verleihung gehört zu den größten TV-Ereignissen der Welt und wird in über 200 Länder live übertragen. In Deutschland wird die Show von ProSieben live übertragen.

    Dieses große öffentliche Interesse sorgt für einen enormen Einfluss auf den kommerziellen Erfolg der prämierten Produktionen. Dies wird verstärkt durch die Tendenz der Preisrichter, die Awards an Filme der großen Hollywoodstudios zu verleihen, deren Kassenerfolg bereits abzusehen ist. Daher rührt auch die Kritik, die immer wieder an den Entscheidungen geübt wird: Statt im ursprünglichen Sinne der Stiftung künstlerisch wertvolle oder innovative Werke zu prämieren, wird oft mittelmäßigen, aber kommerziell erfolgsträchtigen Filmen der begehrte Preis zuteil.


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